Ursache unklar

Polizei steht vor Rätsel: Hunderte Fische im Teich verendet

Polizei steht vor Rätsel: Hunderte Fische im Teich verendet. Kurt Lechky, Ortsvorsteher von Sachsenberg,  steht auf der Brücke der Teichanlage und schaut auf die toten Fische, die auf der Wasseroberfläche schwimmen
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Polizei steht vor Rätsel: Hunderte Fische im Teich verendet. Kurt Lechky, Ortsvorsteher von Sachsenberg, steht auf der Brücke der Teichanlage und schaut auf die toten Fische, die auf der Wasseroberfläche schwimmen

Polizei steht vor Rätsel: Hunderte tote Fische in einem Teich entdeckt. Zunächst wurde ein Fremdverschulden nicht ausgeschlossen.

  • Hunderte tote Fische in Sachsenberg (Waldeck-Frankenberg) stellen die Polizei vor ein Rätsel
  • Ein Fremdverschulden wurde zunächst nicht ausgeschlossen
  • Wasserschutzbehörde und Feuerwehr im Einsatz

Sachsenberg/Hessen - Die Polizei rätselt über einige Hundert verendete Fische im Teich der Freizeit- und Tretanlage in Sachsenberg. „Am Mittwoch war ich noch dort und alles war in Ordnung“, sagt Kurt Lechky, Ortsvorsteher von Sachsenberg.

„Am Donnerstag hat mich dann ein Spaziergänger angerufen und mich zum Teich gerufen, weil da etwas nicht stimme. Fische trieben auf der Wasseroberfläche, auf der auch ein komischer Film lag“, sagt  der Ortsvorsteher mit Blick auf den Teich: „Das müssen zwei- bis dreihundert tote Fische sein“. 

Hunderte tote Fische im Teich entdeckt: Wasserproben sollen Aufschluss geben

Nicht nur die Polizei wurde im Fall der toten Fische aktiv, auch Wasserschutzbehörde und Feuerwehr wurden hinzugezogen. Es wurden unter anderem Wasserproben genommen. Ein Fremdverschulden wurde zunächst nicht ausgeschlossen, "die Feuerwehr hatte den Ablauf vorsichtshalber mit einer Oberflächenbarriere versehen", erklärt Kurt Lechky. 

Polizei rätselt: Tote Fische im Teich der Tretanlage „Untere Wasche“ in Sachsenberg.

"Nach ersten Erkenntnissen geht die Behörde nun davon aus, dass die Fische verendet sein könnten durch Sauerstoffmangel, der durch einen zu geringen Zufluss entstanden ist", erklärt Bürgermeister Henning Scheele auf Nachfrage. Nach den ersten Untersuchungen werde ein Fremdverschulden ausgeschlossen. Das genaue Ergebnis werde kommende Woche erwartet. 

Die Freizeitanlage mit Tretbecken, Wasserspiel und Teich unterhalb der Evangelischen Kirche ist ein beliebter Treffpunkt, dort wird jedes Jahr unter anderem das Holunderblütenfest veranstaltet. Der Verein "Städtchen mit Herz" pflegt die Anlage mit Hingabe, hat unlängst unter anderem die Holzbrücke erneuert. 

Tote Fische: Laut Polizei und Wasserwirtschaftsamt - Das waren die häufigsten Todesursachen

Die Polizei ist mit für die Ermittlung der Ursachen für das Sterben der Fische verantwortlich. Auf Grundlage der ermittelten Fakten hat das Bayrische Landesamt für Umwelt, nach den Hauptursachen im Jahr 2019 gesucht. Demnach waren das die häufigsten Todesursachen für Fische im Jahr 2019:

Ursache Prozentuale Häufigkeit (in Bayern)Fälle 2019 (in Bayern)
Wettereinflüsse 15%7
Landwirtschaftliche Abwässer 15% 7
Infektionskrankheiten 13%6
Sonst. Abwasser 11%5
Verschieden Faktoren verantwortlich 10%5
Sauerstoffmangel 10%5

Polizei: Tote Fische beschäftigten die Beamten auch bereits in Wiesbaden

Tote Fische hielten die Polizei auch in Wiesbaden in Atem. Hier handelte es sich zwar nur um eine zweistellige Anzahl verendeter Tiere, doch ermittelt wurde trotzdem. Der Grund für das Sterben war am Ende doch natürlicher als vorerst angenommen. Die Ursache konnte von den zuständigen Verantwortlichen damals innerhalb weniger Tage festgestellt werden.

Den entscheidenden Hinweis gaben die Körper der toten Fische. Um der Ursache auf den Grund zu gehen, musste kurzzeitig sogar der Kurpark in Wiesbaden von Polizei und Feuerwehr gesperrt werden. Laut dem Wiesbadener Kurier handelte es sich nicht um das erste Massensterben von Fischen im Kurpark. Bei dem Einsatz im Kurpark, war nicht nur die Wiesbadener Polizei beteiligt, sondern auch die Wasserschutz-Polizei und Beamte der Landespolizei.

Hunderte Tote Fische wurden zuletzt auch an der Nordseeküste angetrieben. Hier ermittelt allerdings nicht die Polizei, sondern die zuständige Schutzstation Wattenmeer. Eine Biologin des Forschungs- und Technologiezentrum Westküste in Büsum sagte gegenüber der Süddeutschen Zeitung, das es ihres Wissens noch nie so eine dramatische Situation an den Nordsee-Ständen gegeben hätte. Die betroffenen Fische sind zumeist Heringe. (Marianne Dämmer, Lucas Maier)

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