29-Jähriger wollte Drogenkonsum Geheim halten

Polizist im Schwitzkasten: Angeklagter gesteht alles

Frankenberger Land. Er habe befürchtet, dass sein Drogenkonsum entdeckt werde, ließ der 29-jährige Angeklagte über seinen Verteidiger mitteilen, warum er im Dezember 2014 einen Polizeibeamten in den Schwitzkasten genommen hatte.

Bei der Kontrolle habe er sofort eingeräumt, keine gültige Fahrerlaubnis zu haben. Als er aufgefordert wurde, das Auto zu verlassen, habe er einen Polizisten geschlagen. Anschließend sprang er plötzlich aus dem Fahrzeug und nahm einen der beiden Beamten in den Schwitzkasten und drückte ihn am Fahrzeug zu Boden.

Dies war nur eine von drei Taten, wegen denen der Mann aus dem Oberen Edertal vor dem Frankenberger Amtsgericht angeklagt war. Auch die beiden anderen Taten räumte er über seinen Verteidiger ein.

Er habe Ende März seine hochschwangere Ehefrau an den Haaren aus der Wohnung einer Bekannten gezogen und sie gegen ihren Willen in die eheliche Wohnung gebracht. Zu dieser Zeit habe es erhebliche Eheprobleme gegeben, eine Trennung stand im Raum. „Er hatte das Gefühl, dass die Freundin keinen guten Einfluss auf seine Frau habe“, verlas der Verteidiger. Der Angeklagte bedauere sein Verhalten, für das er im Wesentlichen seinen damaligen Drogenkonsum verantwortlich mache. Mittlerweile habe sich die Situation geändert, das im Mai geborene Kind sei schwer krank, was die Eltern wieder einander näher gebracht habe. „Dank der Entspannung im ehelichen Bereich und der Verantwortung, die mein Mandant für sein krankes Kind übernommen hat, ist er mittlerweile drogenfrei“, sagte der Verteidiger.

Der 29-Jährige entschuldigte sich bei seiner Frau, bei seinem Bruder und seiner Schwägerin. Letzteren hatte er auf dem Anrufbeantworter gedroht, das Leben zu nehmen, und wenig später gegen deren Wohnungstür getreten, da diese ihn nicht hineinließen. Vor der Verlesung des Verteidigers mit dem Geständnis aller drei Taten hatten sich Staatsanwalt, Verteidigung und Richterin Andrea Hülshorst auf eine Geldstrafe zwischen 100 und 120 Tagessätzen à 20 Euro und einer Fahrerlaubnis-Sperre von acht Monaten im Falle eines Geständnisses verständigt. Nach der Verlesung wurden alle 16 geladenen Zeugen ungehört entlassen.

Vor der Urteilsverkündung erkundigte sich Hülshorst nach dem familiären Umfeld des Angeklagten. Die Erkrankung seines Sohnes sei sehr selten, es gebe keine Heilung, seine Entwicklung werde zurückbleiben, berichtete der Angeklagte. „Ich musste meinen Sohn bereits drei Mal reanimieren.“

Wie das Urteil ausfiel und was Richterin Hülshorst dem Angeklagten riet, lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe der Frankenberger Allgemeinen

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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