Große Nachfrage in Baumärkten

Eigener Pool im Garten: Nachfrage in Waldeck-Frankenberg so hoch wie nie

Drei Kinder planschen in einem Gartenpool (Luftaufnahme mit einer Drohne).
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Werden immer beliebter: Pools im eigenen Garten

Die Nachfrage nach Schwimmbecken für den eigenen Garten ist derzeit sehr hoch. Zum einen liegt das an den hohen Temperaturen, zum anderen auch daran, dass es wegen Corona Einschränkungen in den Freibädern gibt.

Waldeck-Frankenberg – Der Freibadbesuch gehört bei vielen Menschen an heißen Tagen dazu – in diesem Sommer gestaltet sich das allerdings nicht so einfach. Einige Bäder bleiben geschlossen und in den geöffneten gelten strenge Hygieneregeln.

Die Lösung findet sich oftmals im Baumarkt. Im Frühjahr und den warmen Wochen war die Nachfrage nach Pools in den heimischen Baumärkten so groß wie nie. Das Angebot erstreckte sich vom kleinen Kinderplanschbecken bis zum Whirlpool mit Sektkühler.

„Wir haben deutlich mehr verkauft als noch in den Vorjahren“, berichtet Uwe Rost, Marktleiter der Korbacher Obi-Filiale. Normalerweise sei das Angebot groß, in den vergangenen Wochen waren die Verkaufregale allerdings nur zum Teil gefüllt. Rost berichtet: „Die Nachfrage ist so groß, dass die Lieferanten Schwierigkeiten haben, die Bestellungen auszuliefern.“ Das liege vor allem an der Urlaubssituation. Viele Menschen verreisten in diesem Jahr nicht und suchten deshalb eine Lösung Zuhause entspannen zu können.

Florian Kramm, einer der Geschäftsführer der Edeka Hessenring, bestätigt: „In diesem Jahr haben wir die meisten Pools in der Firmengeschichte verkauft. Auch in den Herkules-Baumarkt-Filialen in Korbach, Bad Arolsen und Frankenberg sei die Nachfrage immer noch groß.

Aufgrund der vielen Verkäufe im vergangenen Sommer habe das Unternehmen bereits frühzeitig Ware für dieses Jahr bestellt. „Wir hatten Pools auf Vorrat und konnten den Kunden deshalb viele Produkte verkaufen“, so Kramm. Besonders beliebt seien sogenannte Framepools, die einen stabilen Rahmen aufweisen und trotzdem bequem im Garten aufgestellt werden können. Auch Whirlpools liegen im Trend.

Trotz guter Lieferanten neige sich jedoch auch dort der Bestand dem Ende zu. „Bei den Händlern haben wir so viel wie möglich nachbestellt, doch auch dort sind die Lager mittlerweile leer“, berichtet der Geschäftsführer. Die Produkte, die zum größten Teil aus dem asiatischen Raum kommen, seien zurzeit schlichtweg nicht mehr lieferbar. (Von Silas Klöcker und Susanna Battefeld)

In einigen Orten ist es verboten, Gartenpools zu füllen

Pools liegen im Trend – auch im Landkreis. Zum Schwimmen sind die Becken mit mehreren tausend Litern Wasser gefüllt. Vor allem in den heißen Sommern kann das aber für Probleme sorgen. Aus diesem Grund hat die Stadt Battenberg, in der Kernstadt sowie den Ortsteilen Dodenau und Laisa, seit Ende Juli verboten die Gartenpools zu füllen. In Korbach, Frankenberg, Bad Arolsen und Bad Wildungen gibt es jedoch keine Einschränkungen.

Grundsätzlich appellieren Wasserversorger im Landkreis, verantwortungsbewusst mit der Ressource Wasser umzugehen und diese nur bei Bedarf zu nutzen.

Familie Sommerlad in Viermünden hat vor zwei Jahren einen Pool für den Garten angeschafft: Zwei mal vier Meter misst das blaue Kunststoffbecken, in dem die beiden Töchter Nele und Mira derzeit fast täglich schwimmen und tauchen.

„Vorher mussten wir jedes Jahr ein neues Planschbecken anschaffen, weil die Kinder ja immer größer wurden und die kleinen Becken meistens nur einen Sommer lang gehalten haben“, berichtet Anne-Katrin Sommerlad.. Irgendwann habe sie dann mit ihrem Mann Stephan den Entschluss gefasst, in einen großen Pool zu investieren.

Mit Kescher: Familie Sommerlad aus Viermünden (hier von links) Mutter Anne-Katrin sowie die Töchter Mira und Nele, besitzt seit zwei Jahren ein großes Schwimmbecken, das im Sommerhalbjahr im Garten steht.

„Das ist für die Kinder schöner: dann können sie auch mal richtig schwimmen und nicht – wie vorher – nur ein bisschen im Wasser sitzen“, sagt die Viermündenerin und ergänzt: „Und wir Eltern können da auch mal rein – zum Abkühlen.“

Rund 7500 Liter Wasser passen in den Gartenpool. Das entspricht zirka 50 Badewannenfüllungen. Sommerlads gehen möglichst sparsam mit dem Wasser um – auch wenn Trinkwassernotstand aktuell für Frankenberg noch nicht ausgerufen wurde. „Man muss das ja nicht immer komplett austauschen“, betont Anne-Katrin Sommerlad. Meistens reiche es aus, wenn alle paar Tage ein bisschen Wasser nachgefüllt werde.

Am Ende des Sommers wird der mit einem Reinigungsfilter ausgestattete, rund 1000 Euro teure Pool, abgebaut und das Wasser wandert in eine Regenwasserzisterne. „Mit dem Wasser gieße ich dann die Blumen im Garten“, sagt die Viermündenerin.

Das Schwimmbecken sei auch bei den Freunden der beiden Töchter beliebt, sagt die 34-Jährige. „Im vergangenen Jahr waren, glaube ich, alle hier bei uns“, sagt sie lachend. Inzwischen hätten die meisten ihrer Bekannten und Freunde aber selbst einen Pool gekauft. „Wir gehen trotzdem auch noch in die Eder oder ins Freibad zum Schwimmen“, sagt die zweifache Mutter. Der Vorteil beim Gartenpool sei, dass sie die Kinder vom Küchenfenster aus immer im Blick habe. „Ich kann also dabei noch ein bisschen in der Küche werkeln.“ Ein Ausflug zur Eder sei dagegen aufwendiger: „Da muss ich natürlich mit hingehen.“

Die achtjährige Nele findet es „cool“, einen eigenen Pool zu haben. „Auch unsere Freundinnen kommen fast jeden Tag“, ergänzt ihre fünfjährige Schwester Mira. Da das Wasser nur rund 70 Zentimeter hoch im Becken steht, können beide Mädchen bequem im Pool stehen, aber auch schwimmen und tauchen klappt bestens. Die Schwestern tollen ausgelassen im Wasser herum und zeigen stolz, dass sie sogar eine Unterwasserrolle können. „Nele kann schon schwimmen und bei Mira klappt es mit Schwimmgürtel auch bereits ganz gut“, sagt ihre Mutter.

DLRG: Kinder nie unbeaufsichtigt in den Pool lassen

Für die Kinder ist ein Pool im Garten etwas Tolles und auch die Eltern können entspannen. Dennoch warnt die DLRG davor, zu unachtsam zu sein. „Selbst eine geringe Wassertiefe kann zur tödlichen Bedrohung werden“, sagt Präsident Achim Haag. Das bestätigt auch Udo Schönemann, der im Kreisverband Waldeck-Frankenberg Vorsitzender ist.

„Eltern sollten die Kinder nie unbeaufsichtigt lassen“, sagt er. Außerdem sei es wichtig, dass mögliche Stolperfallen entfernt werden. Er erklärt: „Stolpert ein Kind und schlägt mit dem Kopf im Pool auf, kann das schnell zu einem Unglück führen.“ Wird der Pool oder Teich nicht genutzt rät die DLRG außerdem dazu, den Bereich mit einem Zaun abzusperren oder die Wasserfläche abzudecken.

Regeln gelten aber nicht nur für Kinder und Eltern. Vor allem die hohen Temperaturen könnten für alle Menschen gefährlich werden. „Nach einem Sonnenbad sollte man nicht sofort in den Pool springen, um sich abzukühlen“, sagt Schönemann. Auch der Missbrauch von Alkohol stellt eine Gefahr dar. Er betont: „Unter Alkoholeinfluss sollte man nicht schwimmen gehen, auch nicht im eigenen Pool.“

Ein Pool ist gerade während der Corona-Situation eine willkommene Erfrischung. In einer ersten Region könnten sie nun verboten werden.  

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