Positive Zwischenbilanz trotz Einschränkungen durch Corona

Badesaison im Frankenberger Land nimmt Fahrt auf

Stammgäste: Friedel Born und Enkel Moritz sind seit der Wiederöffnung Stammgäste im Battenberger Bad.
+
Stammgäste: Friedel Born und Enkel Moritz sind seit der Wiederöffnung Stammgäste im Battenberger Bad.

Das Fazit aus den ersten Betriebswochen in den Freibädern in Frankenberg, Battenberg, Gemünden und Rosenthal fällt unterm Strich positiv aus.

Lange Zeit war nicht klar, ob in diesem Sommer wegen der Corona-Pandemie die Freibäder im Frankenberger Land öffnen werden. In vier Orten wurde es schließlich gewagt: Frankenberg, Battenberg, Gemünden und Rosenthal gaben Schwimmbecken und Liegeflächen frei – unter strengen Hygiene- und Abstandsregeln. Die Besucherzahl wurde eingeschränkt.

Im Freibad des Frankenberger Ederberglandbades wurden in der ersten Woche nach der Wiedereröffnung mehr als 800 Besucher gezählt. Und das trotz der aktuellen coronabedingten Einschränkungen und Hygienevorschriften. Und auch in Battenberg läuft es: Seit knapp drei Wochen ist das Freibad unter „Corona-Bedingungen“ nun wieder geöffnet, mehr als 1100 Badegäste wurden seitdem gezählt. Das ausgetüftelte Hygienekonzept wird von allen Besuchern akzeptiert, auch der Mindestabstand von anderthalb Metern wird eingehalten. Ähnlich klingen die Meldungen aus Gemünden und Rosenthal.

So sieht die Situation in den Freibädern von Frankenberg, Battenberg, Gemünden und Rosenthal jeweils aus:

Frankenberg

Der stellvertretende Frankenberger Badebetriebsleiter Matthias Garthe zeigt sich mit dem Start des Badebetriebs zufrieden: „Die Resonanz der Besucher unseres Bades ist bisher durchweg positiv. Die Leute halten sich in der Regel an die Vorschriften und fühlen sich bei uns auch sicher.“ Bisher müsse er nur sehr selten vereinzelte Badegäste an die aktuellen Vorschriften erinnern oder zu deren Einhaltung mahnen.

Erstaunlicherweise handele es sich dann dabei meistens um Erwachsene, Kinder und Jugendliche täten sich leichter, sagt Garthe. Die Nachfrage seitens der Badegäste sei natürlich wetterabhängig, aber unter den gegebenen Umständen sei die Besucherzahl als ein erfreuliches Ergebnis zu betrachten.

Und wie bewerten Badegäste die Situation? Katrin Müller ist gebürtige Frankenbergerin, lebt aber seit Jahren in Hamburg. Bei ihren Heimatbesuchen in Frankenberg sind die Ausflüge in das Ederberglandbad ein seit Jahren regelmäßiger Höhepunkt. „Ich genieße hier die Ruhe, die malerische Lage des Freibades mitten im Grünen, das nette Personal und vor allem das Schwimmen unter freiem Himmel.“ Die der Corona-Pandemie geschuldeten Vorschriften empfinde sie nicht als störend.

Das Badepersonal würde sie stets freundlich und geduldig umsetzen, von einer spürbaren Einschränkung könne nicht die Rede sein.

Die Schwimmabteilung des TSV Frankenberg hat ihre Aktivitäten im Wassersportbereich nun wieder aufgenommen. Mitglied Elisabeth Charlotte Hartmann aus Frankenberg macht im Ederberglandbad wieder Aqua-Fitness. 

Auch die Schwimmabteilung des TSV Frankenberg hat nun ihre Wassersportaktivitäten im Ederberglandbad wieder aufgenommen. Elisabeth Charlotte Hartmann, die seit Jahrzehnten in der Abteilung aktiv ist, freut sich darüber. „Man merkt, wie gut einem die Gymnastik im Wasser tut vor allem, wenn man länger auf sie verzichten musste.“ Sie hätte es kaum erwarten können, wieder in das Training einzusteigen. „Ich bin froh und dankbar, endlich wieder im Freibad Sport machen zu können.“

Wenige Sportarten seien derart gelenkschonend und angenehm wie Aqua-Fitness, betont Hartmann, während sie die Hantel schwingt.

Battenberg

17 Uhr am Mittwoch im Battenberger „Bärenbad“: Das Thermometer zeigt 24 Grad an – im Wasser und auch an der Luft. „Freie Plätze vorhanden“, zeigt den Schwimmbadbesuchern ein grüner und lachender Smiley schon am Eingang an. Etwa 100 Badegäste tummeln sich zu dieser Zeit im Wasser und auf der Liegewiese, weitere kommen gerade hinzu. Auf der einen Seite des Beckens ziehen die Mitglieder der „Schwimmbären“ ihre Bahnen, auf der anderen Seite vergnügen sich Badegäste.

Trotz der strengen Regeln wegen der Corona-Pandemie sind die Besucher im Battenberger Freibad sehr entspannt – sie genießen das warme Wetter und das erfrischende Nass, sie haben gute Stimmung. „Wegen Corona wird Eigenverantwortung hier groß geschrieben“, berichtet Betriebsleiter Dirk Dornseif – der 49-Jährige ist schon seit 1997 Schwimmmeister im „Bärenbad“.

Vergnügen sich im kühlen Nass im Schwimmbad Battenberg: (vorne von links) Felix Pauly und Jan Clemens, (hinten von links) Henning Schneider, Linus Battenfeld und Noah Naumann. Den Mindestabstand halten sie dabei ein.

„Alle halten sich an die Regeln, mit den Badegästen gibt es überhaupt keine Probleme, noch nicht einmal Diskussionen. Alles klappt ganz prima, alles läuft super, alle sind froh, dass wir überhaupt geöffnet haben“, lautet die Bilanz von Dornseif nach den ersten 19 Tagen.

Dabei räumt er allerdings ein, dass es seit Anfang Juli bisher „noch nicht so richtig heiß“ gewesen sei. Aber auch bei einem größeren Ansturm sei man gut gerüstet. Wegen Corona dürfen derzeit maximal 300 Besucher gleichzeitig ins Freibad, 100 zugleich ins Wasser.

Seit der Öffnung am 3. Juli ist Friedel Born Stammgast im Battenberger Freibad. Mehrmals kommt er pro Woche ins „Bärenbad“ – am liebsten zusammen mit dem 23 Monaten alten Enkel Moritz. „Er ist heute zum vierten Mal dabei“, erzählt der stolze Opa. Der 71-Jährige ist froh, dass er die Zeit mit seinem Enkel im Schwimmbad genießen darf: „Toll, dass sich die Leute hier dafür eingesetzt haben“, lauten seine Dankesworte.  

Rosenthal

Am Eröffnungstag waren drei Badegäste da, und auch ansonsten hält sich der Betrieb im Rosenthaler Freibad nach Auskunft von Bürgermeister Hans Waßmuth bislang in Grenzen. „Es gab bei weitem nicht den Ansturm, den man nach der langen Pause erwartet hätte“, sagt der Rosenthaler Rathauschef.

Sarah Stalb trägt sich im Rosenthaler Freibad in die Liste ein. Mit dabei: Carla (im Tuch) und Sophia. Rechts Badeaufseher Bastian Werner. 

Das Freibad in Rosenthal ist seit Donnerstag, 16. Juli, wieder geöffnet, verzeichnet aber – trotz Ferienzeit – nur wenige Badegäste. „Samstag und Sonntag ging es, aber in der Woche ist der Betrieb eher schleppend“, bestätigt Bastian Werner, der federführend für die Badeaufsicht zuständig ist.

Mit den coronabedingten Auflagen gebe es bis jetzt keine Probleme: „Wir haben uns im Vorfeld viel zu viel Kopfzerbrechen gemacht und wollten nur die Toiletten öffnen und die Duschen geschlossen halten,“ sagt Bürgermeister Waßmuth. Das Gesundheitsamt habe aber darauf hingewiesen, dass es wichtiger sei, die Duschen zu öffnen. „Wir haben extra noch jemanden eingestellt, der nur damit beschäftigt ist, alles zu reinigen und zu desinfizieren“, so der Bürgermeister.

Am Kiosk gebe es aktuell Getränke, Eis und Süßigkeiten, ab dem Wochenende sollen auch wieder Pommes angeboten werden, kündigt Bastian Werner an.

Gemünden

„Das Hygienekonzept für das Gemündener Freibad hat sich seit der Öffnung bewährt und lässt sich gut umsetzen.“ Diese positive Bilanz zieht Bürgermeister Frank Gleim, nachdem das Bad am Montag, 6. Juli, mit eingeschränktem Badebetrieb wieder geöffnet wurde.

Zunächst hatten nur maximal 86 Personen Zutritt, Duschen und Sprungtürme waren gesperrt. Seit dem 20. Juli können 130 Besucher in das Freibad. Gleim: „Die Duschen im Eingangsbereich sind geöffnet, und die Nutzung der Sprungtürme wird je nach Besucheraufkommen möglich sein“.

Die Erfahrungen seit dem 6. Juli fallen nach Angaben des Bürgermeisters durchweg positiv aus: „Die Gäste halten sich vorbildlich an die vorgegebenen Regeln.“ Aus diesem Grund habe man das Angebot für die Badegäste jetzt erweitern können.

Frank Gleim, Bürgermeister von Gemünden

Die Anzahl der Badegäste berechnet sich nach der Größe der Wasserfläche – jetzt drei Quadratmeter pro Person. Die Liegefläche wurde in die Berechnung nicht einbezogen: Alle Personen, die sich gleichzeitig im Freibad befinden, dürften – unter Wahrung der geltenden Abstandsregelungen – sich auch im Wasser befinden. Gleim: „So lässt sich das erstellte Konzept gut für unser Personal umsetzen.“ Ebenso sei die Schließung in der Zeit von 13.30 Uhr bis 14.30 Uhr eingeführt worden, um neben der Reinigung der Kontaktflächen im laufenden Betrieb eine Grundreinigung in dieser Zeit möglich zu machen.

Der Bürgermeister appelliert an die Badegäste: „Wir bitten nach wie vor alle Besucherinnen und Besucher, im Rahmen ihrer Eigenverantwortung die Vorgaben zu beachten. Nur so wird es möglich sein, dass alle Badegäste einige schöne und entspannte Sommertage im Freibad genießen können.“

Allerdings schließen die Verantwortlichen nicht aus, dass es auch unter Gemündener Badegästen Unbelehrbare geben könnte. Personen, die nicht zur Einhaltung der Maßnahmen bereit sind, wird im Rahmen des Hausrechts daher der Zutritt verwehrt. „Das im Freibad tätige Personal kann bei Verstößen vom Hausrecht Gebrauch machen und ein Hausverbot erteilen“, informiert Bürgermeister Frank Gleim.

Freibad in Gemünden: Öffnung in zwei Blöcken

 Familien-, Saison-, Zehnerkarten und ermäßigte Badekarten werden nicht verkauft; Gutscheine nicht verrechnet (die Gültigkeit verlängert sich automatisch um ein Jahr).

 Der Badebetrieb findet in zwei Blöcken statt: Montag bis Samstag von 9 – 13.30 Uhr und 14.30 – 19 Uhr. Alle Badegäste haben spätestens am Ende des Blocks das Freibad zu verlassen. Ein erneuter Zutritt ist nicht möglich. 

 Eine lückenlose Überwachung ist nicht möglich. Von den Besuchern wird erhöhte Eigenverantwortung erwartet.

Auf den Bänken im Bereich der Liegewiese müssen die Besucher Badetücher oder Decken unterlegen.

Telefonische Belegungsanfrage wird empfohlen

Derzeit dürfen maximal 130 Personen ins Freibad der Stadt Gemünden. Um die Einhaltung zu gewährleisten, werden die Badegäste beim Betreten und Verlassen gezählt. Ist die Maximalanzahl erreicht, werden keine weiteren Gäste ins Bad gelassen.

Um Warteschlangen und Ansammlungen an der Kasse zu vermeiden, wird eine telefonische Belegungsanfrage empfohlen.

Gruppen über fünf Personen haben nur nach vorheriger telefonischer Anmeldung Zutritt (mindestens ein Tag vorher).

 Der Einlass von Kindern unter zehn Jahren ist nur in Begleitung eines Erwachsenen oder für die Betreuung zuständigen Erwachsenen erlaubt.

 Die Duschen und Umkleiden im Eingangsbereich sind geöffnet; die Duschen und Umkleiden im Bereich der Badeaufsicht sind gesperrt.

 Sprungtürme werden eingeschränkt zur Nutzung freigegeben, Wasserrutsche und Babybecken sind gesperrt.

Am Eingang bzw. Ausgang, bei den Umkleiden und den Toiletten muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden.

 Die Toiletten im Eingangsbereich sowie im Bereich der Badeaufsicht sind geöffnet.

Hygiene-Konzept

 Personen mit Symptomen einer Atemwegsinfektion ist der Zugang verwehrt.

 Die Umkleidekabinen (auch Sammelumkleidekabinen) im Eingangsbereich und Duschen im Durchschreitebecken sind in Gemünden ausschließlich zur alleinigen Nutzung oder für Familienmitglieder eines Hausstandes freigegeben.

Jeder Besucher muss beim Betreten des Freibades seine personenbezogenen Daten hinterlassen.

  jun/mjx/sub/rdg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.