Prozess nach Unfall bei Laisa: 64-Jähriger muss zahlen

Frankenberger Land. Weil er am 9. Oktober 2013 laut Gericht auf der Bundesstraße zwischen Eifa und Laisa mit seinem Sattelschlepper auf die Gegenfahrbahn geraten ist und einen Unfall verursacht hat, ist ein 64-jähriger Mann aus Rastatt (Baden-Württemberg) jetzt vor dem Amtsgericht in Frankenberg wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe in Höhe von 525 Euro (15 Tagessätze zu 35 Euro) verurteilt worden.

Richterin Andrea Hülshorst sah es als erwiesen an, dass der Mann wegen einer Unachtsamkeit in einer Rechtskurve auf die andere Straßenseite gekommen war. Dadurch sei es zum Zusammenstoß mit einem entgegenkommenden Toyota gekommen, der von einem damals 53-jährigen Mann aus Burgwald gesteuert wurde. Der Burgwalder zog sich schwere Verletzungen zu, unter anderem mehrere Brüche. Unter den Verletzungen leide er noch heute, sagt der Mann.

Bis es zum Urteil kam, wurde im Gerichtssaal neben dem Angeklagten, der Polizei und dem Unfallopfer auch ein Kfz-Sachverständiger gehört. Dieser hatte den Unfallhergang anhand von Fotos, Berichten und Videos rekonstruiert. Außerdem war er drei Monate nach dem Zusammenstoß an der Unfallstelle, um sich ein Bild von den örtlichen Gegebenheiten zu machen.

Der Sachverständige war überzeugt davon, dass der Lkw-Fahrer kurz vor dem Unfall in der Rechtskurve nach links auf die Gegenfahrbahn gekommen war. Er habe den Fahrfehler zwar korrigiert, doch infolge der Lenkbewegung sei der Anhänger des Lkw nach links ausgeschert und somit weiter auf der Gegenfahrbahn geblieben. Der Toyota habe nicht mehr ausweichen können und sei gegen den vorderen Bereich des Anhängers geprallt.

Die Rekonstruktion des Unfallhergangs deckte sich in Teilen auch mit der Aussage des Unfallopfers. „Ich war auf meiner Fahrbahn. Dann habe ich einen großen Lichtschein gesehen. Ob der Lkw Fernlicht anhatte, weiß ich nicht mehr. Jedenfalls bin ich dann gegen den Anhänger des Sattelschleppers, der auf einmal auf meiner Seite war, geprallt“, sagte der Burgwalder. „Ich habe mich mit dem Auto gedreht, bin gegen die Leitplanke geschleudert und dann in Ohnmacht gefallen.“

Der Verteidiger des 64-jährigen Lkw-Fahrers hatte auf Freispruch plädiert. Er zog das Gutachten des Sachverständigen in Zweifel. „Die Aufprallstelle am Lkw soll ganz vorne am Anhänger gewesen sein. Doch das geben die Spuren nicht her. Der Aufprall mit der höchsten Wirkung war im Mittelteil des Anhängers.“ Der Kläger sei daher bereits fast am Lkw vorbei gewesen und erst dann sei es zum Unfall gekommen. Das spreche dafür, dass sein Mandant mit dem Sattelschlepper wieder komplett auf der eigenen Fahrbahn war und es der Kläger gewesen sei, der auf die Gegenfahrbahn geraten war. Das Gericht folgte dieser Argumentation nicht.

Der Verteidiger will nun prüfen, ob er in Berufung geht. Gegenüber der HNA berichtete er zudem, dass es mit Blick auf Schmerzensgeldforderungen und die Schadensregulierung auch schon einen Zivilprozess in dem Fall gegeben habe. Den habe sein Mandant verloren, das Urteil sei aber noch nichts rechtskräftig. (dau)

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.