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Prozess um Zuständigkeit für Wasserleitung zum Quast bei Rhoden

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Von: Armin Haß

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Von Laubach führt eine Wasserleitung hoch zum Quast. Die dient der Versorgung des landwirtschaftlichen Anwesens und wird auch für das drachenfest mit 4000 bis 5000 Besuchern genutzt. Wem sie gehört und wer sie finanziert, darum streiten die Stadt und der Anlieger.
Von Laubach führt eine Wasserleitung hoch zum Quast. Die dient der Versorgung des landwirtschaftlichen Anwesens und wird auch für das drachenfest mit 4000 bis 5000 Besuchern genutzt. Wem sie gehört und wer sie finanziert, darum streiten die Stadt und der Anlieger. © Armin Haß

Diemelstadt – Juristen prüfen aktuell, wer für eine alte Wasserleitung von Laubach hoch zum Quast bei Rhoden zuständig ist und für deren Erhaltung auch finanziell aufkommen muss.

Davon betroffen ist das sogenannte Drachenfest, zu dem in der kommenden Woche rund 5000 Fantasy-Spielern aus ganz Europa erwartet werden. Die Spielteilnehmer müssen mit Frischwasser versorgt werden. Außerdem ist angesichts der anhaltenden Trockenheit eine Löschwasserreserve amtlich vorgeschrieben.

Die Wasserleitung zum Quast wurde einst vom Bund gebaut, als dort eine Flugabwehrstellung der Nato eingerichtet wurde. Die Leitung zieht sich durch Gelände, das sich im Eigentum der Waldeckischen Domanialverwaltung und trägt auch zur Versorgung des Bauernhofes am Fuße der Quast-Erhebung bei.

Der Streit um die Wasserleitung steht im Zusammenhang mit dem Eigentümerwechsel bei einem Bauernhof auf dem weitläufigen, von Wald umgebenen Gelände. Aus Sicht der Stadt stellt sich nun die Frage, wem die Wasserleitung gehört.

Eine „spannende Frage“, wie Bürgermeister Elmar Schröder auf Nachfrage der WLZ bestätigt. Zwischen Rhoden und Wethen verläuft eine städtische Wasserleitung.

Bei der Siedlung Laubach zweigt von einem Schacht aus die vom Bund gebaute Wasserleitung ab. Sie verläuft unterhalb der Autobahn 44 hoch zum Quast und ist an den Bauernhof angebunden. 

Der neue Eigentümer des landwirtschaftlichen Anwesens erklärt, die Leitung sei Eigentum der Stadt, die sich auch um die Erhaltung kümmern müsse.

Die Stadt vertritt aber die Auffassung, dass es sich um eine Hausanschlussleitung handele. Unter Umständen geht es um viel Geld: Wenn etwa durch eine Havarie auf der Autobahn die Wasserleitung beschädigt würde, müsste die Stadt sie wiederherstellen. Auch für die übliche Unterhaltung müsste die Kommune aufkommen und die Kosten auf alle Gebührenzahler umlegen. 

Die umstrittene Frage soll nun nach Auskunft des Bürgermeisters in einem juristischen Verfahren geklärt werden. Sollte die Stadt unterliegen, werde sie die Leitung auf jeden Fall nur zur Versorgung des landwirtschaftlichen Anwesens unterhalten.

Die Anlage sei nicht für die Nutzung durch 5000 Menschen beim Drachenfest dimensioniert. Es bestehe kein Anspruch auf einen höheren Wasserdruck als der, der für den Anlieger nötig sei, unterstreicht der Rathauschef.

Der Anlieger erklärt dazu, dass vor zwei Jahren der Prozess vor dem Verwaltungsgericht Kassel zu dem Thema Wasserleitung begann. In der Zwischenzeit sei städtischerseits angekündigt worden, die Wasserzufuhr zu dem Anwesen zu unterbrechen. Dagegen sei dann 2020 eine Einstweilige Verfügung erwirkt worden. Das Gericht untersagte das Einstellen der Wasserlieferung.

Umstritten ist auch eine vor zwei Jahren von der Stadt an den Anlieger geschickte Wasserrechnung. Der Eigentümer des Bauernhofes berichtet, dass ihm 2020 eine Rechnung über 5000 Euro für den Wasserverbrauch nach dem Drachenfest 2029 zugestellt wurde. Er bestreitet freilich, Wasser in dieser Menge verbraucht zu haben. Die Wasserrechnungen seien bis 2018 auch an die Veranstalter des Fantasy-Festes zugestellt und von ihnen bezahlt worden. 

Das Gelände am Quast wird seit 20 Jahren für die Treffen von Fantasy-Freunden aus aller Welt genutzt. Die Stadt hat die Veranstalter bisher unterstützt, vor drei Jahren aber ein umfassenderes Sicherheitskonzept gefordert.

Bürgermeister Schröder unterstreicht, dass bis dato eine Reihe von wichtigen Fragen zur Sicherheit und zur Nutzung der Infrastruktur, die über de bisherigen Maßnahmen des Veranstalters und Vereinbarungen mit der Stadt hinausgingen, nicht geklärt gewesen sei. Dies sei inzwischen nachgeholt worden.

Ein Sprecher des Unternehmens hat kürzlich im Gespräch mit der WLZ über das vom 24. bis 31. Juli anstehende Drachenfest bekräftigt, dass man mit dem Konzept „sehr zufrieden“ sei. Mit dem Aufbau wurde bereits begonnen. Genutzt werden dabei Flächen der Domanialverwaltung und solche, die zu dem Bauernhof gehören. Ferner werden Wiesengrundstücke bei Laubach als Parkplätze genutzt.

Neben dem Sicherheitskonzept sei auch die Frage, wie mit Abwässern umzugehen sei, abgestimmt worden. Würde der Klärschlamm in die Kläranlage Wrexen eingeleitet, dann müssten diese Kosten auf die Bürger der Großgemeinde umgelegt werden.. (Armin Haß)

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