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Mauerwerk der Kugelsburg Volkmarsen wird in diesem Jahr saniert

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Von: Armin Haß

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Die Sanierung der Ruine der Kugelsburg in Volkmarsen hat begonnen. Dazu wurden der Turm und der Bergfried eingerüstet.
Die Sanierung der Ruine der Kugelsburg in Volkmarsen hat begonnen. Dazu wurden der Turm und der Bergfried eingerüstet. © Elmar Schulten

1,2 Millionen Euro Fördermittel von Land und EU hat die Stadt für die nunmehr laufende Mauersanierung an der Kugelsburg bekommen.

Volkmarsen – Die Kugelsburg, von den Grafen zu Everstein vor rund 800 Jahren als Verteidigungsanlage zwischen dem Abt des Klosters Corvey sowie dem Erzbischof und Kurfürsten von Mainz errichtet, wird als touristisches Ziel besser gerüstet.

Sicherheitsnetze

Im Mittelpunkt der laufenden Arbeiten steht freilich die Sanierung des durch Wind und Wetter stark angegriffenen Mauerwerks der nach der Zerstörung im Siebenjährigen Krieg übrig gebliebenen Ruine.

Seit einigen Wochen laufen die Sanierungsarbeiten an der ringsum eingerüsteten Wehranlage. Das Gerüst wird nun durch Sicherheitsnetze umhüllt, die Personen im Bereich der eingerüsteten Burgbereiche bei den Sanierungsarbeiten vor herunterfallenden Stein- und Mörtelbrocken schützen sollen.

Hoch über den Dächern Volkmarsens: An der Mauerkrone des Bergfrieds der Kugelsburg arbeiten Steinmetz Alexander Papista und sein Kollege Azadin Muzadier.
Hoch über den Dächern Volkmarsens: An der Mauerkrone des Bergfrieds der Kugelsburg arbeiten Steinmetz Alexander Papista und sein Kollege Azadin Muzadier. © Armin Haß

In den ersten vier, fünf Wochen seit dem Start der Arbeiten ist das Büro HAZ Beratende Ingenieure für das Bauwesen Kassel und Marburg in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Denkmalplan in Körner bei Mühlhausen in Thüringen, der Denkmalpflege und der Stadt Volkmarsen als Bau- und Hausherrin auch damit beschäftigt, das passende Material für die Sanierung auszuwählen.

Heimischer Sandstein

Während heimischer Sandstein bei der Bauzeit vor 800 Jahren verwendet wurde und aus dem Volkmarser Steinbruch Funke passendes Material verwendet werden kann, muss noch geklärt werden, woher die Grauwacke-Steine beschafft werden.

Für die Sanierung wird so viel Material wie möglich aus dem Bestand verwertet. Das Ganze ähnelt einem Puzzlespiel. Das Mauerwerk besteht primär aus grob behauenen Steinen.

Neu verfugen

Für das erneute Verfugen alter und neuer Steine wird ein Kalkmörtel verwendet, der sich dem Mauerwerk am besten anpasst und die bessere Wasserläufigkeit ermöglicht als etwa Zement. Dazu muss die passende Körnung und die richtige Farbe herausgefunden werden.

„Am besten ist es, man sieht anschließend nichts von den Arbeiten“, bringt es Dipl.-Ing. Thorsten Ulott auf den Punkt. Ganz so wird es freilich nicht sein, denn zum einen wird die neue Verfügung und werden neu verbaute Steine mit leicht abweichender Tönung schon zu sehen sein.

Burgruine bewahren

Die Sanierung soll möglichst behutsam verlaufen: Wo immer Mörtel fest zwischen den Mauersteinen steckt, wo Steine nur oberflächlich verwitterten oder im beginnenden 20. Jahrhundert Zement- oder Betonplatten auf die Mauerkronen gesetzt wurden und diese noch fest verankert sind, da wird der Steinmetz den Meißel nicht ansetzen.

Erhalten bleibt der Charakter der Burgruine, die seit über 100 Jahren eine touristische Attraktion darstellt und deren Sanierung ebenso mit Zuschüssen gefördert wird die Steigerung der Anziehungskraft im Fremdenverkehr.

Touristische Attraktion

Neben der bereits 2021 abgeschlossenen Erneuerung der Gaststätte und dem Servicegebäude ist der denkmalgerechte Einbau eines Glasdachs für einen Veranstaltungsbereich am Turm geplant.

Trotz des konservativen Ansatzes für die Sanierung haben die Steinmetze noch viel zu tun. Bezirkskonservator Dr. Bernhard Buchstab wird am 23. August zu einer weiteren Beratung erwartet. Er hat ein gewichtiges Wort mitzureden. Dabei geht es dann auch um die „Krönung“, so Bürgermeister Hartmut Linnekugel, eine Plattform auf dem Turm.

Sanierung bis Oktober

Bis Oktober soll die Sanierung des Mauerwerks abgeschlossen sein, sagt Ulott. Knapp zehn Firmen haben sich um die ausgeschriebenen Gewerke für die Mauerwerkssanierung beworben, ausgewählt wurde die auf diese Arbeiten spezialisierte Firma Denkmalplan.

Baustellenbesichtigung auf der Kugelsburg, von links: der jünftige Bürgermeister Hendrik Vahle, Steinmetz Alexander Papista, Wolfgang Funke (Bauverwaltung), Bürgermeister Hartmut Linnekugel, Planer Thorsten Ulott (Büro HAZ) und Enrico Herrmann von der Sanierungsfirma Denkmalplan in Mühlhausen / Thüringen.
Baustellenbesichtigung auf der Kugelsburg, von links: der jünftige Bürgermeister Hendrik Vahle, Steinmetz Alexander Papista, Wolfgang Funke (Bauverwaltung), Bürgermeister Hartmut Linnekugel, Planer Thorsten Ulott (Büro HAZ) und Enrico Herrmann von der Sanierungsfirma Denkmalplan in Mühlhausen / Thüringen. © Armin Haß

„Bisher ist alles glatt gelaufen“, freut sich Bürgermeister Linnekugel, der zusammen mit dem künftigen Rathauschef Hendrik Vahle und dem Wolfgang Funke (Bauverwaltung) die Baustelle über den Dächern Volkmarsens besichtigte. Das Ergebnis der Ausschreibung entspreche der Kalkulation.

Förderbescheid

Einen Förderbescheid über 1,2 Millionen Euro mit Landes- und EU-Mitteln hat Landrat Jürgen van der Horst im Juni an die Stadt Volkmarsen übergeben.

Erfreulich ist es laut Planer Ulott, dass unter den aktuellen schwierigen Rahmenbedingungen im Baubereich das passende Unternehmen zügig und mit qualifizierten Fachkräften die Arbeiten übernehmen könne. (Armin Haß )

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