1. Startseite
  2. Lokales
  3. Frankenberg / Waldeck

Korbach: NABU und Landschaftspflegeverband legen Streuobstwiese bei Lelbach an

Erstellt:

Kommentare

Neue Streuobstwiese bei Lelbach: Dr. Peter Koswig (links) und Carsten Müller freuen sich über das Projekt, das die NABU-Ortsgruppe Korbach und der Landschaftspflegeverband Waldeck-Frankenberg gemeinsam umgesetzt haben.
Neue Streuobstwiese bei Lelbach: Dr. Peter Koswig (links) und Carsten Müller freuen sich über das Projekt, das die NABU-Ortsgruppe Korbach und der Landschaftspflegeverband Waldeck-Frankenberg gemeinsam umgesetzt haben. © NABU Korbach/PR

Die NABU-Ortsgruppe Korbach um den Vorsitzenden Dr. Peter Koswig sowie der Landschaftspflegeverband Waldeck-Frankenberg mit dem Geschäftsführer Carsten Müller verfolgen gemeinsam das Ziel, die vielfältige Kulturlandschaft in der Region zu schützen und weiterzuentwickeln. Mit der Pflanzung einer Streuobstwiese bei Lelbach verfolgen die Organisationen dabei gleich mehrere Ziele.

Korbach-Lelbach – „Alte und strukturreiche Streuobstwiesen zählen zu den vielfältigsten und artenreichsten Elementen unserer Kulturlandschaft.“,erklärt Peter Koswig. „Sie bieten eine Heimat für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten und sind zugleich ein besonderes, vom Menschen geschaffenes Kulturgut.“

Auf einer ehemaligen intensiv genutzten Ackerfläche sind 49 hochstämmige Obstbäume verschiedener Sorten gepflanzt worden. Das vom Naturschutzbund erworbene Grundstück grenzt unmittelbar an eine bereits vorhandene Obstwiese an und ergänzt diese ideal. Zusammen mit der nahe gelegenen NABU-Obstwiese bei Öhls Teich befindet sich in Lelbach nun der größte Streuobstkomplex im Korbacher Raum.

„Obwohl insbesondere der nördliche Landkreis aufgrund der bisherigen Witterungslage historisch keine typische Obstbaumregion war, sollten wir uns um den Erhalt und auch entsprechende Neuanpflanzung bemühen“, betont Carsten Müller. „Wir alle wissen, dass sich das Klima ändert. In Deutschland sind in den letzten 50 Jahren über 70 Prozent der Bestände verschwundenbeziehungsweise werden nicht mehr gepflegt und brechen zusammen.“

Die Ursachen des Rückgangs von Obstbaumbeständen sind vielfältig: Ortsnahe Obstwiesen wurden für neue Baugebiete gerodet und der Absatz der Früchte wurde zunehmend schwierig. Handel und viele Verbraucher setzen auf gespritztes Plantagenobst von weit her. „Wir denken, dass in Zukunft die Wertschätzung und damit die Nachfrage für heimisches, nicht gespritztes Obst mit sicheren, kurzen Transportwegen und guter Klimabilanz wieder steigen wird. Mit insgesamt über 300 großen Obstbäumen in unserer Obhut sind wir darauf vorbereitet“, sagt Koswig.

Die Pflanzaktion selbst stelle auch einen Beitrag zum Klimaschutz dar. Der Boden werde zukünftig wieder erhebliche Mengen Humus aufbauen und das Bodenleben gesunden. Die wachsenden Bäume entzögen der Luft Kohlendioxid und speichern den Kohlenstoff über Jahrzehnte.

„Zwar ist diese Neuanpflanzung noch lange nicht so strukturreich wie ältere Bestände, aber man muss ja einfach wieder anfangen etwas zu tun“, erläutert Müller, der mit dem Landschaftspflegeverband eine Vielzahl von unterschiedlichen Projekten im Kreis angestoßen hat, um sich gegen das Artensterben in der Region zu stemmen. „Deshalb haben wir gerne das NABU-Projekt unterstützt.“

Auf die Besonderheit dieser Obstbäume weist Koswig hin: „Mit den Sorten Jakob Fischer, Twister Weinapfel oder Volkmarser Birne wird ein regionales genetisches Kulturgut erhalten. Zudem passen diese Früchte in eine gesunde, ausgewogene Ernährung und werden von Apfelallergikern oftmals deutlich besser vertragen als moderne Supermarktsorten.“

Die Pflanzaktion erfolgte mit finanzieller Unterstützung des Landkreis Waldeck-Frankenberg, die praktische Umsetzung in Kooperation von NABU, Landschaftspflegeverband und der Biobaumschule „Pflanzlust“ aus Wolfhagen.  red

Auch interessant

Kommentare