Religiöse Gemeinschaften unterstützen Flüchtlinge

Parkplatz der katholischen Gemeinde in Frankenberg: Zwischen Kita und Kirche soll einer der zehn Wohn-Container für Flüchtlinge aufgestellt werden, die die Stadt Frankenberg in Litauen bestellt hat. Foto:  Skupio

Waldeck-Frankenberg. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg muss wöchentlich 100 Flüchtlinge statt bisher 50 aufnehmen. Die Kommunen haben kaum noch Wohnraum für die Asylbewerber. Deshalb bitten Sie nun  religiöse Gemeinschaften um Unterstützung.

Auch Papst Franziskus hatte die Kirchen dazu aufgerufen.

Obwohl die religiösen Gemeinschaften den Aufruf des Papstes begrüßen, sie mögen Unterkünfte für Flüchlinge anbieten, besitzen nur die wenigsten überhaupt eigene Immobilien, die dafür infrage kämen.

„Nicht selbst benötigte Wohnungen und Immobilien sind bei uns im Kirchenkreis anderweitig vermietet oder wurden verkauft“, sagt Petra Hegmann, Dekanin beim Kirchenkreis Eder. Und auch Dekanin Eva Brinke-Kriebel vom Kirchenkreis des Eisenbergs ist keine Kirchengemeinde in Korbach bekannt, „die selbst zur Vermietung geeignete Immobilien besitzt“. Ähnlich sieht es bei der katholischen Kirche St. Marien in Battenberg aus: „Außer der zur Kirche gehörenden Pfarrhauswohnung besitzt die Gemeinde keine Immobilien und diese ist vermietet“, sagt Pfarrbeauftragte Claudia Heuser auf Anfrage unserer Zeitung.

„In Bad Wildungen ist die Wohnraumsituation sehr unproblematisch, da viele Privatleute Raum bereitstellen“, sagt Kur- und Klinikseelsorgerin Johanna Rau von der evangelischen Kirche dort.

Der katholische Pastoralverbund St. Georg-Lahn/Eder hat sich auf Anfrage von Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß dazu bereit erklärt, sein Grundstück in Frankenberg für einen der in Litauen georderten Wohn-Container (HNA berichtete) zur Verfügung zu stellen. Der Container soll auf dem Parkplatz an der Parkstraße zwischen der katholischen Kita und der Kirche aufgestellt werden. „Warum sollen wir es nicht machen? Es wird ja überall Hilfe angefragt und wir wollen unseren Beitrag dazu leisten“, sagt Pater Norbert J. Rasim auf Anfrage. Man wolle die Flüchtlinge jedoch nicht nur dort wohnen lassen, sondern den Kontakt pflegen und beispielsweise einen Deutschkurs anbieten

Auch bei den muslimischen Gemeinschaften macht man sich Gedanken darüber, wie man den Flüchtlingen helfen kann. Doch mit Wohnraum können weder die Ahmadiyya Muslim Jamaat in Frankenberg noch die türkisch-islamische Gemeinde zu Frankenberg dienen.

Leerstehenden Wohnraum hat auch die freie evangelische Gemeinde in Battenberg nicht. Daher wurden im vergangenen Jahr die Räumlichkeiten der Kirche zur Verfügung gestellt, um einer afrikanischen Familie Kirchenasyl zu gewähren. „Die Familie mit zwei Kindern hat in den Jugendräumen gewohnt und mit uns Toiletten und Essensräume benutzt“, sagt Sigrid Otto von der freien evangelischen Gemeinde. Ein Jahr wohnte die Familie dort, vor sechs Wochen ist sie in eine Wohnung gezogen.

Auf welch vielfältige Weise die religiösen Gemeinschaften die Flüchtlinge unterstützen, lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe der Frankenberger Allgemeinen.

 

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