Beim Rosenthaler Grenzgang Bürgermeister „gestutzt“

Fachmann für Grenzsteine: Helmuth Vaupel informierte die Wanderer über Geschichte und Bedeutung der alten Steine.

Rosenthal. Gut 100 Wanderfreunde nahmen an der ersten von geplanten drei Grenzgang-Etappen Rosenthals teil.

Die Veranstaltung steht im Zusammenhang mit der 675-Jahr-Feier der Stadt und wurde vom Verein für Heimatpflege ausgerichtet.

Angefangen an der ehemaligen Forstkirche an der Straße nach Frankenberg ging es gute fünf Stunden durch Feld und Wald Richtung Wasserscheide (Lahneinzugsgebiet und Weserwasserregion). Weiter ging es durch Holzrückewege, die nicht gerade zum Wandern vorgesehen waren und den Teilnehmern einige Geschicklichkeit abverlangten. „Wir befinden uns nicht weit weg vom 51. Breitengrad unseres Planeten“, informierte Otfried Vaupel, der sich zuvor kundig gemacht hatte.

Auf dem Hombühl bei Willershausen wurde Rast gemacht. Immer wieder gab es zwischendurch Infos zu den Grenzen und der historischen Besiedlung.

Am Nachmittag freuten sich vor allem die heißgelaufenen Füße, als die Seegerteichhütte und damit die verdiente Rast in Sicht kamen.

Da gab es auch Gelegenheit, sich über das Erlebte noch einmal auszutauschen. An der Forstkirche traten zum Beispiel drei Bottendorfer Bedienstete des hessischen Landgrafen auf, die herzlich zum Besuch ihres Theaterstückes über das Leben Landgraf Philipps einluden. An vielen Stellen waren die alten, bemoosten Grenzsteine zu erkennen, und die Wanderer erfuhren, dass das Säubern von Moos und Dreck verboten sei; das Entmoosen dieser Kleindenkmäler sei sogar eine Straftat.

Am „Dreiländereck-Stein Nr. 41“ von Rosenthal, Burgwald-Bottendorf und Gemünden wurden die Bürgermeister der drei Gemeinden auf diesen Stein „gestutzt“, wie der Fachausdruck heißt, damit ihr „Hinterer“ laut Brauch diese Grenzlage gut in Erinnerung behalte.(zmm)

Was es mit dem alten Brauch auf sich hat und wie die Tour weiterging, das lesen Sie in der gedruckten Montagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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