Kommentar zum Vorwurf des Wasserdiebstahls: "Früher wäre besser"

Philipp Daum über den Wasser-Fall in Rosenthal

Der Rosenthaler Stadtverordnete Wilhelm Detsch (CDU) hat unerlaubt Trinkwasser am Zähler vorbei entnommen. Die Stadt und er sagen, dass das unbewusst passiert sei.

Damit gilt Detsch augenscheinlich als entlastet. Er hätte sich aber früher zu dem Fall äußern müssen, findet HNA-Redakteur Philipp Daum:

Es mutet natürlich seltsam an, wenn ausgerechnet bei einem Stadtverordneten, der an vielen Debatten über ungeklärte Wasserverluste in seiner Stadt beteiligt war, eine fehlerhafte Entnahme von Wasser festgestellt wird.

Auf den zweiten Blick scheint es aber so zu sein: Wilhelm Detsch hatte keine Ahnung, dass auf seinem Grundstück Wasser unerlaubt am Zähler vorbei verbraucht wurde. Er hat die entstandenden Verluste für die Stadt sofort ausgeglichen. Und als Person des öffentlichen Lebens - das ist er nun einmal als Stadtverordneter - hat er sich nun auch erklärt und die auffallend niedrigen Verbrauchswerte, die in seinem Haus festgestellt wurden, begründet. Damit ist er seiner Pflicht als gewählter Volksvertreter nachgekommen.

Wilhelm Detschs einziges Versäumnis war: Er hätte sich früher zu diesem Fall äußern müssen. Damit hätte er die Anschuldigung, die es in Rosenthal immer wieder gab, er habe bewusst Wasser abgezapft, frühzeitig beenden können.

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