Er liebt die schwungvollen Stücke

Konrad Waßmuth spielte 62 Jahre in Roda die Orgel - nun hört er auf

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Nach 62 Jahren ist Schluss mit dem Orgelspiel in Roda: Konrad Waßmuth will aber weiterhin zuhause an seiner Elektro-Orgel spielen. 

Roda. Konrad Waßmuth sitzt vor seiner Elektro-Orgel, beginnt zu spielen und summt kaum hörbar die Melodie zum Lied mit. Doch nun hört er auf. Mit seinen 90 Jahren geht er in „Rente“.

Er beherrscht das Musikinstrument, das in seinem Haus steht. Doch Konrad Waßmuth spielt nicht nur zuhause die Orgel. Er ist Organist in der Kirche in Roda – und das seit 62 Jahren. 

„All die Jahre hatte ich immer Spaß an der Sache“, sagt Waßmuth. Im Jahr 1957 fing alles an – zu dieser Zeit gab es keinen Organisten in Roda. Eines Tages sprach ihn der damalige Pfarrer Helmut Müller an.

Er wusste, dass der heute 90-Jährige musikalisch interessiert ist und bereits Akkordeon und Geige spielt. „Also nahm ich Unterricht für Klavier und Orgel. Zuvor konnte ich das noch gar nicht spielen,“ sagt Waßmuth. Von da an spielte er jeden Sonntag in der Kirche in Roda. „Außer wenn wir im Familienurlaub waren. Dann musste eine Vertretung her“, sagt Ehefrau Elisabeth Waßmuth.

Auch die Kinder spielen Instrumente

Besonders gerne spielt der Organist die Lieder „In dir ist Freude“ und „Ich freue mich in dem Herrn“ – „Die Stücke sind schwungvoll, das gefällt mir sehr gut.“ Bei bekannten Liedern singe die Gemeinde auch immer wieder mit. Waßmuth selbst allerdings nicht. Er konzentriert sich in der Kirche lieber voll und ganz auf sein Spiel.

Auch seine drei Kinder haben Klavier und Orgel gelernt. Zwei von ihnen spielen auch heute noch Orgel. „Musik war bei uns immer ein Thema“, sagt Waßmuth.

Ehefrau Elisabeth freut sich immer, wenn die Musik im ganzen Haus zu hören ist. Die 82-Jährige singt auch gerne mal mit: „Dann weiß ich bereits vor den Gottesdiensten, wie es geht.“

Manchmal sei sie dann aber doch ein bisschen genervt, wenn ihr Mann ein Lied einübe und das überall zu hören sei. „Man muss das Stück erstmal lernen. Bis alles richtig klingt, dauert es natürlich ein bisschen. Aber wenn das dann sitzt, macht es mir viel Freude“, sagt Elisabeth Waßmuth mit einem Lachen im Gesicht.

Zuhause spielt er weiter

Auch wenn Konrad Waßmuth nun nicht mehr als Organist in der Kirche zu hören sein wird: Die Musik wird auch weiterhin im Haus der Familie erklingen. Denn sein Hobby will der ehemalige Waldarbeiter nicht aufgeben.

Ein Nachfolger für den 90-Jährigen wurde übrigens noch nicht gefunden. Es fehlt an Nachwuchs. „Da wird man nun erstmal auf Vertretungen angewiesen sein“, sagt der Waßmuth.

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