Haus muss erst umfassend saniert werden

Heruntergekommene Pension Jasmin wieder als Flüchtlingsunterkunft im Gespräch

Könnte erneut eine Flüchtlingsunterkunft werden, zunächst muss sie aber aufwändig saniert werden: Die frühere Pension Jasmin in Roda steht schon seit etlichen Jahren leer und ist in einem schlechten Zustand. Der Eigentümer will das Objekt jetzt verkaufen. Foto: Daum

Roda. Seit vielen Jahren gammelt die frühere Pension Jasmin in Roda vor sich hin. Nun hat der Eigentümer des Areals eine Anzeige in der Zeitung geschaltet. Er bietet das Gebäude samt Grundstück zum Verkauf an und weist darauf hin, dass für das Objekt eine Genehmigung für ein Fremdenheim vorliege.

Schon einmal war die frühere Pension, die sich laut Eigentümer auf einem 4300 Quadratmeter großen Grundstück am Waldrand befindet, 29 Zimmer hat und über eine Wohnfläche von 550 Quadratmetern verfügt, eine Unterkunft für Asylbewerber. Das war in den 1980er- und 1990er-Jahren.

Dass das Haus wegen steigender Flüchtlingszahlen tatsächlich wieder zu einer Herberge für Asylsuchende werden kann, ist nicht ausgeschlossen. Das geht aus einer HNA-Anfrage beim Landkreis Waldeck-Frankenberg hervor. Dieser schreibt: „Bezüglich der ehemaligen Pension Jasmin wurde eine Bauvoranfrage für eine Flüchtlingsunterkunft an den Kreis gestellt, die am 8. Januar 2016 genehmigt wurde. Das Haus ist allerdings stark sanierungsbedürftig und kann nur unter erheblichem baulichem Aufwand und unter Beachtung vieler Auflagen - insbesondere brandschutztechnischer Anforderungen - als Flüchtlingsunterkunft hergestellt und genutzt werden.“

Für diese Renovierung ist laut Landkreis jedoch ein Bauantrag erforderlich. Dieser liege bislang noch nicht vor. „Somit kann das Haus derzeit auch nicht als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden. Im aktuellen Zustand kommt das Gebäude nicht für die Unterbringung von Flüchtlingen infrage, nach entsprechender Renovierung jedoch durchaus“, schreibt der Landkreis.

Diese Aussage bestätigt auch der Eigentümer der früheren Pension Jasmin, der namentlich nicht genannt werden will. „Ich habe bewusst eine Bauvoranfrage beim Landkreis gestellt, damit gewährleistet ist, dass für das Haus eine entsprechende Baugenehmigung erteilt wird und es danach im Zuge einer Renovierung erneut als Flüchtlingsunterkunft hergerichtet werden kann“, sagt er.

Welchen Kaufpreis er für die frühere Pension bekommen will und wie hoch die Kosten für eine Sanierung des Gebäudes letztlich sein werden, darüber hüllt sich der Eigentümer gegenüber der HNA in Schweigen. „Hier irgend etwas kund zu tun, wäre kontraproduktiv, schließlich führe ich gerade mit potenziellen Käufern Verhandlungen. Es gibt aktuell mehrere Interessenten, die genau unter der Maxime anrufen, dass sie das Gebäude als Flüchtlingsunterkunft herrichten wollen“, sagt der Eigentümer.

Auf die Frage, warum er das Haus nicht gleich selbst als Flüchtlingsunterkunft ausbauen will, sagt der Eigentümer: „Ich leben schon seit vielen Jahren im Ausland und habe mit der Immobilie in Roda überhaupt nichts mehr zu tun. Ich möchte sie einfach nur verkaufen.“

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