Mit viel Stoff zum Lästern

Theatergruppe Roda führte Stück über das Dorfjubiläum auf

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Das wird was für die Ewigkeit: Michael Hallenberger, Volker Linne, Lars Albrecht und Nils Albrecht beim Maibaum-Aufstellen. Eine Szene aus dem Rodaer Theaterstück über die Jubiläumsfeier des Dorfes. 

Roda. Die Theatergruppe Roda kam am Samstagabend gut an mit ihrem selbst geschriebenen Stück über das Dorfjubiläum.

Ist es wirklich so gewesen oder hätte es zumindest so gewesen sein können? 25 Jahre nach den Feiern zum 675-jährigen Bestehen Rodas gerät im Kopf einiges ein bisschen durcheinander: Die von der Rodaer Theatergruppe selbst verfasste Komödie „Rodafiction 2043“ bildete den krönenden Abschluss des Jubiläumsjahrs 2018 und begeisterte die Besucher.

Als Rahmenhandlung des Stücks hecheln Hilde und Erna Strümpfe stopfend noch einmal das Jubiläumsjahr durch und bekommen durch viele Gläschen Eierlikör („Do geht no einer“) immer bessere Stimmung. Köstlich hier auch „Butler“ Jörn, der die Damen im Tänzel-Rhythmus des Rosaroten Panthers immer wieder nach vorne dirigierte.

Silvester 2017 wurde mit gemischtem Publikum gefeiert: Während die einen glutenfreies Radler bestellten, verlangten die anderen Wodka in größeren Mengen. Der Vortrag von Prof. Becker zur Geschichte Rodas kam auf allen Seiten gut an; die Anspielungen auf die Haus- und Familiennamen begeisterten selbst die Jugendlichen.

Stoff für viele Lästereien lieferte das Aufstellen des Maibaums, hätte das stabile Fundament doch auch einem zweiten Eiffelturm alle Ehre gemacht.

Die Woche mit dem Kohlenmeiler gefiel allen super, hätte nicht am letzten Tag noch die Feuerwehr ausrücken müssen. „Es gibt nichts, was ein Likörchen nicht wieder gutmachen kann“, prosteten Hilde und Erna, die damit nicht nur die abgefackelten Haare der Einsatzkräfte meinten. Oder hatten sie vielleicht doch ein Gläschen zu viel gekippt?

Das Festwochenende mit Seniorennachmittag und Kinderbelustigung brachte die unterschiedlichen Generationen auf die Bühne. Während die einen sich in Fremdwörtern übten („Die Gladiatoren blühen in allen Farben“), amüsierten sich die anderen beim Seilspringen mit frechen Reimen. „675 Jahre Roda“: Das hieß auch durchzechte Nächte mit unfreiwilliger Übernachtung im Feld.

Das Dorffest im September sollte den Höhepunkt des Festjahrs darstellen. Leider schüttete es von der ersten bis zur letzten Minute. Das war bitter für die Veranstalter, doch in der Erinnerung von Hilde und Erna verklärte sich das Regengrau, hatten sie doch hauptsächlich ein Auge für die gelenkigen Tänzer der „Hemotions“. „Die knackigen Kerlche hätte man sich den ganzen Tag angucke könne“, schmunzelte Erna. Der Name ist eine Anspielung auf die Rodaer Frauentanzgruppe Emotions

Das Theater-Casting lockte die unterschiedlichsten Typen nach Roda, zum Beispiel Willi aus Willingen, der einen Witz nach dem anderen heraussprudelte, oder den Buchstabenverwechsler („Ich wurde natschklass,1 aber ich habe mich lachgeschlappt“) und einen Magier, der über seine eigenen Tricks erschrak. „Du hast schwach angefangen und dann stark nachgelassen“, urteilte die Jury streng über den Schnulzensänger Gisi.

Eine weitere Silvesternacht stand bevor, und die lieferte mit ihren Katastrophen quasi minütlich Stoff für eine Sondersendung der Tagesschau.

Von Marise Moniac

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