Rosenthaler Brandruine soll weg: Haus wurde versteigert

 Archivfoto: mjx

Rosenthal. Leerstand, Brand, dann leerstehende Brandruine: Schon seit vielen Jahren ist das Fachwerkhaus am Fischtor kein Schmuckstück mehr. Jetzt hat es neue Eigentümer.

Die wollen es langfristig abreißen lassen. Das teilen die neuen Besitzer auf HNA-Anfrage mit.

Dabei hat das Haus eine lange Geschichte und war eines der ältesten Fachwerkhäuser in Rosenthal. Seit etwa zehn Jahren aber steht das Gebäude leer, es verfiel immer mehr. Anfang 2013 gab es jedoch einen Hoffnungsschimmer: Es fand sich ein Mieter, der das Haus sanieren wollte.

Doch schon wenige Wochen später zerschlug sich der Traum von der Sanierung: Am 11. März 2013 bricht gegen 2 Uhr ein Feuer aus. Der Bewohner wird durch einen Knall rechtzeitig wach und kann das Haus unversehrt verlassen. Gleichzeitig haben Nachbarn bei ihm Sturm geklingelt. Schnell steht der gesamte Dachstuhl in Flammen. Die Feuerwehr rückt zügig an, schützt die dicht besiedelte Innenstadt erfolgreich, das Haus aber brennt völlig aus. Die Brandursache kann laut Polizei nie abschließend geklärt werden, Brandstiftung wird aber ausgeschlossen.

Stadt wollte Haus kaufen 

Mit dem wirtschaftlichen Totalschaden erlosch laut Landkreis-Sprecher Hartmut Wecker auch der Denkmalschutz. Das Haus hätte also abgerissen werden können, doch das passierte nicht. Der Grund sei das Desinteresse des Eigentümers, der in Nordrhein-Westfalen lebt, sagt Bürgermeister Hans Waßmuth. Im Haushalt der Stadt sei sogar ein Posten für Kauf und Abbruch aufgenommen worden, das Kaufangebot habe aber kein Gehör gefunden. Nach einiger Zeit sei der Kontakt zum Eigentümer komplett abgebrochen.

Brannte völlig aus: Das Haus am Fischtor am frühen Morgen des 12. März 2013.

Das Gebäude war ohne Dach schutzlos der Witterung ausgesetzt. Darunter litt auch die Stabilität des Gebäudes im Laufe der Jahre, sagt Waßmuth. So seien etwa Eternitplatten abgebrochen und auf ein Nachbargrundstück gefallen. Daraufhin habe man erneut den Eigentümer kontaktiert. Doch auch dieses Mal lehnte dieser den Verkauf ab.

Darauf habe sich die Stadt nur noch mit einer Zwangsversteigerung zu helfen gewusst, sagt Waßmuth. Ein Gutachter sei mit der Wertschätzung vom Gericht beauftragt und ein Versteigerungstermin angesetzt worden. Mit dem Gebot des Mindestbetrages habe ein Bieter aus Rosenthal beim Versteigerungstermin den Zuschlag erhalten.

Mit der Ersteigerung gehen alle Rechte und Pflichten auf den neuen Eigentümer über. Dazu gehört auch die Gebäudesicherung zu den Nachbargrundstücken, zur öffentlichen Straße hatte die Stadt die Sicherung übernommen. „Ich freue mich, dass das Gebäude von den neuen Besitzern gesichert wurde und jetzt keine Gefahr von dem Haus mehr ausgeht“, sagt Waßmuth.

Der Investor, die Familie Ruckert aus Rosenthal, will das Gebäude langfristig abreißen und das Gelände wieder herrichten, teilte ein Familienmitglied der HNA mit.

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