Rosenthaler Michael Lay verlegt seit 30 Jahren kostenloses Heft über Vögel

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Begeisterter Hobby-Ornithologe: Michael Lay mit der kompletten Sammlung seiner Vogelkundlichen Heften und einigen seiner Exponate.

Rosenthal. Wo nisten in Rosenthal die Turmfalken? Was ist ein Neuntöter? Fragen wie diese kann Michael Lay beantworten. Seit 1987 verlegt er das Vogelkundliche Heft für Rosenthal.

Den 48-Jährigen haben schon in seiner Kindheit die Piepmätze vor der Fensterscheibe fasziniert: „Begonnen hat es mit der Winterfütterung. Ich wollte dann wissen, was die Vögel machen, wenn sie nicht bei uns am Häuschen fressen.“ Bei seinen ersten ornithologischen Schritten wurde er auch von seinem Biolehrer Gerhard Kalden ermutigt und später von Berufsschul-lehrer Walter Mengel. Inzwischen sieht Lay, der als Geschäftsführer bei Balzer arbeitet, sein Hobby auch als „Gegengewicht zum hektischen Alltagsleben“.

Seit 1987 werden die Beobachtungen in einem Heft gesammelt und veröffentlicht, sagt Lay. Aus handschriftlichen Notizen sind inzwischen digitale Werke geworden. Und aus Lay und ein paar Freunden eine Ortsgruppe des Nabu, bei der 25 Mitglieder vogelkundliche Daten sammeln. Lay ist Vorstandsmitglied.

In den Heften wird vermerkt, welche Arten vor Ort leben, welche „Durchzügler“ im Burgwald Pause machen und wie erfolgreich die Brut ist. Für besondere Aufregung sorgen dabei seltene Gäste wie die Moorente, die Ende April Pause im Naturschutzgebiet Merzhäuser Teiche machte.

Ein seltener Gast: Der Gartenrotschwanz. Inzwischen ist die Art so selten, dass sie auch Paarungen mit der verwandten Art der Hausrotschwanz eingeht. Ein solcher Hybrid zog 2016 seine Jungen in Rosenthal auf. Eine Beobachtung, die für Michael Lay etwas „ganz Besonderes“ war.

Mit Hilfe der Dokumentation lassen sich auch Langzeit-Entwicklungen aufzeigen. Ein Beispiel: Viele Zugvögel kommen inzwischen früher als vor 30 Jahren. Bei manchen Arten seien es bis zu 14 Tage, sagt Lay.

Insgesamt habe man im vergangen Jahr 114 verschiedene Vogelarten in Rosenthal nachweisen können. Bundesweit gebe es ungefähr 250 Arten. „Aber da haben wir im Burgwald ein wenig Pech von der Geographie her“, sagt Lay. Es fehlten viele der Wasservogelarten, die zum Beispiel am Edersee zu finden seien.

Während die Artenvielfalt in Rosenthal seit Jahrzehnten konstant ist, nehme die Zahl der Individuen ab, sagt Lay. Insbesondere bei Insektenfressern und Langstreckenzüglern bestätigten die Beobachtungen einen bundesweiten Trend, sagt Lay.

Doch es gibt auch viele positive Nachrichten aus der Rosenthaler Vogelwelt. Etwa vom seltenen Neuntöter, ein Singvogel mit Appetit auf Insekten, kleine Säugetiere und andere Vögel. Sein Bestand hat sich laut Lay erholt, 18 Reviere konnten 2016 nachgewiesen werden. 2000 waren es nur neun. Ein persönlicher Höhepunkt war für die Lay die Brut von Turmfalken. Die fand nämlich 2016 an seinem Wohnhaus in der Feldgasse statt.

Das Heft als PDF kann jeder kostenlos per E-Mail an nabu.rosenthal@web.de anfordern.

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