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Rosenthals Bürgermeister Waßmuth vor dem Ruhestand: So sieht er seine Amtszeit

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Von: Susanna Battefeld

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Der scheidende Rosenthaler Bürgermeister Hans Waßmuth räumt derzeit sein Büro auf. Hier hält er den Haushalt 2004 in der Hand - der erste in seiner Amtszeit.
Der scheidende Rosenthaler Bürgermeister Hans Waßmuth räumt derzeit sein Büro auf. Hier hält er den Haushalt 2004 in der Hand - der erste in seiner Amtszeit. © Susanna Battefeld

„Es hat alles irgendwie funktioniert“, sagt Rosenthals Bürgermeister Hans Waßmuth (Landkreis Waldeck-Frankenberg). Zum Ausscheiden aus dem Amt blickt er im Interview auf die 18 Jahre als Verwaltungschef zurück.

Rosenthal – Rosenthals Bürgermeister Hans Waßmuth (CDU) geht in wenigen Tagen nach 18-jähriger Amtszeit als Rathauschef in den Ruhestand. Sein letzter Arbeitstag ist am kommenden Freitag, 18. Februar. Offiziell verabschiedet wird der 65-Jährige am 25. Februar. Sein Nachfolger wird Stefan Jakob (CDU), der seinen Dienst am 1. März antritt. Im Interview mit der HNA zieht Hans Waßmuth Bilanz.

Herr Waßmuth, wie geht es Ihnen kurz vor Eintritt in den Ruhestand?

Richtig gut: Ich bin gesund, glücklich und zufrieden.

Was hat Sie im Job des Bürgermeisters die meisten Nerven gekostet?

Dass sich bei vielen Dingen, die man anstoßen will, die Beratung und Umsetzung über viele Jahre hinziehen.

Was hat am meisten Spaß gemacht?

Am Ende den Erfolg zu sehen. So wird zum Beispiel der neue Radfernweg R6 gut genutzt und verbindet Rosenthal noch besser mit Langendorf.

Vor 18 Jahren: Bürgermeister Hans Waßmuth (sitzend) an seinem ersten Arbeitstag im Rosenthaler Rathaus zusammen mit den Mitarbeitern (von links) Lothar Lichtenfeld, Helga Engel, Erwin Peter, Brigitte Hennrich und Heinz-Peter Schäfer. archivFOTO: ALEXANDRA HELMUS/nh
Vor 18 Jahren: Bürgermeister Hans Waßmuth (sitzend) an seinem ersten Arbeitstag im Rosenthaler Rathaus zusammen mit den Mitarbeitern (von links) Lothar Lichtenfeld, Helga Engel, Erwin Peter, Brigitte Hennrich und Heinz-Peter Schäfer. © Alexandra Helmus

Was sehen Sie als Ihre größten Erfolge?

Dass es gleich zu Beginn meiner Amtszeit gelungen ist, das Schwimmbad hier in Rosenthal wieder in Betrieb nehmen – und das in finanziell schwierigen Zeiten. Es gab keine Fördermittel damals. Auch die Straßen in alle Richtungen sind inzwischen in Ordnung. Ich bin zufrieden, dass die Infrastruktur sich gehalten hat. In der politischen Zusammenarbeit hat es einen Wandel gegeben: Wir denken nicht parteipolitisch, sondern nehmen alle als Mensch mit. Das Miteinander ist wesentlich harmonischer geworden in den vergangenen Jahren.

Was würden Sie im Nachhinein anders machen?

Es hat alles irgendwie funktioniert. Ich kenne keine Person, die mir was Böses will, und kann ganz beruhigt in Rente gehen. Das Schicksal hat es gut mit mir gemeint: Ich bin immer die Treppe hochgestolpert. Der berufliche Wechsel kam vor 18 Jahren genau richtig. Ich konnte ohne Gegenkandidat antreten.

Gibt es Ziele, Ideen oder Projekte, die Sie gerne noch umgesetzt hätten?

Die Sanierung der Sport- und Kulturhalle beschäftigt mich schon seit Beginn meiner Amtszeit, die hätte ich gerne noch abgeschlossen. Auch hätte ich mir gewünscht, dass das Baugebiet in der Kirchhainer Straße schon erschlossen wäre.

Bedauern Sie, dass Sie das noch bis 2024 laufende Dorfentwicklungsprogramm nicht mehr als Bürgermeister begleiten?

Ich weiß: Alles dauert, alles kommt – auch ohne mich. Die Dorferneuerung wird noch einiges verändern. Da ich weiß, dass es gut weitergeht, kann ich mittendrin aufhören.

Verabschieden Sie sich nun komplett vom Berufsleben oder haben Sie schon einen Rentner-Job im Auge?

Vom Berufsleben verabschiede ich mich komplett. Ich werde aber weiterhin ehrenamtlich in Vereinen tätig sein. Im Mittelpunkt stehen künftig eher die Familie und private Ideen.

Würden Sie sagen, dass Ihre Familie in den vergangenen 18 Jahren zu kurz gekommen sind?

Die Familie ist während der gesamten 50 Arbeitsjahre zu kurz gekommen. Ich bin schon immer gerne arbeiten gegangen und habe nie so auf die Zeit geachtet. Meine Frau hat so manches Mal auf mich warten müssen.

Sie sind im Chor und im Wanderverein aktiv und haben bei der Landjugend getanzt. Wo wird man Sie in Zukunft in Rosenthal sehen?

Natürlich beim Wandern und Singen sowie auch bei möglichen Aktionen des CDU-Stadtverbandes. Und ich bin weiterhin Mitglied beim Heimatverein.

Werden Sie sich auch weiterhin politisch engagieren?

Ich bin Mitglied im CDU-Stadtverband und werde mich dort weiter einsetzen. Allerdings habe ich nicht vor, mich für einen Magistratsposten oder als Stadtverordneter zu bewerben. Ich plane nicht mehr, politisch aktiv zu werden.

Nach 18 Jahren als Bürgermeister darf ein Ratschlag an den Nachfolger erlaubt sein. Welchen Rat geben Sie Stefan Jakob?

Wir haben bereits seit langer Zeit einem gemeinsamen politschen Weg, so dass kein Rat notwendig wird. Wir haben bisher alles gut miteinander gemacht und nun darf/muss er die Sache mit der Digitalisierung machen. Online-Zugangsgesetz und Digitalisierung überlasse ich meinem Nachfolger gern.

Gibt es eine besondere Anekdote aus Ihren 18 Amtsjahren?

An ein schönes Ereignis erinnere ich mich immer wieder gern: Zu Beginn meiner Bürgermeistertätigkeit wurde die Entwässerungssatzung neu beraten. Für die Abwasserbeseitigung mussten die Kläranlagen gebaut und abgerechnet werden. Drei junge Menschen – jeweils ein Mädchen aus jedem Stadtteil – haben mir einen kleinen Apfelbaum geschenkt – der noch wachsen sollte wie der Zusammenhalt der Stadtteile. Ich glaube, dass der Wunsch in Erfüllung gegangen ist. (Susanna Battefeld)

Zur Person

Hans Waßmuth wurde am 12. Oktober 1956 in Rosenthal geboren. Er war 30 Jahre lang Bilanzbuchhalter der Firma Möscheid in Rosenthal, ehe der damalige Erste Stadtrat am 1. März 2004 Bürgermeister seiner Heimatstadt wurde; er war mit 79 Prozent der Stimmen ohne Gegenkandidat zum Nachfolger von Holger Straub gewählt worden. 2009 wurde er mit 86 Prozent wiedergewählt, 2015 mit 83 Prozent für die dritte Amtszeit – beide Male wieder ohne Gegenkandidat.

Waßmuth ist seit 1978 mit seiner Frau Lydia verheiratet, das Paar hat vier Kinder: Christian, Diana, Anne Karina und Lena. Die Hobbys des 65-jährigen Familienvaters sind Wandern und Singen, er hört am liebsten Blas- und Volksmusik und liest gern Mittelalter-Romane. Waßmuth ist Kassierer im Verein für naturnahe Erholung und im Jagdvorstand. (bs)

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