Wasser-Fall in Rosenthal: CDU-Fraktionschef wehrt sich gegen Verurteilungen

Wasser-Fall in Rosenthal: Dirk Golde, Fraktionschef der CDU, wehrt sich gegen Pauschalverurteilungen. Foto: dpa

Rosenthal. Der Wasser-Fall in Rosenthal schlägt angesichts der immer noch vorkommenden Wasserverluste in der Kernstadt weiter hohe Wellen.

Mittlerweile müssen sich Stadtverordnete der CDU-Fraktion mit Vorwürfen auseinandersetzen, sie würden die ganze Geschichte unter den Teppich kehren.

Zur Erinnerung: Am 14. Januar berichtete die HNA über den CDU-Stadtverordneten Wilhelm Detsch. Dieser musste sich gegen den Vorwurf der unerlaubten Wasserentnahme zur Wehr setzten, weil ein anonymer Bürger aus Rosenthal ihm „einen bewussten Wasserdiebstahl“ vorgeworfen hatte und damit an die Öffentlichkeit gegangen war.

Dirk Golde

Die HNA erfuhr damals von Bürgermeister Hans Waßmuth (CDU), dass unter anderem auf dem Anwesen der Familie Detsch für das Abrechnungsjahr 2013 tatsächlich ein auffallend niedriger Wasserverbrauch festgestellt worden war. Waßmuth betonte, dass es sich dabei aber um keinen vorsätzlichen Diebstahl an der Uhr vorbei, sondern um eine unbewusste Entnahme gehandelt habe. Außerdem sei die unbewusst entnommene Menge Wasser großzügig und anstandslos nachbezahlt worden.

Wilhelm Detsch versicherte damals gegenüber der HNA, dass er die fehlerhafte Wasserentnahme nicht gemerkt habe und dass ein unbemerkt aufgegangenes Provisorium schuld daran gewesen sei. Er entschuldigte sich für das Versehen und stellte klar, dass der Stadt kein Schaden entstanden sei.

Nun meldet sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Dirk Golde zu Wort. „Wir haben den Fall in unserer Fraktion intensiv aufgearbeitet. Sowohl Wilhelm Detsch als auch der Bürgermeister haben uns, nachdem der Vorwurf öffentlich geworden war, versichert, dass kein bewusster Diebstahl passiert sei. Es habe eine Prüfung mit dem Wassermeister auf dem Anwesen Detsch gegeben.

Dort sei festgestellt worden, dass es keine bewusste Entnahme gewesen sei“, berichtet Golde und fügt hinzu: „Wir, die Stadtverordneten, waren weder vor Ort bei dem Betroffenen noch haben wir das Zahlenwerk abrechnungsmäßig gesehen. Uns lag ausschließlich die Aussage des Bürgermeisters vor. Eine rechtliche Prüfung des bereits verwaltungsmäßig abgeschlossen Falles durch den Hessischen Städte- und Gemeindebund ergab eine Rechtmäßigkeit des Verwaltungsaktes.“

Dem Rosenthaler CDU-Fraktionschef geht die ganze Geschichte sehr nahe. „Das gilt auch für meine Fraktionskollegen“, sagt er und erklärt: „Wir sind in den letzten Wochen häufiger auf diesen Fall angesprochen worden. Das ist auch in Ordnung, das müssen wir aushalten. Allerdings kam es auch immer mal zu Pauschalverurteilungen. Rosenthaler warfen uns vor, dass wir Stadtverordneten alle korrupt seien und alles unter den Teppich kehren würden“, sagt Golde. „Das entspricht überhaupt nicht der Wahrheit und geht eindeutig zu weit. Wir sind alle ehrenamtlich tätige Kommunalpolitiker und setzen uns viele Stunden dafür ein, dass Rosenthal lebenswert bleibt. Daher ist es für uns derzeit ernüchternd, wenn uns etwas vorgeworfen wird, was einfach nicht stimmt.“

Golde macht deutlich, dass sich seine Fraktion wieder um Sachthemen kümmern wolle. „Das ist unsere Aufgabe und die nehmen wir sehr ernst, um Rosenthal weiter voranzubringen.“

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