Neues Album aus Großbritannien

Tiefdruck mit Disco Vibes - Royal Blood: Typhoons

Royal Blood: Typhoons
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Royal Blood: Typhoons

Die englische Band Royal Blood spielt weiterhin raue Riffs, lässt aber auf ihrem dritten Album „Typhoons“ erstmals einen frischen Disco-Wind fegen.

Royal Blood schielt auf alte Disco- und French-House-Platten im Stil von Cassius oder Daft Punk. Sänger/Bassist Mike Kerr und Schlagzeuger Ben Thatcher lassen schon beim funkigen Opener „Troubles Coming“ ein mächtiges Tiefdruckgebiet aufziehen. Der düstere Vibe in Kombination mit treibenden Drums und eingängigen Melodien lassen den eingängig poppigen, aber kaum glatten Rock los.

Neben den geschmackvoll beigemischten Synthesizern veredeln die souligen Stimmen der Background-Sängerinnen den Sound. So geraten nicht nur der Titeltrack, sondern vor allem „Oblivion“ zum Highlight, das auch einen Zug 90er-Grunge atmet. Noch tanzanimierender bittet „Boilermaker“ unter die Discokugel.

Die Riffs als Grundstruktur des zuweilen spontan mitreißenden Rocks entstehen nur mit verzerrtem Bass – ganz ohne E-Gitarre. Trotzdem entsteht ein fetter, düsterer Sound – passend zum Bandnamen sowie zum Thema einiger Songs. Mit diesen arbeitet Mike Kerr glaubhaft seine Alkohol- und Drogensucht ab. Die herrlich grollenden Bassriffs kommen bei „Who Needs Friends“ besonders gut zum Tragen. Und nach all den Adrenalinschüben beruhigt die Klavierballade „All We Have Is Now“ und zeigt Verletzlichkeit mal auf sensible Weise.

Der energiegeladene Sound von Royal Blood hat sich gewandelt - vom rotzig tosenden Garagensound hin zum massentauglich feinsinnigeren Pop-Rock. Ein gelungener Mix, der zur Sommerparty passt.

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