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Mix mit Tiefe - Santigold: Spirituals

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Von: Achim Rosdorff

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Santigold: Spirituals.
Santigold: Spirituals. © Little Jerk Records / Cargo

Santigold (Santi White) aus Philadelphia lädt zum fantasievollen Indie-Pop-Trip. Ihr Album „Spirituals“ ist Club-Musik und elektrisierende Entdeckungsreise.

Der Albumtitel deutet auf die spirituellen, hoffnungsvollen Gesänge der afrikanischen Sklaven, die von einem freien Leben träumten. Die oft düsteren oder kämpferischen, oft gesellschaftskritischen Texte, haben die zahlreichen Produzenten – darunter SBTRKT, Alex Ridha, Spank Rock und Rostam – in wunderbar facettenreiche Klänge gehüllt. Getragen von eher abgespeckten Hip Hop-Beats, leben die Songs vom variablen, mit Sequencern aufgepeppten Gesang. Mit teils üppigem Hall entstehen fantasievolle Erfahrungswelten wie „Witness“, das obendrein mit orientalischem Touch zur Fantasiereise lädt.

Starke Momente liefert „Shake“ mit seinem abgefahrenen, fast jazzigen Rhythmus. Und „High Priestess“, das mal tief gesungen und griffig treibend ins Mark geht, ja, hypnotisch eindringlich auf den Dancefloor zieht. Dort wird mit „Fall First“ sogar mit Rhythmusgitarre und Achtelrhythmus erfrischend übermütig geradeaus gerockt. Getragener, aber kaum entspannter bringt das atmosphärisch dichte, mit Piano veredelte „The Lasty“ auf beinahe balladeske Art zerbrechliche Gefühlswelten nah. Trotz elektronischer Soundverspieltheit schwingt bei vielen Songs Santis Liebe zu Pop und Punk der 80s mit, sie schwärmt von The Cure und Talking Heads, aber auch von der alten Soul-Ikone Nina Simone. Ein Mix aus naiver Spontanität und gefühlsechter Tiefe, der den Indie-Pop eindringlich macht.

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