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Satte Bässe und Beats beim Heimat- und Museumsverein Mengeringhausen

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Von: Jonas Bremmer

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Eine ausgefeilte Hip Hop Choreografie unter der Erntekrone präsentieren die Mitglieder des Heimat- und Museumsvereins Mengeringhausen.
Eine ausgefeilte Hip Hop Choreografie unter der Erntekrone präsentieren die Mitglieder des Heimat- und Museumsvereins Mengeringhausen. © Verlag

Spiel, Spaß und Spannung – die Waldeckische Landeszeitung ist wieder auf „Sommertour“. Das WLZ-Team mit Verena Niemann und Patrick Böttcher besucht diesmal 18 Vereine, eine fröhliche Aktion zum Mitmachen und Gewinnen – unterstützt von der Waldecker Bank.

Forderten im vergangenen Jahr noch die Vereine mit vielen tollen Ideen den Mut und das Können des WLZ-Teams heraus, so ist es diesmal umgekehrt: Unter dem Motto „Waldeck wettet, dass...!“ haben sich die Entertainer der Heimatzeitung selbst die Aufgaben ausgedacht, um die Mannschaft der Gastgeber zu fordern. Also ein lustiges, kniffliges oder sportliches „Spiel ohne Grenzen“.

Konzentration vor der Choreo: Die Mitglieder des Heimat- und Museumsvereins Mengeringhausen in historischen Kostümen.
Konzentration vor der Choreo: Die Mitglieder des Heimat- und Museumsvereins Mengeringhausen in historischen Kostümen. © Verlag

Die Wette

Moderne Hip Hop Beats und historisches Ambiente – passt das zusammen? Natürlich nicht, werden viele denken und daher wettet Waldeck, „dass der Heimat- und Museumsverein Mengeringhausen es nicht schafft, einen Tanz zu Hip Hop Musik in historischen Kostümen aufzuführen.“ Das lassen die Mitglieder des Vereins nicht zweimal sagen. Im Nu legen sie die historischen Kostüme, die verschiedene Epochen und Stände repräsentieren, an und stellen sich im Museum Mengeringhausen – Haus und Handwerk auf. Zunächst stellt die Vorsitzende Ursula Jütte dar, wer das historische Gebäude seit dem Baujahr 1666 geprägt hat. Als da wären der Bauherr Johann Otto Wüsten und seine Familie, Damen des Arolser Hofes, die in den 1700er Jahren in der gegenüberliegenden Apotheke einkauften, die Familie Jakob Thorspecken, die das Haus in den 1800er Jahren bewohnt hat, der Schäfer und Nachtwächter Fingerhut sowie die Bauernfamilie Meuser, die das Haus über vier Generationen geprägt hat.

Und los geht´s: Die Musik beginnt, und die Vereinsmitglieder starten ihre Choreografie. Zugegeben: Etwas merkwürdig sieht es schon aus, wenn plötzlich Hofdamen, Edelleute und einfaches Volk aus den letzten vier Jahrhunderten eine Choreo zu modernen Hip Hop Rhythmen vorführen. Früher hätten die Tänze unter der Erntekrone sicherlich anders ausgesehen. Aber so bleibt nur festzuhalten, dass die Wette einwandfrei gewonnen ist. Und eines muss an dieser Stelle festgehalten werden: Obwohl sich der Verein und seine Mitglieder darum bemühen, Historisches und Traditionen zu bewahren und weiterzugeben, gehören sie längst nicht zum Alten Eisen. Im Hip Hop Slang würde man sagen: Fetten Respekt dafür!

Die Vorsitzende Ursula Jütte stellt die historischen Figuren vor, die von den Mitgliedern des Heimat- und Museumsvereins Mengeringhausen verkörpert werden.
Die Vorsitzende Ursula Jütte stellt die historischen Figuren vor, die von den Mitgliedern des Heimat- und Museumsvereins Mengeringhausen verkörpert werden. © Verlag

Regionale Geschichte hautnah erleben

Die 105 Mitglieder des Heimat- und Museumsvereins Mengeringhausen haben es sich zur Aufgabe gemacht, die historisch wertvollen Gebäudekomplexe Ackerbürgerhaus und Seilerei vor dem Verfall zu retten und die Nutzung als Haus- und Handwerksmuseum sicherzustellen. Der Verein ist Träger des Museums. Daher zählen die Museumsarbeit, das Werben in der Öffentlichkeit für die Ziele des Vereins, die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und die Beschaffung von Finanzierungsmitteln zu den wichtigsten Aspekten der Vereinsarbeit.

Das 1666 erbaute Haus ist als diemelsächsisches Ackerbürgerhaus der vermeintlich besterhaltene Prototyp eines solchen Hallenhauses. Der Vierständerbau mit seinem aufgesetztem Speicherstock und dem erhaltenen Innenraumgefüge stellt den Übergang zwischen ländlichem Dielenhaus und repräsentativem Bürgerhaus dar. Er ist damit von besonderem Wert und somit das größte Exponat des Museums.

Da Mengeringhausen im 17. und 18. Jahrhundert die Handwerkerstadt für das Fürstentum Waldeck war, zeigt das Museum viele interessante Exponate in den Abteilungen Haus- und Vorgeschichte, Stadt- und Garnisonsgeschichte, Handwerks- und Kunstgeschichte, Land- und Hauswirtschaft sowie Gesundheitswesen.

Das Haus bietet Platz für Werkzeuge und Werkstücke der Alltagskultur vorwiegend aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Es sind Zeugnisse von Bedürfnissen, Lebens- und Arbeitsweisen aus der Region, die heute zum Teil schon fremd sind. Als kleine Außenstelle des Museums wird das alte Seilereigebäude, ein technisches Denkmal, am Viadukt geführt.

Der Heimat- und Museumsverein zeichnet nicht nur für die Gebäudeerhaltung verantwortlich, sondern auch für den Besucherbetrieb. Von Mai bis Oktober gibt es regelmäßige Öffnungszeiten. Jeden zweiten und vierten Sonntag von 14 bis 17 Uhr hat das Museum geöffnet. Dann werden auch Führungen angeboten. Mittwochs können Besucher das Museum von 15 bis 17 Uhr erleben. Neben der Dauerausstellung finden pro Jahr ein bis zwei Sonderausstellungen zu lokalen Themen statt. Zu weiteren themenbedingten Veranstaltungen, wie dem „Internationalen Museumstag“ im Mai, im Sommer zum „Nostalgischen Kaffeetrinken aus Sammeltassen“ und im September zum „Tag des offenen Denkmals“ ist auch das Museumscafé geöffnet.

Die Exponate im denkmalgerecht sanierten Museum rufen bei vielen älteren Besuchern Erinnerungen hervor, aber auch dem jungen Publikum möchte der Museumsverein gerecht werden und hat deshalb die Pandemie genutzt, um sich zukunftsgerecht aufzustellen. So wurde eine digitale Präsentation am Touchscreen in Auftrag gegeben. Das virtuelle Museumsmaskottchen „Philipp“ begleitet hier durch die Ausstellung. Der digitale Museumsrundgang wird aktuell weiterentwickelt und ausgebaut.

Sommertour Gewinnspiel: Erkennen Sie den Ort/die Gemeinde an dem sich unser „Walazoni“ von walazone.de befindet? Dann spielen Sie mit und senden uns Ihre Antwort mit Ihren Kontaktdaten per E-Mail an sommertour@wlz-online.de oder per Post an WLZ, Sommertour, Lengefelder Str. 6, 34497 Korbach.
Sommertour Gewinnspiel: Erkennen Sie den Ort/die Gemeinde an dem sich unser „Walazoni“ von walazone.de befindet? Dann spielen Sie mit und senden uns Ihre Antwort mit Ihren Kontaktdaten per E-Mail an sommertour@wlz-online.de oder per Post an WLZ, Sommertour, Lengefelder Str. 6, 34497 Korbach.* © Verlag

Zum Verein

Heimat- und Museumsverein Mengeringhausen e.V.
Gründung: 23.02.1989
Mitglieder: 105
Vorsitzender: Ursula Jütte
Mitglied werden: Durch eine schriftliche Beitrittserklärung (liegt im Museum aus)
Kontakt: www.museum-mengeringhausen.de

Zur Sommertour

Vereine, die bei der Sommertour mitmachen, bekommen eine Spende in Höhe von 300 Euro. Die Veröffentlichung der Videos unter www.sommertour.waldeckische-landeszeitung.de und die redaktionelle Begleitung mit Sonderseiten läuft bis 20. August. Im Anschluss können die Leser abstimmen und ihren Lieblingsvideo auswählen. Die Vereine auf den ersten drei Plätzen dieses Votings bekommen eine Prämie. Alle Teilnehmer dieser Abstimmung können tolle Preise gewinnen. Der Hauptgewinn ist eine Woche Wohnmobilurlaub inklusive 1000 Kilometer – spendiert von Caravan Konrad in Bad Wildungen.

*Mit der Einsendung der Lösung per Mail/postalisch nehme ich automatisch am Gewinnspiel der Sommertour 2022 teil und erkläre mich einverstanden, dass die Wilhelm Bing Druckerei und Verlag GmbH unter der angegebenen Telefonnummer und/oder E-Mail mich über den erhaltenen Gewinn informieren darf, ferner zu meiner Meinung über die WLZ befragen und mir ggf. Angebote unterbreiten. Meine Adressdaten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen. Hinweise zum Umgang mit personenbezogenen Daten sind online abrufbar unter https://www.wlz-online.de/ueber-uns/datenschutz. Teilnahmeberechtigt sind alle Abonnenten der Waldeckischen Landeszeitung mit Ausnahme der Betriebsangehörigen und deren Verwandten. Die Gewinner werden von der Waldeckischen Landeszeitung benachrichtigt. Bei mehreren richtigen Einsendungen entscheidet das Los. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Einsendeschluss: 05.09.2022

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