HNA-Herbstserie „Mobilität“

Sauber, lautlos und flink: Wie es sich mit einem Elektroauto fährt

Futuristisches Design: Dieses zweisitzige Elektromobil bereitet dem Fahrer viel Spaß, auch wenn man Abstriche beim Komfort machen muss.
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Futuristisches Design: Dieses zweisitzige Elektromobil bereitet dem Fahrer viel Spaß, auch wenn man Abstriche beim Komfort machen muss.

Ob mit Auto, Rad, Flugzeug oder Zug: die Menschen sind viel und ständig unterwegs. In unserer Herbstserie „Mobilität“ berichten wir in diesem Monat täglich über alle Facetten rund um dieses Thema. Heute: Elektromobilität.

Waldeck-Frankenberg – Er ist lautlos und klein. Dennoch fällt er jedem auf. Wenn ich mit meinem Renault Twizy durch die Straßen rolle, zieht er alle Blicke der Passanten auf sich. Kein Wunder: Das Design des Zweisitzers ist futuristisch, der Antrieb elektrisch. Überwiegend freundliche Reaktionen habe ich bislang erfahren. Mit unverbesserlichen Verbrenner-Jüngern lässt es sich über dieses Thema ohnehin nicht reden. Die leben Auto-technisch noch im 20. Jahrhundert.

Im April 2013 hat meine elektromobile Zukunft begonnen. Ich habe damit einen Fuß in die neue Tür einer zukunftsorientierten, emissionsfreien Antriebsart bekommen. Seitdem hat mich das 2,33 Meter kurze Gefährt 16 931 Kilometer transportiert. Parkplatzprobleme? Fehlanzeige!

Am Anfang war alles sehr gewöhnungsbedürftig: Kein Fahrgeräusch, keine Gangschaltung, keine hohe Geschwindigkeit. Im Gegensatz zu Elektroautos wie Renault Zoe, VW ID.3 oder BMW i3 hat der Twizy keine Heizung, keine Sonnenblende, keine Heckscheibe, kein Radio.

Klaus Jungheim: Der Redakteur fährt privat ein Elektromobil

Aber: Mutig, dem Neuen zugewandt, macht es Spaß, die heckangetriebene 18-PS-Maschine zu fahren – und dies trotz der harten Federung, die in Verbindung mit den wenig gepolsterten Sitzen jede Unebenheit einer Fahrbahn weitergibt. Da bekommt man einen recht realistischen Eindruck vom Zustand der Straßen in Waldeck-Frankenberg.

Der steuerbefreite Twizy hat eine angegebene AkkuReichweite von 100 Kilometern (Verbrauch: sieben kw/h). Abhängig ist dies unter anderem vom Fahrverhalten, von der Topographie und der Außentemperatur. 70 bis 80 Kilometer sind nach meiner Erfahrung eher realistisch.

Geladen wird mein Elektromobil mit einem herkömmlichen Haushaltsstecker. Ich bin also nicht von einer Ladestation abhängig. Der maximale Ladevorgang bei einem vollständig entleerten Akku würde 3,5 Stunden dauern. Das ist aber bislang nicht vorgekommen.

Wenn ich zweimal von meinem Wohnort Allendorf/Eder zur HNA-Redaktion in Frankenberg und zurück gefahren bin, verfügt der Akku noch über eine Restkapazität von rund 30 Prozent. Dann benötigt der kleine Franzose in meiner Garage 2,5 Stunden bis zur Voll-Ladung.

Herbstserie „Mobilität“  

Die Höchstgeschwindigkeit wird vom Hersteller mit 80 km/h angegeben. Ich hatte ihn auf gerader Strecke auf der Rennertehäuser Geraden auch schon auf flinken 85 – und das ohne Rückenwind!

Interessant ist die Motorbremse. Setzt sie ein, produziert der Twizy aus der freiwerdenden Bremsenergie neue Energie, die direkt in den Akku fließt und für die Fahrt genutzt werden kann. Die zurückgewonnene Energie gleicht auf einer Fahrt zwar nicht die generell verbrauchte Energie aus, erhöht aber die Reichweite. Und das ist  eine  tolle Sache.

Das zweisitzige Elektromobil sehe ich als Ergänzungsfahrzeug. Es soll benzinangetriebene Wagen ersetzen, wenn es gilt, Einzelfahrten für Besorgungen oder Ähnlichem zu unternehmen, für die nicht sehr viel Stauraum benötigt wird. Zwei Getränkekisten übereinander auf dem hinteren Mitfahrersitz und ein durchschnittlicher Lebensmittel-Einkauf passen aber locker in den Kleinen.

Kurzfahrten müssen also nicht mehr mit einem großen Fahrzeug unternommen werden, bei denen auch viele warme Luft und mehrere leere Beifahrersitze durch die Gegend kutschiert werden. Dabei wurde und wird zuviel Energie im Verhältnis zum Nutzen verbraucht.

Von Klaus Jungheim

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