Schafhalter besorgt über Rückkehr des Wolfs nach Waldeck-Frankenberg

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Selten in Menschennähe: In freier Wildbahn näher sich Wölfe nur selten dem Menschen.

Waldeck-Frankenberg. Die Meldung von der Wolfssichtung zwischen Nieder-Waroldern und Dehringhausen hat Schafzüchter im Landkreis Waldeck-Frankenberg aufgeschreckt.

Sie ist die zweite nachgewiesene Sichtung in der Region in kurzer Zeit: Am 25. Februar wurde ein Wolf zwischen Bontkirchen (NRW) und Hoppecke fotografiert.

Auf Anfrage unserer Zeitung berichteten Schäfer, darunter auch Schäfermeister Jan Pieper aus Diemelstadt, dass den Haltern weniger der Verlust eines einzelnes Schafes Sorge bereite, sondern die Tatsache, dass ihre Herden bei einer Wolfs-Begegnung in Panik auseinander getrieben werden könnten. Es wird darüber nachgedacht, Pferche aufzurüsten: Höhere Netze mit Weidezaundrähten können zwar Wölfe abwehren, aber keine Panik verhindern. Pieper, der zwischen Dehringhausen und Nieder-Waroldern seine Winterweide hat, überlegt daher, ob er sich zu seinen Hütehunden noch einen Herdenschutzhund zulegt.

Fraglich ist, ob Schafhalter Zuschüsse für Maßnahmen zur Wolfsabwehr erhalten. Ausgewiesene Wolfsgebiete wie in Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Brandenburg, in denen entsprechende Fördergelder fließen, gibt es in Hessen bisher nicht. „Erst wenn ein Wolf oder ein ganzes Rudel über längere Zeit an einem Ort gesichtet werden und man davon ausgehen kann, dass sich die Tiere fest angesiedelt haben, kann das Land solche Wolfsgebiete ausweisen“, sagt Bernd Rüblinger vom Hessischen Umweltministerium.

Automatisch verbunden seien damit aber noch keine Fördergelder für Schutzmaßnahmen. Rüblinger: „In Hessen gibt es überwiegend Hobby-Schafhalter. Viele haben aber noch nicht einmal den wolfsabweisenden Grundschutz. Dieser muss erst flächendeckend vorhanden sein.“ Wenn darüber hinaus noch weiterer Schutz nötig sei, könne das Land solche Maßnahmen fördern.

Was ein Forstamtsleiter, die Wolfsbotschafterin des NABU Waldeck-Frankenberg, das Wolfsmanagement des Landes Hessen und ein Augenzeuge zum Thema sagen, lesen Sie in der gedruckten Ausgabe unserer Zeitung.

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