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Aus Schafwolle werden Düngepellets für Blumen, Gemüse & Co.

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Von: Julia Janzen

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Sechs Männer, eine Herde Schafe im Hintergrund
Haben das Projekt auf die Beine gestellt: Die Schafhalter Olav Fingerhut (von links), Lars Bangert, Harald Bangert, Jan Pieper, Sören Schwarz und Burkhard Lehmann haben 1500 Kilo Wolle zu Düngepellets pressen lassen. © privat

Schafe sind wahre Multitalente: Sie geben Milch, übernehmen Landschaftspflege, liefern Fleisch und natürlich Wolle. Doch mit dem flauschigen Fell lässt sich seit Jahren kein Geld mehr verdienen. Sechs Schafhalter wollen das ändern.

Waldeck-Frankenberg - Unter dem Dach der Ökomodellregion haben sie jetzt ein besonderes Projekt auf die Beine gestellt. „Der Wollmarkt ist eingebrochen“, sagt Lars Bangert aus Berndorf. Früher sei die Wolle vor allem nach China gegangen, gut einen Euro hätte es mal pro Kilo gegeben. Doch seit Längerem wandert die Wolle nach der Schur in Säcke und wird eingelagert, immerhin gut drei Kilo pro Tier im Jahr.

Unter dem Dach der Ökomodellregion Waldeck-Frankenberg war das schon immer mal Thema, oft wurde diskutiert, welche Lösungen es für die Schafhalter geben könnte, doch das Thema verlief zunächst im Sande. Sören Schwarz aus Adorf und Lars Bangert wollten das nicht hinnehmen. In kurzer Zeit trommelten sie vier weitere Schafhalter zusammen, Andreas Althoff, Projektmanager der Ökomodellregion im Landkreis, gab organisatorisch und finanziell Starthilfe. Das Ziel: Aus Wolle Düngepellets machen lassen.

Dünger aus der Region für die Region

Dass der Dünger gut ist, wussten die Schäfer schon. Denn die Ökomodellregion hatte bereits vor einiger Zeit Probepellets machen lassen, die in Betrieben in Waldeck-Frankenberg und in Marburg-Biedenkopf getestet wurden. Die Ergebnisse überzeugten: Die Pellets nehmen viel Wasser auf und geben es über Monate kontinuierlich ab. Damit seien sie ein guter Langzeitdünger für Gemüse- und Blumenbeete, aber nicht für eine landwirtschaftliche Nutzung, sagen die Schafhalter. Dafür seien die Pellets zu teuer.

Anfang Februar brachten sie rund 1500 Kilo Wolle nach Bayern zu einer Pelletierungsfirma. Dort wird die Wolle stark erhitzt, um Keime abzutöten, und in Form gepresst. 1275 Kilo Pellets entstanden schließlich daraus.

In einigen Geschäften sind die Pellets nun bereits zu bekommen, unter anderem bei Raiffeisen Waldeck-Marsberg in Korbach, in den Gartenmärkten von Meckelburg im Landkreis und im Rewe-Markt in Korbach. Jetzt suchen die Schafhalter weitere Verkaufsstellen für den besonderen Dünger, der bio, nachhaltig und regional sei, wie Andreas Althoff sagt. Ihm ist wichtig, dass der Dünger aus der Region kommt und auch hier genutzt wird. Und dass die Schäfer, zumindest langfristig, etwas verdienen mit der Wolle ihrer Tiere.

Heimische Bio-Produkte stärker in den Fokus rücken

„Mehr Bio aus Hessen für Hessen“ ist das Motto der Ökomodell-Regionen, die Teil eines Aktionsplans des Umweltministeriums sind. Bis 2025 soll der Ökolandbau in Hessen einen Anteil von 25 Prozent an der heimischen Landwirtschaft haben. Die einzelnen Regionen haben die Aufgabe, Projekte und Maßnahmen zu entwickeln, die den Anteil an ökologisch und regional erzeugten Lebensmitteln erhöhen. Waldeck-Frankenberg will zudem die Vermarktung von Produkten, die bio und regional sind, fördern. Weitere Infos gibt es auf oekomodellregionen-hessen.de.

Weitere Infos und Kontakt über waldecker-wollpellets.friedhold.de oder bei Instagram unter WaldeckFrankenbergerWollpellet sowie im Landhandel Sören Schwarz in Adorf, Tel. 05633 / 223. jj

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