Sperrmüll, zerbrochene Fenster, kaputte Dächer

Schandfleck: Ehemalige Suchtklinik Eifa verfällt

Kein schöner Anblick: Ortsvorsteher Karl-Heinz Damm ist verärgert über die Zustände an den Gebäuden der ehemaligen Fachklinik Ederbergland in Eifa. Foto: Künemund

Eifa. Seit vielen Jahren steht der Gebäudekomplex der ehemaligen Fachklinik Ederbergland nun schon leer und wird immer maroder.

Die Stadt Hatzfeld sucht intensiv, aber bislang vergeblich nach dem Eigentümer.

Sperrmüll, zerbrochene Fenster, Wildwuchs, marode Bausubstanz und kaputte Dächer - das ist es, was die Einwohner des Hatzfelder Stadtteils Eifa sehen, wenn ihr Spaziergang an den Gebäuden der ehemaligen Fachklinik Ederbergland vorbeiführt. „Es entwickelt sich mehr und mehr zu einem Schandfleck in unserem Dorf“, sagt Ortsvorsteher Karl-Heinz Damm. „Wenn wir da reingehen würden, könnte es uns passieren, dass uns Waschbären oder andere Tiere begegnen.“

Es sei schwer nachzuvollziehen, wem die Gebäude wann gehört haben. Seit über zehn Jahren stünde der Komplex nun schon leer. Bis 1992 habe ein Herr Balzer das Klinikum für Suchtkranke geleitet, der auch in Eifa wohnhaft gewesen sei. Nach HNA-Informationen wurde die Suchtklinik bis Ende der 90er von dem Verein Hahnenholz e.V. betrieben, der dann in Insolvenz ging. „Soweit ich weiß, gehörte es ungefähr bis zum Jahr 2000 einer Gesellschaft, die umgezogen ist und den Standort aufgegeben hat“, erklärt Damm. „Zwischenzeitlich waren ein Insolvenzverwalter und Banken zuständig“, sagt der Ortsvorsteher.

Auch Dirk Junker, Bürgermeister der Stadt Hatzfeld, ist ratlos, was den Besitzer angeht: „Die Gebäude gehörten dann einer Privatperson, deren Aufenthaltsort trotz intensiver Suche bisher noch unbekannt ist.“

Für die Stadt Hatzfeld wäre der Verkauf der ehemaligen Fachklinik an einen neuen Investor äußerst wünschenswert, betont Junker. „Denn nur so kann das gesamte Objekt einer neuen Nutzung zugeführt werden.“ Auf dem Gelände befindet sich ein Komplex mit mehreren Gebäuden, die früher einzelne Stationen der Klinik waren.

Voraussetzung dafür sei allerdings, den Aufenthaltsort des Eigentümers zu ermitteln, um mit ihm Gespräche führen zu können. „Um dies zu gewährleisten, setzen wir unsere bereits eingeleiteten Maßnahmen zum Auffinden des Besitzers weiter fort“, versichert der Bürgermeister.

„Auch für uns in Eifa wären der Verkauf und die Weiternutzung sehr willkommen. Denn die Zustände hier werden immer schlimmer, da die Gebäude weiter verfallen“, sagt Ortsvorsteher Karl-Heinz Damm. Er glaube aber nicht, dass das leicht zu realisieren sei. „Ich gehe davon aus, dass der Eigentümer der Stadt in Sachen Wasser-, Kanal- und Anschlussgebühren noch einiges schuldig ist.“

Ein Abriss sei ebenfalls eine Alternative. „Es ist schließlich nicht schön anzusehen und außerdem besteht eine Sicherungspflicht - Kinder könnten sich beim Spielen verletzen“, fährt Damm fort. Doch auch dazu müsse zunächst der Eigentümer kontaktiert und mit ihm die Rechtslage geklärt werden. „Ich habe irgendwann gehört, dass er irgendwo in Südfrankreich lebt, aber das ist ein nicht bestätigtes Gerücht“, sagt der Ortsvorsteher.

Von Florian Künemund

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