Straßenmeistereien und Bauhöfe im Einsatz

Schlaglöcher in Waldeck-Frankenberg nach Frost und Tauwetter

Die Straßenmeisterei auf der B 251 bei Korbach: (von links) Stefan Wilke, Jürgen Cleris und Michael Becker.
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Die Straßenmeisterei auf der B 251 bei Korbach: (von links) Stefan Wilke, Jürgen Cleris und Michael Becker.

Kaum war der Schnee in der vergangenen Woche geschmolzen, haben sich auf vielen Straßen in Waldeck-Frankenberg Schäden gezeigt. Der strenge Frost von Anfang Februar hat für etliche Schlaglöcher gesorgt. Mitarbeiter von Hessen-Mobil und die Bauhöfe der Städte und Gemeinden sind in diesen Tagen dabei, die Schäden auszubessern.

Waldeck-Frankenberg – „Die Situation ist typisch für diese Jahreszeit“, erläutert Marco Lingemann, Pressesprecher von Hessen-Mobil in Bad Arolsen. Ursache für die Schlaglöcher seien sich abwechselnde Frost- und Tauperioden. „Es bleibt nicht aus, dass sich in der Fahrbahndecke mit der Zeit feine Risse und Hohlräume bilden. Wenn dort Wasser eindringt und sich beim Gefrieren ausdehnt, bricht der Asphalt heraus“, erklärt Lingemann. Nach der extremen Kälte und dem Tauwetter seien im Vergleich zu den zuletzt recht milden Wintern diesmal sehr viele Asphaltausbrüche im Landkreis zu reparieren.

„Derzeit sind die Mitarbeiter der Straßenmeistereien von Hessen-Mobil verstärkt unterwegs, um derartige Schadstellen an Bundes-, Landes-, und Kreisstraßen auszubessern“, berichtet Lingemann. „Die Streckenwarte fahren jeden Streckenabschnitt mindestens ein Mal in der Woche ab und haben passendes Mischgut im Fahrzeug. Sofern von dem Fahrbahnschaden eine Gefahr für den Verkehr ausgeht, wird die Stelle schnellstmöglich repariert.“

Bei diesen Witterungsverhältnissen werden die Schadstellen mit speziellem Kaltmischgut repariert. Dies könne von einer Person in kurzer Zeit eingebaut werden – meist bei fließendem Verkehr. Eine Kolonne schaffe es an einem Tag, „locker rund 50 Schadstellen zu reparieren“, sagt Lingemann.

Für Frostschäden auf kommunalen Straßen sind die Städte und Gemeinen zuständig. Auch deren Mitarbeiter sind derzeit unterwegs, um Schlaglöcher auszubessern. „Um Straßenschäden auch langfristig beheben zu können, muss allerdings der Boden zunächst auftauen und eine gewisse Temperatur erreichen“, sagt Florian Held, Pressesprecher der Stadt Frankenberg.

Mit der Straßenmeisterei unterwegs

Morgens noch Winterdienst, mittags schon Schlaglöcher flicken: Jürgen Cleris, Stefan Wilke und Michael Becker von der Straßenmeisterei in Korbach haben derzeit alle Hände voll zu tun. Der Winter hat seine Spuren im Asphalt hinterlassen. Während die Kolonne an der Korbacher Umgehungsstraße die Schlaglöcher mit Kaltasphalt füllt, rauscht der Verkehr dicht an ihnen vorbei.

Kein ungefährlicher Job – und ein anstrengender noch dazu: „Nach 50 Schlaglöchern weiß man, was man getan hat“, sagt Cleris.

Der Korbacher Bauhof im Einsatz: Michael Göbel beseitigt auf dem Südring ein Schlagloch.

Auch in Korbach selbst läuft die Beseitigung der Frostschäden auf Hochtouren. In der Kreisstadt beträgt die Gesamtlänge des städtischen Straßennetzes rund 150 Kilometer. „Bei uns – wie auch in allen anderen Kommunen – zeigen sich regelmäßig nach der Frostperiode unvermeidbare Schäden. Hier gilt es, auch wegen der uns obliegenden Verkehrssicherungspflicht, schnell zu handeln“, berichtet Büroleiter Ralf Buchloh.

Besonders betroffen seien Straßen, bei denen bereits kleinere Schäden vorhanden waren. Durch eindringendes Wasser in die Deckschichten komme es nach dem Frost dann zu dem Aufreißen der Schlaglöcher. „Sobald Schäden erkennbar werden, wird der städtische Bauhof aktiviert. Falls keine Sofortreparatur – beispielsweise durch Kaltasphalt – möglich ist, weil die Asphaltmischwerke in unserer Region noch geschlossen sind, erfolgt die Absicherung durch eine entsprechende Beschilderung“, sagt Buchloh.

So wird ein Schlagloch repariert

Bei der Reparatur von Schlaglöchern geht die Straßenmeisterei so vor: Ist das Fahrzeug am Fahrbahnrand abgestellt und der Straßenabschnitt ausreichend gesichert, befreien die Mitarbeiter die Schadstelle zunächst von lockerem Material. Wenn die Stelle feucht ist, wird sie mit einem Gasbrenner getrocknet. Dann wird das passende Mischgut aufgetragen und mit einem Handstampfer verdichtet. Zuletzt wird der frische Belag mit einem feinkörnigem Sand abgestreut.

Städte und Gemeinden sind ihre Gemeindestraßen zuständig, Hessen-Mobil für die Kreis-, Land- und Bundesstraßen. „Das ist eindeutig geregelt und bedarf daher grundsätzlich keiner gesonderten Absprache“, sagt Buchloh. „In dringenden Fällen stimmen wir uns selbstverständlich mit Hessen-Mobil ab.“ Denn auch viele innerörtliche Straßen sind Kreis-, Bundes- oder Landesstraßen und damit im Zuständigkeitsbereich von Hessen-Mobil.

Wenn der Bauhof zu den städtischen Straßen ausrückt, läuft die Arbeit laut Buchloh wie folgt ab: Die kleineren Schlaglöcher werden durch den Bauhof mit Kaltasphalt beseitigt. Dies ist allerdings nur eine Behelfsmaßnahme. Bereiche, die großflächig beschädigt sind, können nicht durch den Bauhof instandgesetzt werden. Für solche Straßenabschnitte hat die Stadt Korbach eine ortsansässige Tiefbaufirma beauftragt, die Schäden zu beseitigen. „Sobald diese Asphalt aus den Mischwerken bekommen kann, werden die Arbeiten ausgeführt. Die Asphaltwerke in unserer Region öffnen allerdings erst im März. Wegen der Dringlichkeit wird derzeit aber auch nach Alternativen gesucht“, sagt der Büroleiter.

Mit Blick auf derzeit stark schwankende Temperaturen müssen Verkehrsteilnehmer laut Buchloh besonders aufmerksam sein, da Straßenschäden unvermittelt auftreten können. „Wie gesagt: Sobald Schäden erkennbar werden, handeln wir – und zwar mit einer Beschilderung, wenn die Reparatur nicht unmittelbar erfolgen kann. In der Regel handelt es sich hierbei um eine warnende Hinweisbeschilderung in Verbindung mit einer Geschwindigkeitsreduzierung. Die Beschilderung bleibt aktiviert, bis die Schadensstelle beseitigt ist.“

Auch Bürger melden Schlaglöcher

„Die Straßenunterhaltung ist ein Thema, das die Stadt Frankenberg das ganze Jahr über beschäftigt“, sagt Florian Held, der Pressesprecher der Stadt. „Nach den extrem tiefen Temperaturen der letzten Wochen sind frostbedingte Schlaglöcher aktuell.“

Um die Verkehrssicherheit auf Frankenbergs Straßen dauerhaft zu gewährleisten, werden Schlaglöcher „so schnell wie möglich und nach Priorität beseitigt“, berichtet Held. Um Straßenschäden auch langfristig beheben zu können, müsse allerdings der Boden zunächst auftauen und eine gewisse Temperatur erreichen. Die Arbeiten werden in Frankenberg entweder vom städtischen Betriebshof oder von Straßenbaufirmen ausgeführt.

„Es gibt im städtischen Haushalt keine extra Haushaltsstelle für das Flicken von Schlaglöchern im Winter. Das fällt alles unter die ganzjährigen Straßenunterhaltungsmaßnahmen“, berichtet Held. 2021 investiert die Stadt Frankenberg demnach bis zu 340 000 Euro für die Unterhaltung von Straßen und Brücken im Stadtgebiet.

Im Gemündener Stadtgebiet werden die Schlaglöcher größtenteils durch den städtischen Bauhof erfasst. „Vereinzelt erhalten wir aber auch Informationen durch die Bürger“, berichtet Paul Mertke vom Bauamt der Stadtverwaltung Gemünden.

Die Anzahl der Schlaglöcher stehen nach seinen Worten in der Regel in der Abhängigkeit zu der Witterung: „Bisher wurden uns noch keine größeren Schäden gemeldet. Die Frostsaison ist jedoch noch nicht vollständig beendet. Mit der Erfassung der Schlaglöcher haben wir dieses Jahr noch nicht begonnen.“

Wie in Frankenberg gilt auch in Gemünden: Die Kosten für die Beseitigung von Schlaglöchern werden „durch uns nicht im einzelnen erfasst. Diese fließen in die Summe mit anderen Positionen in die Kostenstelle Straßenunterhaltung ein. Daher kann man hierzu keine konkrete Kostenangabe machen“, informiert Paul Mertke.

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