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Sturmwarnung für Waldeck-Frankenberg: Kreis empfiehlt, Schulen zu schließen

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Von: Jörg Paulus

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Sturmböen: Wetterdienst gibt Warnung
Symbolbild Sturmwarnung © picture alliance / dpa

Der Deutsche Wetterdienst warnt für Waldeck-Frankenberg für den 16. und 17. Februar vor orkanartigen Böen. Der Landkreis hat deshalb den Schulen empfohlen, dass sie am Donnerstag schließen.

Waldeck-Frankenberg – Der Deutsche Wetterdienst hat am Mittwoch eine Sturmwarnung für Waldeck-Frankenberg veröffentlicht. Sie gilt von Mittwoch, 16. Februar, ab 22 Uhr bis Donnerstag, 17. Februar 18 Uhr. Es müsse mit orkanartigen Böen mit Geschwindigkeiten von bis zu 120 km/h gerechnet werden.

Landrat empfiehlt, Schulen zu schließen

Aufgrund der Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes für Waldeck-Frankenberg empfiehlt Landrat Jürgen van der Horst in Abstimmung mit dem Staatlichen Schulamt in Fritzlar, die Schulen im Landkreis am Donnerstag, 17. Februar, für den Präsenzunterricht geschlossen zu halten. Das hat die Kreisverwaltung am Mittwoch um 17 Uhr mitgeteilt. Die endgültige Entscheidung über die Schließung treffe aber jede Schule eigenständig.

„Wir als Schulträger können darüber eine Empfehlung aussprechen, was wir in diesem Fall aufgrund der angekündigten Extremwetterlage tun. Die Sicherheit der Schulgemeinde hat absolute Priorität“, sagt Landrat Jürgen van der Horst. Laut Deutschem Wetterdienst seien für den Landkreis orkanartige Böen angekündigt. „Ich empfehle daher allen Schulleitungen, den Präsenzunterricht am Donnerstag ausfallen zu lassen.“ Alternativ könne Home-Schooling angeboten werden.

Selbstverständlich sollten zusätzlich dazu auch die Eltern in eigener Verantwortung abwägen, ob sie ihre Kinder gegebenenfalls zuhause lassen, teilt der Landkreis mit. Oft könnten Eltern die Situation jeweils vor Ort besser einschätzen und entscheiden, ob sie es für vertretbar halten, ihr Kind in die Schule zu schicken oder nicht – beispielsweise, wenn der Schulweg durch Waldgebiete führt.

In Bezug auf den Freitag werde die Wetterlage dann am Donnerstag im Laufe des Tages neu durch den Landkreis bewertet und dann entschieden werden, ob die Empfehlung des Landkreises auch auf den Freitag ausgeweitet wird.

Schulen sollen sich beim Landkreis melden

Alle Schulen, die sich für eine Schließung am 17. Februar entscheiden, werden gebeten, dies dem Landkreis Waldeck-Frankenberg inklusive aller weiteren Informationen dazu per E-Mail an presse@lkwafkb.de schnellstmöglich mitzuteilen. Der Landkreis wird auf seiner Homepage unter landkreis-waldeck-frankenberg.de/schulschliessung dann – ohne Gewähr – alle Schulen auflisten, die die Mitteilung zur Schließung und weitergehende Informationen dazu gemacht haben.

„Das soll dazu beitragen, sich einen besseren Überblick über die Gegebenheiten in den Städten und Gemeinden zu machen. Eltern, die sich unsicher sind, welche Regelungen für die Schule ihrer Kinder gelten, werden gebeten, sich direkt mit den Schulleitungen in Verbindung zu setzen“, heißt es vom Landkreis.

Kultusministerium: Sicherheit der Schüler geht vor

Das Hessische Kultusministerium teilte dazu am Mittwochnachmittag mit: „Bei extremen Witterungsverhältnissen entscheiden grundsätzlich die Erziehungsberechtigten am Morgen, ob der Schulweg für ihre Kinder zumutbar und sicher ist. Volljährige Schülerinnen und Schüler entscheiden dies selbst. Im Fall des Fernbleibens muss die Schule auf den üblichen Kommunikationswegen informiert werden. Die Eltern sollten sich daher ständig über die aktuellen Straßen- und Witterungsverhältnisse informieren und dann abwägend entscheiden.“

Falls die Sicherheit des Schulweges nicht mehr gewährleistet werden könne, unterstütze das Kultusministerium alle Schulleitungen in ihrer Entscheidung, möglichst in Absprache mit den Schulträgern den Präsenz-Schulbetrieb am Donnerstag bzw. Freitag ausfallen zu lassen. Eine solche Entscheidung werde den Eltern über die verabredeten Kommunikationswege vor Ort weitergegeben. Wenn möglich werden die Schulen dann alternative digitale Unterrichtsformen anbieten.

„Sofern durch das Unwetter eine unmittelbare Gefahr im Schulgebäude oder auf dem Schulgelände entsteht (z.B. durch umfallende Bäume, schwere Schäden am Gebäude), würde der Schulträger (Stadt, Landkreis) eine etwaige Schulschließung vornehmen“, heißt es in der Pressemitteilung aus Wiesbaden.

Sturmwarnung: Züge in Waldeck-Frankenberg fallen aus

Die Sturmwarnung hat auch Auswirkungen auf den Öffentlichen Nahverkehr in Nordhessen: Fahrgäste müssten sich für Mittwoch und Donnerstag auf Ausfälle und Verspätungen bei Bus und Bahn einstellen, teilte der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) am Mittwoch mit. Der NVV empfiehlt, sich vor dem Start über die jeweiligen Verbindung zu informieren und Fahrten soweit möglich zu verschieben. 

Am Mittwochnachmittag (16.02.2022) waren laut NVV folgende Maßnahmen bekannt: Die Kurhessenbahn stellt ihren Betrieb aufgrund der zu erwartenden Sturmschäden im Streckennetz ab Mittwoch 22 Uhr bis voraussichtlich Donnerstag 12 Uhr ein. Das betrifft im NVV-Gebiet die Linien RB4 (Kassel<>Korbach), RB38 (Kassel<>Schwalmstadt-Treysa), RE/RB39 (Kassel<>Bad Wildungen) und RE/RB97 (Marburg<>Brilon). Auch die RT4 (Kassel<>Wolfhagen) werde ab Mittwoch ca. 22 Uhr bis auf Weiteres eingestellt.

Sämtliche Informationen finden sich in der NVV-Fahrplanauskunft und in der NVV-App oder können am gebührenfreien NVV-Service-Telefon unter 0800/9390800 erfragt werden.

Waldbesitzer warnen: Wald bei Sturm nicht betreten

Angesichts der Sturmwarnungen warnt der Hessische Waldbesitzerverband die Bevölkerung davor, in diesen Tagen den Wald zu betreten, da durch die bevorstehenden Stürme akute Lebensgefahr durch fallenden Bäume und Äste bestehe.

„Die Wettervorhersage hat schwere, orkan-artige Stürme angekündigt. In der Folge werden zahlreiche Bäume abbrechen oder entwurzelt und Wege und Straßen blockieren. Die Bäume liegen dann kreuz und quer übereinander und stehen unter Spannung“, heißt es in der Pressemitteilung, die Hendrik Block, der stellvertretende Leiter der Waldeckischen Domanialverwaltung, am Mittwoch (16.02.2022) für den Waldbesitzerverband weitergeleitet hat.

Auch in den Tagen nach Stürmen bleibe es im Wald gefährlich. Denn Bäume würden beim Sturm oft nur angeschoben oder hängen zum Teil noch in Nachbarbäumen fest und könnten jederzeit zu Boden stürzen. Dasselbe gelte für tote Äste, die abbrechen, aber in den Baumkronen hängen bleiben. Sie könnten jederzeit herabstürzen und schwerste Verletzungen verursachen.

Aufräumen und Wege freischneiden

In den Tagen nach den Stürmen werden Waldarbeiter und Förster aufräumen und Wege von umgestürzten Bäumen freischneiden. Entlang der Wege müssen umsturzgefährdete Bäume gefällt werden, die vom Sturm angeschoben wurden, aber im Nachbarbaum hängen geblieben sind.

„Das Betreten von Waldflächen, auf denen Holz gefällt wird, ist lebensgefährlich und streng verboten“, warnen die Waldbesitzer. „Auf Wegen, die mit Flatterband abgesperrt sind, darf weder gelaufen noch mit dem Fahrrad gefahren werden.“ Der Hessische Waldbesitzerverband bitte die Bevölkerung um Verständnis und Zurückhaltung und rät: „Gehen Sie in der Feldflur spazieren oder bleiben Sie in den nächsten Tagen zu Hause.“

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