70 Prozent des Jahresertrags zwischen April und August

Schnee auf Solaranlagen: Geringer Ertrag ist eingeplant

Eingeschneit: Die Module des Solarparks Laisa wurden Ende vergangener Woche komplett mit Schnee bedeckt. Foto:  Paulus

Frankenberger Land. Über Schnee auf der eigenen Photovoltaik-Anlage freut sich wohl niemand. Dennoch ist das in der Regel kein Problem: Denn geringer Ertrag in den Wintermonaten ist einkalkuliert.

Wenn die Module bedeckt sind, kann die Sonnenenergie nicht so in Strom umgewandelt werden, wie es der Besitzer gerne hätte. Falls sie überhaupt durch die Schneedecke dringt. Dies betrifft aber nicht nur Privathaushalte mit ihren Photovoltaik-Anlagen auf Wohnhaus oder Scheune, sondern in großem Maße auch Solarparks wie den der Bürgerenergiegenossenschaft Ederbergland (Begeb) bei Laisa.

„Es ist richtig, Schnee hemmt die Stromproduktion“, sagt Günter Jakobi, Vorstandsvorsitzender der Begeb. „Doch eine mechanische Schneebefreiung der PV-Module birgt Gefahren durch Beschädigungen an Glasoberflächen und Versiegelungen.“ Durch die dunklen Modulflächen unterhalb des Glases und die glatte Glasoberfläche sei ein verhältnismäßig schnelles Herabrutschen der Schneelast gegeben. „Bei Dachanlagen mit größerer Dachneigung sicherlich schneller als bei unserer Freiflächenanlage in Laisa.“

Ohnehin sei bei der Kalkulation einer Photovoltaik-Anlage berücksichtigt, dass sie in den Wintermonaten weniger Strom produziere als in wärmeren und schneefreien Monaten. So würden laut einer Untersuchung des Umweltinstituts München bei einer PV-Anlage in Deutschland im Januar durchschnittlich nur 2,0 Prozent des Jahresertrags an Strom erzeugt, im Februar 3,9 Prozent, im März 7,0. Ähnlich gering - zwischen 8,5 und 1,6 Prozent - sind die Zahlen für Oktober bis Dezember.

Den Großteil des Jahresertrags - nämlich zusammen rund 70 Prozent - liefern solche Anlagen in den Monaten April bis August mit Spitzenwerten von 15,4 Prozent in den Sommermonaten. Hier spielt neben dem Schnee auch der Einfallwinkel der Sonne eine Rolle, die im Sommer höher und länger am Himmel steht.

Die 11 000 Solarmodule im Bürgersolarpark Laisa können jährlich 2,8 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Das entspricht dem Bedarf von 675 Haushalten. „Module haben eine normale Haltbarkeit von 25 bis 30 Jahren“, sagt Günter Jakobi. „Wir können auch nach 20 Jahren mit einer Stromproduktion von ca. 80 Prozent der ursprünglichen Nennleistung ausgehen.“

Daher sei er sowohl bei seiner privaten PV-Anlage als auch bei dieser genossenschaftlichen „äußerst vorsichtig“ mit einer mechanischen Reinigung oder Enteisung von Modulen, insbesondere mit Einsatz von chemischen Hilfsstoffen, auch wenn es Fachfirmen gebe, die sich gezielt dieser „Leistungssteigerung durch Reinigung und Enteisung“ von PV-Anlagen annehmen würden. (jpa)

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