Investitionen und Neueinstellungen

Enormer Schub durch Elektromobilität für Drahthersteller in Bad Arolsen

Mithilfe von zwei Schwerlastkränen wurde ein neuer Ofen für Lackdrähte bei Essex Furukawa in Bad Arolsen in den Fabrikturm eingebracht.
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Mithilfe von zwei Schwerlastkränen wurde ein neuer Ofen für Lackdrähte bei Essex Furukawa in Bad Arolsen in den Fabrikturm eingebracht.

Auf Expansionskurs entwickelt sich die Firma Essex Furukawa Bad Arolsen dank der Elektomobilität.

Bad Arolsen – Dank der starken Nachfrage namhafter Hersteller von Elektrofahrzeugen weitet Essex Furukawa den Betrieb am Standort Bad Arolsen weiter aus. Die Belegschaft von derzeit 190 Mitarbeitenden wird damit ebenfalls erweitert.

Dafür wird investiert

IEin neuer Ofen und zwei neue Kupferdraht-Glühen wurden in einen Fabrikationsturm gehoben. Die Investition von 2,5 Millionen Euro ist erst der Auftakt weiterer Modernisierungs- und Erweiterungsmaßnahmen in dem Lackdrähte produzierenden Unternehmen an der Korbacher Straße.

Im Herbst sollen ein weiterer Ofen und Glühen installiert werden. Damit werden Kupferdrähte für Elektromotoren oder Transformatoren lackiert.

Das sorgt für Schub

Während im Bereich Windenergieanlagen die Nachfrage schlecht ist, besteht nach den Worten von Produktionsleiter Frank Olbertz bei der Automotive-Branche eine sehr hohe internationale Nachfrage nach den lackierten Kupferdrähten aus Bad Arolsen. Deutsche Firmen, ausländische Hersteller in Europa sowie in den USA und in Asien, die sich mit Elektromobilität befassen, bekommen die Produkte von Essex Furukawa.

Der Mehrbedarf an Hochleistungsdrähten erfordert neben einem Ausbau der Produktionskapazitäten die Einstellung weiterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gefragt sind Arbeitskräfte für Technik und Produktion, wie Olbertz dazu berichtet.

Das ist noch geplant

Neben den Investitionen für neue Öfen und Glühen sind Modernisierungen des Maschinenparks geplant. Einige Anlagen könnten aufgerüstet werden, andere müssten neu beschafft werden.

Spektakulärer Auftakt der Erweiterung war am Dienstag der Einbau des ersten Ofens mit einem Gewicht von neun Tonnen, zudem mussten zwei jeweils drei Tonnen schwere Glühen eingebaut werden.

Aufwand für den Einbau

Für das Einbringen der Anlagenteile wurde ein 2,10 mal 2,10 Meter großes Stück aus dem Dach des Fabrikationsturmes herausgenommen. Mit zwei Spezialkränen des Unternehmens Hartinger aus Scherfede wurden die tonnenschweren Giganten dann angehoben und an Ort und Stelle verbracht.

Dabei durfte der Ofen freilich nicht ins Schwanken geraten. Zu allen vier Seiten bestanden gerade 30 Zentimeter Spielraum. Für die Spezialisten auf den Kränen ist das freilich Routine.

Spezieller Wickeldraht

Die ersten Mengen Spezialwickeldraht für Elektromotoren haben sich namhafte Kunden aus dem In- und Ausland bereits gesichert. Bis die neuen Anlagen in Bad Arolsen voll funktionsfähig sein werden, sind aber noch sechs bis acht Monate Arbeit in dem Fabrikturm nötig, die vielleicht weniger spektakulär, aber mindestens so wichtig sein werden.

Für die Anschlussarbeiten durch Techniker von Essex Furukawa in Bad Arolsen sind zunächst etwa drei Monate eingeplant, um zunächst testweise mit der Produktion der Wickeldrähte beginnen zu können. Ende 2021 oder Anfang 2022 soll dann der reguläre Produktionsprozess in der komplexen Anlage beginnen. (Armin Haß)

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