Bewegung im Lockdown

Golf willkommenes Sportangebot in Bad Arolsen

Golf wird in Oberstufenkursen an der Christian-Rauch-Schule Bad Arolsen als Sportart angeboten.
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Golf wird in Oberstufenkursen an der Christian-Rauch-Schule Bad Arolsen als Sportart angeboten.

Das Gelände haben sie Ende November nahezu für sich allein: zwei Kurse der Christian-Rauch-Schule absolvieren derzeit ihren Sportunterricht auf dem Golfplatz oberhalb des Twistesees.

Bad Arolsen-Wetterburg – Damit werden zum einen die derzeit geltenden Bestimmungen berücksichtigt, nicht in Hallen und geschlossenen Räumen zu trainieren. Zum anderen wird das Unterrichtsprojekt im Rahmen der Initiative „Abschlag Schule“ gefördert. Der Deutsche Golfverband will dadurch vermehrt Kinder und Jugendliche für den Golfsport gewinnen.

Große Unterstützung

So werden die Kosten für den Transport der Schüler nach Wetterburg und zurück sowie die Stunden bei Golftrainer Tim Baehr gefördert. Das geht nicht ohne den Golfclub. „Toll, dass das Interesse vom Betreiber da ist“, unterstreicht Kursleiter David Lappöhn.

In den Herbstferien hat sich der CRS-Lehrer eine Woche vor Ort auf den ungewöhnlichen Sportunterricht vorbereitet. Schließlich haben die Elft- und Zwölftklässler schon diverse Fragen, bevor es jeweils montags in kleinen Teams auf den Platz geht. Zu Anfang wurden die Grundschläge geübt und geklärt, welcher Schläger in welcher Situation zum Einsatz kommt. Das Equipment dafür wird gestellt.

Manches Talent

Auch das Wetter habe bisher immer mitgespielt, freut sich der Sportlehrer. In den letzten Trainingseinheiten vor der Winterpause dürfen die Schüler der Q1 nun weitgehend allein loslegen und sich im Team über die ersten vier Löcher vorarbeiten. Das wird von den Schülertrupps auch lebhaft diskutierend genutzt, wobei sich mancher als Golftalent entpuppt.

Die Elftklässler haben dafür acht, die Zwölftklässler sechzehn Trainingseinheiten zur Verfügung. Das Ziel sei, im kommenden Frühjahr die Platzreifeprüfung zu machen, sagt David Lappöhn.

Nachwuchs gewinnen

Das ist auch ganz im Sinn von Golfplatzbetreiber Andreas Motyl. Er hofft, dass einige der Schüler auch nach dem Kurs mit dem Golfen weitermachen und vielleicht sogar an Turnieren und Meisterschaften teilnehmen.

Seit Jahren gebe es nur wenige Kinder und Jugendliche im Verein, denen man indes vielfältige Möglichkeiten biete. „Man muss nicht von Anfang an viel Geld in die Hand nehmen, um Golf spielen zu können“, sagt Motyl. Jeder könne sich auf dem Platz versuchen, da sei vom elitären Sport nicht mehr viel zu sehen.

Gute Ideen im Lockdown gefragt

So läuft Schulsport im Teil-Lockdown: Abstimmung innerhalb der Lehrerschaft und gute Ideen sind gefragt, wenn es um die Organisation der Sportstunden an der Christian-Rauch-Schule geht. In der Halle darf lediglich ein Kurs mit Schülern trainieren, die ihre Abiturprüfung in Sport ablegen werden.

Bei allen anderen heißt das Ziel, die Kinder und Jugendlichen an der frischen Luft in Bewegung zu bringen. „Wir müssen versuchen, das draußen hinzukriegen, und Flächen zu finden, wo sich die Schüler kontaktlos bewegen können, sagt Sportlehrer David Lappöhn.

Laufen in der Großen Allee

Dazu tausche man sich verstärkt unter den Kollegen aus. Geeignete Stellen in und um Arolsen gebe es genug. So hätten Klassen schon am vormittags wenig frequentierten Schlossteich trainiert oder würden sie durch die Große Allee laufen.

Bei schlechtem Wetter sei Sporttheorie möglich, sagt Lappöhn. Offen ist, wie der Sportunterricht längerfristig gestaltet werden kann. (Von Sandra Simshäuser)

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