Wohin, wenn man mal muss?

Schwierige Toilettensuche in Frankenberg – auch wegen Corona

Altes Rathaus Frankenberg mit Hinweisschild auf das einzige öffentliche WC in Frankenberg Frankenberg Eder
+
Die einzige öffentliche Toilette in Frankenberg: Am Alten Rathaus am Obermarkt können Passanten das WC tagsüber benutzen.

Wer als Passant in Frankenberg mal muss, hat es insbesondere in Corona-Zeiten nicht einfach. Es gibt nur ein öffentliches WC.

Die Situation ist zwar mittlerweile etwas entspannter als beim strengen Lock-Down. Dennoch haben nicht alle Geschäfte wieder ihre Toiletten geöffnet. Und in Frankenberg gibt es nur eine öffentliche städtische Toilette.

Im Einkaufszentrum Frankenberger Tor waren die Toiletten wegen Corona lange Zeit komplett geschlossen. Die Wiederöffnung wurde nach nur zwei Tagen gestoppt. „Die Leute haben sich nicht an die Abstandsregeln gehalten. Sie standen in Gruppen in den Gängen zusammen“, sagt ein Vertreter des Hausmeister-Dienstes.

Als er die Kunden auf die Abstandsregeln hingewiesen habe, sei dies nur belächelt, aber nicht beachtet worden. „Und das waren keine Jugendlichen, sondern Erwachsene zwischen 40 und 60“, sagt der Mann. „Wir arbeiten aber daran, die Toiletten in den nächsten Tagen wieder öffnen zu können.“

Das Modehaus Eitzenhöfer in der Bahnhofstraße hat seit Kurzem seine Toiletten wieder zugänglich gemacht, obwohl es dazu nicht verpflichtet wäre. „Wir achten jetzt noch mehr als vorher auf Hygiene. Die Toiletten werden mehrfach täglich überprüft“, sagt Modehaus-Chef André Kreisz.

Nebenan in der Bäckerei Müller können die Kunden seit Wiederöffnung des Cafébetriebs wieder auf Toilette gehen. Wer dort nichts einkauft, der zahlt für die Toilettennutzung 50 Cent. Wochentags ist der Laden ab 6.30 Uhr geöffnet.

Das dürfte auch für den HNA-Leser interessant sein, der gerade früh morgens vor Arbeitsbeginn eine Toilette suchte und sich nicht in die Büsche schlagen wollte, wie er der Redaktion berichtete.

Die Stadt Frankenberg hat derzeit nur eine öffentliche Toilette, die am Alten Rathaus. Sie war und ist täglich von früh morgens bis in die Abendstunden geöffnet, sagt Florian Held, der Pressesprecher der Stadt.

Die öffentliche Toilette zwischen Uferstraße und Fußgängerzone wurde vor dem Bau des Wasserparks abgebaut, auch das Toilettenhaus an der Wehrweide wurde mittlerweile abgerissen. Selbst am Bahnhof suchen Leute vergeblich nach einem WC.

„In Frankenberg gab es in der Vergangenheit schon an mehreren Orten öffentliche Toilettenhäuschen. Die Erfahrungen der Stadt und aus anderen vergleichbaren Städten haben aber gezeigt, dass sie nicht oder kaum genutzt werden, wenn sie nicht streng überwacht werden bzw. sozialer Kontrolle unterliegen“, erläutert Held. „Das Toilettenhäuschen, das dem Wasserpark gewichen ist, wurde weitestgehend gemieden, hat aber pro Jahr allein rund 25 000 Euro an Reinigungskosten verursacht.“

Er fügt hinzu: „In diesen Zeiten sollte es doch lieber in die Richtung gehen, dass man als Kunde und Konsument in der örtlichen Gastronomie gern gesehen ist – und man mit einem (Toiletten)Besuch einen Beitrag zur Stärkung derselben leistet.“

Coronavirus auf Toiletten?

Zur Gefahr, sich auf öffentlichen Toiletten mit Corona zu infizieren sagt der Landkreis Waldeck-Frankenberg auf HNA-Anfrage: „Zu Infektionen mit dem Coronavirus über Fäkalien sind noch keine aussagekräftigen wissenschaftlichen Studien bekannt. Ohnehin sollten aber auf öffentlichen Toiletten sowie in den sanitären Einrichtungen in Geschäften oder der Gastronomie die gängigen Hygieneregeln eingehalten werden. In Zeiten der Corona-Pandemie sollte verstärkt darauf und auch auf die geltenden Abstandsregelungen geachtet werden.“ 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.