Nur ein „ausreichend“ bei ADFC-Test

So fahrradfreundlich ist Korbach: Vier minus für Radverkehr

Fahrradfahrer in der Korbacher Altstadt: Beim ADFC-Fahrrad-Klimatest hat die Hansestadt nicht gut abgeschnitten. Die Stadt blickt mit Skepsis auf die Ergebnisse der Umfrage und weist auf geplante Verbesserungen hin.
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Fahrradfahrer in der Korbacher Altstadt: Beim ADFC-Fahrrad-Klimatest hat die Hansestadt nicht gut abgeschnitten. Die Stadt blickt mit Skepsis auf die Ergebnisse der Umfrage und weist auf geplante Verbesserungen hin.

So fahrradfreundlich ist Korbach: Im Fahrrad-Klimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) kommt die Hansestadt auf eine Durchschnittsnote von nur 4,4.

Korbach – Im Bundesvergleich der Städte mit 20 000 bis 50 000 Einwohnern landet Korbach damit abgeschlagen auf Platz 387 von 415. Die fahrradfreundlichste Stadt in dieser Kategorie ist Baunatal mit der Note 2,4. Die bundesweite Durchschnittsnote liegt bei 3,9.

In der Umfrage des ADFC haben Fahrradfahrer bewertet, wie gut sie in ihrer Heimatstadt unterwegs sein können. 65 Bürger haben in Korbach abgestimmt. Besonders positiv aufgefallen ist, dass es kaum Fahrraddiebstahl in Korbach gibt. Auch Konflikte mit Fußgängern gibt es nur wenige und die Fahrradmitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln funktioniert aus Sicht der Befragten gut. Auf Radwegen gibt es kaum Hindernisse. Das Stadtzentrum ist zufriedenstellend mit dem Fahrrad zu erreichen.

Negativ bewerten die Teilnehmer der Umfrage, dass in Korbach nur wenig Werbung für das Fahrradfahren gemacht wird. Bemängelt wurde außerdem, dass keine öffentlichen Fahrräder zur Verfügung stehen. Kritikpunkte waren auch die Breite der Wege für Fahrradfahrer und die Ampelschaltungen. Insgesamt vergaben die Radfahrer als Gesamteindruck im Test die Schulnote 4,4 – also praktisch nur „ausreichend“.

„Solchen Ranking-Listen wie der vom ADFC stehen wir grundsätzlich skeptisch gegenüber“, sagte Ralf Buchloh, Sprecher der Stadt, auf Nachfrage unserer Zeitung. Für Korbach mit rund 23 500 Einwohnern seien gerade einmal 65 Bewertungen abgegeben worden, somit weniger als 0,28 Prozent der Gesamtbevölkerung. „Zumal Mehrfach-Beantwortungen nicht ausgeschlossen waren und auch Personen aus anderen Wohnorten unsere Fahrrad-Infrastruktur bei dieser Umfrage bewerten konnten“, so Buchloh weiter. Wie bei so vielen Umfragen sei die Motivation, an solchen Umfragen teilzunehmen, meist bei den Menschen deutlich höher, die mit gewissen Dingen unzufrieden sind.

„Dennoch: Es ist deutlich, dass bei der Infrastruktur für Radfahrer noch Luft nach oben besteht.“ In den vergangenen Jahren sei durch entsprechende Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung bereits viel erreicht worden, erläuterte Buchloh: „Rund 80 Prozent des Stadtgebietes sind bereits als Tempo-30-Zonen ausgewiesen, Radstreifen wurden in der Solinger Straße und am Südring eingerichtet.“

Weitere Maßnahmen sind laut Buchloh in Planung: In Kürze soll der Kniep in eine Tempo-30-Zone umgewandelt werden. Im Bereich der Arolser Landstraße soll die Anbindung an den Zentralen Omnibusbahnhof und in Richtung Berndorf verbessert werden. Die Neuordnung der Verkehrsflächen in der Briloner Landstraße soll dieses Jahr in Zusammenarbeit mit Hessen Mobil realisiert werden. Der Grüngürtel wird neu gestaltet und dabei wird auch auf die spezifischen Belange der Radfahrer Rücksicht genommen. „Die Stadt Korbach hat also die Zeichen der Zeit erkannt und bereits viel unternommen. Und es wird auch weiter an der Verbesserung des Radverkehrs in Korbach gearbeitet“, so Buchloh. (Lutz Benseler)

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