Statistik seit März 

So haben sich die Corona-Zahlen in Waldeck-Frankenberg entwickelt

Die Grafik des Landkreises zeigt, wie sich in den vergangenen Wochen die Corona-Zahlen der aktuell Infizierten (rot), der Genesenen (grün) und der Todesfälle (grau) in Waldeck-Frankenberg entwickelt haben. Die Grafik beruht auf den Zahlen des Gesundheitsamtes und der offiziellen Tests.

In Waldeck-Frankenberg gab es am 5. März den ersten bestätigten Corona-Fall. Wir haben uns die Entwicklung der Fall-Zahlen seitdem mal etwas genauer angesehen.

  • Seit fünf Tagen keine neuen Fälle in Waldeck-Frankenberg
  • Fast alle sind wieder genesen
  • Landkreis rechtfertigt Maßnahmen

Im Landkreis Waldeck-Frankenberg sind nach den offiziellen Zahlen, die das Gesundheitsamt am Mittwoch veröffentlicht hat, aktuell nur sieben Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Seit Ausbruch der Pandemie gab es insgesamt 146 positive Tests im Landkreis – die Zahl ist seit vergangenem Samstag, 2. Mai, nicht gestiegen, wie die Grafik oben zeigt. 136 dieser 146 Personen gelten mittlerweile als genesen. Es gab im Landkreis allerdings auch schon drei Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

146 Corona-Fälle unter rund 157.000 Einwohnern im Landkreis – das entspricht einer Quote von 0,093 Prozent. Das heißt: Von 100.000 Einwohnern in Waldeck-Frankenberg sind bisher 93 positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Kritik an Verhältnismäßigkeit

Angesichts dieser geringen Zahl und den nun schon sieben Wochen andauernden Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie gibt es auch immer mehr Menschen, die die Verhältnismäßigkeit der von Politik und Behörden getroffenen Maßnahmen kritisieren oder zumindest hinterfragen.

Das sagt der Landkreis

Erster Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent des Landkreises Karl-Friedrich Frese sagt dazu auf unsere Nachfrage: „Die Infektionszahlen im Landkreis entwickeln sich rückläufig. Alle, die an der Verhältnismäßigkeit der bisher – auf welcher Ebene auch immer – getroffenen Maßnahmen zweifeln, möchte ich fragen, was sie denken, was der Grund für diese hoffnungsvolle Entwicklung ist? Es sind genau die Regelungen der letzten Wochen, die dazu geführt haben, dass sich die Zahlen in Waldeck-Frankenberg stabilisieren – auch wenn diese mit deutlichen Einschränkungen verbunden sind, die für uns alle nicht einfach sind.“

Die Zahl der am jeweiligen Tag aktuell Infizierten in Waldeck-Frankenberg hatte am 5. April mit 55 ihren Höhepunkt. Aktuell gibt es nach den offiziellen Testzahlen nur noch sieben Infizierte. Nach dem Anstieg Mitte März auf über 30 Fälle hatte es in Battenberg und Allendorf Lautsprecherdurchsagen gegeben, weil es dort besonders viele Fälle gab.

Er hoffe, dass sich die Zahlen weiterhin „so moderat“ entwickeln, teilte Frese mit. Er sei „im Nachhinein froh darüber, dass wir als einer der ersten Landkreise in ganz Hessen gleich Anfang März viele Menschen in Quarantäne gestellt haben, um so die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Unsere vergleichsweise niedrigen Zahlen bestätigten diese Vorgehensweise. Wir wissen aber auch, dass die Dunkelziffer der Erkrankungen – bundesweit und auch im Landkreis – höher sein dürfte. Es gilt also, weiterhin wachsam zu sein – und die Maßnahmen nicht vorschnell, sondern Schritt für Schritt an die aktuelle Lage anzupassen.“

Vergleichszahlen aus Nachbarlandkreisen(in Klammern: Infizierte pro 100 000 Einwohner): 

Schwalm-Eder-Kreis: 477 Fälle (264,7), 31 Tote.

Hochsauerlandkreis: 585 Fälle (224,6), 17 Tote.

Marburg-Biedenkopf: 183 Fälle (74,2), 2 Tote.

770 Tests seit März

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH), die für die Corona-Tests im „COVID-Koordinierungscenter“ in Korbach zuständig ist, berichtete auf Nachfrage, dass dort seit Mitte März rund 770 Tests durchgeführt worden seien. Täglich seien es zwischen 8 und 50, durchschnittlich etwa 25 Tests pro Tag, sagte Pressesprecher Alexander Kowalski. 

„Ob die kaum steigende Zahl der positiven Tests auf sinkende Testzahlen zurückzuführen ist, können wir nicht beantworten. Was die Menge der Testungen in Korbach betrifft, erleben wir allerdings (mit Ausnahmen) eine leicht fallende Tendenz“, ergänzte er. 

Darüber, wie viele Tests in Waldeck-Frankenberg negativ ausgefallen seien, lägen der KVH keine gesicherten Informationen vor. Das gelte auch für eine Dunkelziffer von Infizierten.

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