Lüften, impfen, mehr Busse

So sollen Schüler in Waldeck-Frankenberg vor Corona geschützt werden

Ein Mund-Nasen-Schutz liegt im Unterricht auf Unterlagen.
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Symbolbild Corona und Schulen

Noch eine Woche Sommerferien, dann geht am Montag, 30. August 2021, die Schule in Hessen wieder los. Damit stellt sich auch in Waldeck-Frankenberg die Frage, wie Corona angesichts wieder steigender Infektionszahlen den Schulalltag bestimmen wird.

Waldeck-Frankenberg - Der Gemündener Aerosol-Experte Dr. Gerhard Scheuch fordert seit Monaten „kreative Ideen“, um die Luft in Klassenräumen möglichst virenfrei zu halten. Wir haben beim Landkreis Waldeck-Frankenberg als Schulträger und beim Hessischen Kultusministerium nachgefragt, was sie zu Scheuchs Vorschlägen sagen.

Luftfilter

Gerhard Scheuch empfiehlt mobile Hepafilter zusammen mit Stoßlüften. Filter für 300 bis 400 Euro reichten aus. Dazu verweist der Kreis auf die Infos von Landrat Dr. Reinhard Kubat im Juli im Kreistag. Wie berichtet, haben 23 Schulen im Kreis eigenverantwortlich mobile Luftreinigungsgeräte gekauft. Zudem wurden elf stationäre Geräte für Räume mit hoher Aerosolbelastung angeschafft. Weitere Maßnahmen plane der Landkreis derzeit nicht.

Aerosolexperte: Dr. Gerhard Scheuch erläutert, wie man Schulen sicherer machen kann – in seinem neuesten Video und im Interview mit unserer Zeitung.

Das Kultusministerium beruft sich auf Empfehlungen des Bundesumweltamtes und „die eingeübte Methode des regelmäßigen Stoßlüftens“. In der kurzen Zeit mit offenen Fenstern sinke auch bei Kälte die Temperatur im Klassenraum kurzfristig um nur 2 bis 3 Grad. Luftfilter könnten da gut eingesetzt werden, wo Lüften schwierig sei. Zudem ruft das Ministerium Eltern dazu auf, Kinder ab 12 Jahren impfen zu lassen, wie es die Ständige Impfkommission (Stiko) nun empfehle.

Unterrichtszeit

Der Aerosolexperte Scheuch empfiehlt, die Unterrichtszeit sollte verkürzt werden „Wenn man sie allein nur von 45 auf 40 Minuten verkürzt, erreicht man eine Reduktion des Risikos um über 20 Prozent“, sagt er. Das Kultusministerium entgegnet: „Uns ist keine wissenschaftliche Studie bekannt, die das begründen würde.“

Busse

Der Aerosolexperte warnt vor der Ansteckungsgefahr in Bussen. Der Landkreis verweist darauf, dass 40 zusätzliche Fahrten überwiegend im Bereich der Mittelzentren auf lokalen und regionalen Buslinien durchgeführt werden. Diese Verstärkerfahrten, die im vergangenen Jahre eingeführt wurden, finden parallel zu den öffentlichen Linienfahrten statt und tragen zu einer Entzerrung der Schülerströme und Verringerung der Auslastung der Busse bei, sagt der Landkreis.

Präsenzunterricht

„Die neueste Anpassung des Eskalationskonzeptes führt unter den aktuellen Pandemiebedingungen dazu, dass auch bei steigenden Inzidenzwerten im kommenden Schuljahr kein Fern- oder Wechselunterricht stattfinden wird“, sagt das Kultusministerium. Als Vorbeugemaßnahmen müssen die Schüler aller Klassen in den ersten beiden Wochen Mund-Nasen-Schutz auch am Platz in der Klasse tragen und sie werden drei- statt zweimal pro Woche auf das Coronavirus getestet.

Das Interview mit Dr. Gerhard Scheuch lesen Sie in der gedruckten Ausgabe unserer Zeitung vom 23. August 2021.

Info-Video auf Youtube

Mit dem Thema Schutz vor Corona-Infektionen in Schulen befasst sich der Gemündener Aerosolexperte Dr. Gerhard Scheuch in seinem neuesten Info-Video auf Youtube und Facebook. In der Serie unter dem Titel „Open-Air statt Ausgangssperre – Dr. Scheuch’s Aerosol-ABC“, warnt er vor der Ansteckungsgefahr über Aerosole, das Luft-Gas-Gemisch, das uns umgibt. Über 2,5 Millionen Menschen haben seine Videos bereits angeklickt.

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