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Waldeck-Frankenberg: Gasverbrauch im Landkreis sinkt

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Von: Julia Janzen

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Auf Sparflamme: Viele private Verbraucher, aber auch kleinere Gewerbekunden im Landkreis sparen Erdgas ein.
Auf Sparflamme: Viele private Verbraucher, aber auch kleinere Gewerbekunden im Landkreis sparen Erdgas ein. © Foto: Julia Steinbrecht/KNA

 Im Landkreis wurde in den vergangenen Monaten weniger Gas verbraucht. Das bestätigen die Energieversorger EWF und EGF auf Anfrage.

waldeck-Frankenberg - Zudem gebe es noch immer häufige Nachfragen, wie der Energieverbrauch aktiv gesenkt werden könne, sagt EWF-Sprecher Axel Voigt. Im Netzgebiet der Energiegesellschaft Frankenberg (EGF) betrage die Einsparung im Vergleich zu 2021 insgesamt etwa 17 Prozent, sagt Geschäftsführer Jens Nehl. Allerdings: „Die Einsparung ist hauptsächlich auf die milden Temperaturen zurückzuführen.“ Zum Kundenverhalten könne EGF keine belastbare Aussage treffen.

Jens Nehl geht davon aus, dass „die Kosten für Gas im Jahr 2023 für ein Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20 000 kWh mit Berücksichtigung der Gaspreisbremse etwa 67 Prozent höher“ seien als 2022. Für EGF hätten sich die Gasbeschaffungskosten für das Jahr 2023 „fast vervierfacht“. Hinzu kommen würden höhere Netznutzungsentgelte und Umlagen.

„Aktuell scheint sich die Lage am Gasbeschaffungsmarkt etwas zu entspannen“, so Nehl. Tendenziell würden die Energiepreise aber „weiterhin deutlich höher sein als vor dem Ukraine-Krieg und der damit verbundenen Energiekrise“.

Verglichen mit dem Vorjahr rechnet Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) für das Jahr 2022 insgesamt mit etwa 15 Prozent weniger Gasverbrauch, sagt Sprecher Axel Voigt. Allerdings könne der reduzierte Gasverbrauch für Haushalte sowie kleine und mittlere Unternehmen lediglich geschätzt werden, indem der sogenannte RLM-Bezug (der durchgehend gemessene Leistungsbezug) von großen Industriebetrieben vom gesamten Gasverbrauch der EWF-Kunden abgezogen wird. „Demnach haben die privaten Haushalte und kleine Gewerbebetriebe ihren Gasverbrauch um 19 Prozent gesenkt“, so der Sprecher. Wie hoch die aktive Einsparung sei, beispielsweise durch eine niedrigere Raumtemperatur, lasse sich daraus aber nicht ablesen, schränkt Voigt ein.

Doch am aktiven Einsparen haben nach wie vor viele Menschen Interesse. Im Kundenzentrum der EWF werde oft nach Tipps gefragt. Zu Wartezeiten komme es teils schon bei der Ausleihe von Strommessgeräten. 2023 müsse man weiter „daran denken, bewusst mit Energie umzugehen“. Das entlaste bei den Energiekosten und sorge für Versorgungssicherheit.

„Um die Entlastung schnell an die Kunden weiterzugeben, entfällt die Abschlagszahlung im Dezember“, erklärt Axel Voigt, Sprecher von Energie Waldeck-Frankenberg (EWF). „Die genaue Abrechnung der Soforthilfe erfolgt dann mit der Jahresabrechnung.“ So könne etwa eine Familie, die auf einer Wohnfläche mit etwa 100 Quadratmetern lebt und rund 20 000 Kilowattstunden Gas im Grundversorgungstarif bezieht, etwa 200 Euro einsparen. Wer auf 75 Quadratmetern lebt und 15 000 Kilowattstunden Gas in der Grundversorgung bezieht, kann immerhin mit 163 Euro Erstattung rechnen. Je nach Tarif fällt die Ersparnis jedoch unterschiedlich aus.

Aber auch Gewerbekunden, die Erdgas beziehen, profitieren von der Soforthilfe – sofern sie „über Standardlastprofile abgerechnet werden und weniger als 1,5 Millionen Kilowattstunden Gas im Jahr verbrauchen“, heißt es auf der Internetseite der Bundesregierung dazu.

„Bei Wärmekunden gilt, dass die Erstattung im Dezember der Höhe des Abschlags im September entspricht, zuzüglich einer Pauschale in Höhe von 20 Prozent“, sagt Axel Voigt. „Wärmekunden erhalten den Betrag jedoch über eine separate Auszahlung. Die Abschläge für Wärme müssen ohne Unterbrechung weiterhin geleistet werden,“ betont der Sprecher von EWF.

Laut Frankenberger Energiegesellschaft (EGF) betrage die Erstattung des Dezember-Abschlags „für ein Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20 000 kWh im Premium-Tarif etwa 139 Euro, für einen Vier-Personen-Haushalt mit 15 000 kWh 107 Euro“, so Geschäftsführer Jens Nehl. Bei Gewerbekunden sei dies pauschal nicht bezifferbar, „da die Erstattung verbrauchs- und tarifabhängig ist“. Aber: „Ein Kindergarten mit einem Jahresverbrauch von 80 000 kWh würde im Premiumtarif eine Erstattung von 523 Euro erhalten. Für Krankenhäuser sind teilweise individuelle Erstattungsregelungen vorgesehen.“

Derzeit beliefert die EGF 11 530 Kunden mit Strom, davon sind 16 Prozent Gewerbekunden und 2035 Kunden mit Gas (14 Prozent Gewerbekunden). Die EWF versorgt rund 24 000 Privathaushalte sowie kleine und mittlere Betriebe mit Erdgas. 62 Kunden beziehen Gas über die registrierende Leistungsmessung.

Von Julia Janzen

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