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Höchstwerte, Spaziergänge und Lockerungen: So war das Corona-Jahr 2022 in Waldeck-Frankenberg

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Von: Jörg Paulus

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Anfang 2022 war die Corona-Pandemie noch ein bestimmendes Thema in der Öffentlichkeit. Unser
Anfang 2022 war die Corona-Pandemie noch ein bestimmendes Thema in der Öffentlichkeit. Unser Foto entstand am 14. Februar, als auf dem Obermarkt in Frankenberg die Aktion „Singen für Solidarität“ auf Montagsspaziergänger traf.  © entstand am 14. Februar, als auf dem Obermarkt in Frankenberg die Aktion „Singen für Solidarität“ auf Montagsspaziergänger traf. archivoto: Kira Müller

2022 war das dritte Jahr der Corona-Pandemie. In unserem Rückblick erinnern wir daran, wie das Corona-Jahr in Waldeck-Frankenberg gelaufen ist - von Rekordwerten am Anfang bis zur Schließung der Impfzentren am Ende.

Waldeck-Frankenberg – Die Corona-Pandemie beschäftigt uns nun schon seit fast drei Jahren. Ende 2022 gibt es im Alltag aber kaum noch Einschränkungen durch Corona-Regeln. Der Virologe Christian Drosten hat die Pandemie in dieser Woche aus seiner Sicht bereits für beendet erklärt. Dabei vergisst man leicht, dass die Lage Anfang dieses Jahres noch ganz anders aussah.

Mit der Omikron-Variante sind auch bei uns in Waldeck-Frankenberg die Infektionszahlen im Vergleich zu den ersten beiden Pandemie-Jahren geradezu explodiert. Im Januar und Februar gab es täglich neue Höchstwerte bei den Neuinfektionen, wie unser lokaler Corona-Jahresrückblick zeigt:

6. Januar: Corona-Schutzimpfungen in Apotheken sowie bei Tier- und Zahnärzten sind nach einem Beschluss des Bundestags möglich. Einige Hürden, darunter Schulungen für das Personal, sind noch zu nehmen. Vielfach fehlen auch Räume, um Impfungen anbieten zu können.

7. Januar: Bund und Länder beschließen wegen der Omikron-Variante strengere Corona-Regeln, etwa 2G-Plus in der Gastronomie (statt 2G). Die Quarantäne für Kontaktpersonen und die Isolierung Infizierter werden verkürzt und vereinfacht.

15. Januar: Mit 417,2 erreicht die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis einen neuen Höchstwert im Laufe der Pandemie. Bisher war 366,6 am 23. Dezember 2020 die höchste Inzidenz.

17. Januar: Die Zahl der akuten Fälle ist erstmals vierstellig, der Landkreis meldet 1178. Die Inzidenz steigt weiter auf 466,4. Sie liegt damit am dritten Tag in Folge über 350. Deshalb gelten strengere Hotspot-Regeln, unter anderem 2G-Plus in der Gastronomie, bei Veranstaltungen sowie in Sport- und Kulturstätten. Kommunen können eine Maskenpflicht in Fußgängerzonen und ein Alkoholverbot an belebten Orten festlegen.

19. Januar: Zum ersten Mal in dieser Corona-Welle muss im Landkreis eine Schule komplett geschlossen werden: die Grundschule in Bottendorf. Dort gibt es mehrere Infektionen in allen Klassen.

23. Januar: Die 7-Tage-Inzidenz erreicht am fünften Tag in Folge einen neuen Höchstwert: 805. Sie steigt damit wie bundesweit erstmals über 800.

27. Januar: Die Inzidenz im Landkreis steigt auf 1101. Mit 475 Neuinfektionen seit dem Vortag steigen die akuten Fälle auf einen neuen Höchstwert von 2605. Es sind damit aktuell mehr Menschen in Waldeck-Frankenberg mit Corona infiziert, als im Jahr 2020 kreisweit insgesamt von Anfang März bis Weihnachten überhaupt positiv getestet wurden.

4. Februar: Die Corona-Zahlen in Waldeck-Frankenberg sind von Donnerstag auf Freitag so stark gestiegen wie bisher an keinem anderen Tag in nun fast zwei Jahren Pandemie. Der Landkreis berichtet von 752 Neuinfektionen seit Donnerstag. Die 7-Tage-Inzidenz steigt auf 1508. Das ist ebenso ein neuer Höchstwert wie bei den akuten Fällen: Die Zahl Menschen, die aktuell mit Corona infiziert sind, ist auf 4140 gestiegen.

14. Februar: Anlässlich der Montagsspaziergänge gegen die Corona-Politik, die seit Wochen im Landkreis stattfinden, gibt es in Frankenberg erstmals die alternative Aktion „Singen für Solidarität“ mit Liedern wie „Amazing Grace“ und „Die Gedanken sind frei“. 50 Sänger treffen auf 240 Spaziergänger und stellen Kerzen für die Corona-Toten auf. Sie seien nicht gegen die Spaziergänger, aber gegen Spaltung, sagt eine Mitorganisatorin.

15. Februar: Mit 5417 erreichen die akuten Corona-Fälle ihren nächsten Höchstwert im Laufe der Pandemie.

16. Februar: Bund/Länder beschließen weitreichende Lockerungen in einem Stufenplan bis 20. März

18. Februar: Der Landkreis meldet den 20 000. Infizierten. Es gab bisher allein in diesem Jahr, also in sieben Wochen, mit 10 250 so viele registrierte Infizierte wie zuvor in den Pandemie-Jahren 2020 und 2021 zusammen.

5. März: Die Nachfrage nach dem neuen Corona-Impfstoff von Novavax ist in Waldeck-Frankenberg wie bundesweit gering. Zur ersten Impfaktion mit dem Totimpfstoff, die der Kreis in seinen vier Mini-Impfzentren anbietet, kommen nur 84 Menschen; 1250 Impfdosen standen zur Verfügung.

16. März: Ab sofort gilt in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen eine einrichtungsbezogene Corona-Impfpflicht für Mitarbeiter. Die Einrichtungen in Waldeck-Frankenberg müssen dem Landkreis bis Ende März melden, ob alle Beschäftigten immunisiert sind.

30. März: Mit 1687 erreicht die 7-Tage-Inzidenz im Kreis einen neuen Höchstwert.

2. April: In Hessen fällt die Maskenpflicht in vielen Bereichen weg, zum Beispiel im Einzelhandel und an Schulen. Einige Einzelhändler behalten die Maskenpflicht in ihren Läden bei oder empfehlen das Masketragen ihren Mitarbeitern und Kunden.

20. April: Im Landkreis sind 76,8 Prozent der impfberechtigten Einwohner mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. 81,4 Prozent gelten – mit in der Regel zwei Impfungen – als grundimmunisiert. 62,4 Prozent haben mindestens eine Auffrischungsimpfung erhalten.

2. Mai: In den Schulen in Hessen werden weitgehend alle Corona-Regeln aufgehoben. Es gelten keine Test- und Maskenpflicht mehr. Schüler und Lehrer bekommen pro Woche zwei Tests für zuhause, einige tragen auch in der Schule weiter Maske.

13. Juni: Angesichts wieder steigender Infektionszahlen mahnt der Landkreis, sich freiwillig an Corona-Maßnahmen zu halten und in Gebäuden eine Maske zu tragen.

12. Juli: Die Corona-Zahlen in Waldeck-Frankenberg sind weiterhin relativ hoch. Mit der Inzidenz von 1048 liegt der Landkreis in der Auswertung des Robert-Koch-Institutes auf Platz 27 unter den 401 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland. Auffällig ist: In vielen Orten des Kreises, in denen zuletzt größere Feste stattgefunden haben, steigt die Zahl der Corona-Fälle einige Tage später deutlich an, wie der Landkreis bestätigt.

19. Juli: In Waldeck-Frankenberg liegen derzeit so viele Corona-Patienten im Krankenhaus wie seit vier Monaten nicht mehr: aktuell 40.

2. August: Der Landkreis versendet Quarantäne-Bescheide nach einer Corona-Infektion nur noch auf Anfrage, nicht mehr ausnahmslos an alle Infizierten. Die Quarantäne ist trotzdem weiterhin verpflichtend.

2. August: Das Lagebild des Landkreises wird an die Statistik des Robert-Koch-Institutes angepasst. Das bedeutet unter anderem, dass der Kreis ab sofort nicht mehr die einzelnen Infektionszahlen der 22 Städte und Gemeinden veröffentlicht. Das Lagebild des Gesundheitsamtes erscheint aber weiterhin zwei Mal pro Woche dienstags und freitags.

14. September: Der Landkreis erhält die erste Lieferung des neuen Corona-Impfstoffes gegen die Omikron-Variante BA.1.

13. Oktober: Nachdem die 7-Tage-Inzidenz über mehrere Wochen von über 1000 auf unter 200 gesunken ist, steigt sie wieder bis auf 941 an.

14. Oktober: Der Landkreis berichtet von aktuell 64 stationären Corona-Patienten in den Krankenhäusern – so viele waren es seit Februar 2021 nicht mehr. Die Kliniken rechnen mit noch mehr in den kommenden Wochen.

11. November: Mit 207 erreicht die Corona-Inzidenz den niedrigsten Wert seit acht Wochen. Der positive Abwärtstrend bei den Infektionszahlen spiegelt sich auch an den Belegungszahlen der Krankenhäuser wider. Aktuell werden 15 Menschen wegen oder mit Corona stationär behandelt.

26. November: Nach zwei Jahren Corona-Pause finden wieder die ersten Weihnachtsmärkte statt. Für die Märkte gelten keine Corona-Einschränkungen mehr.

7. Dezember: Die vom Landkreis betriebenen Mini-Impfzentren für Corona-Schutzimpfungen in Korbach und Frankenberg werden Ende dieses Jahres schließen, kündigt der Landkreis an. Grund sei die relativ geringe Nachfrage, die im Verhältnis zu einem großen organisatorischen und finanziellen Aufwand stehe, der ab 2023 auch vom Bund nicht mehr mitgetragen werde.

23. Dezember: Der Landkreis veröffentlicht für dieses Jahr das letzte Corona-Lagebild, da die Kreisverwaltung zwischen den Jahren geschlossen ist. Die Inzidenz liegt bei 214, aktuell liegen 43 Corona-Patienten im Krankenhaus, drei auf der Intensivstation. Bisher sind im Laufe der Pandemie in Waldeck-Frankenberg 216 Menschen nachgewiesen an oder mit Corona gestorben.

24. Dezember: Nach den Corona-Einschränkungen der vergangenen beiden Jahre können die Gottesdienste an Heiligabend und Weihnachten deutlich unbeschwerter stattfinden. In den Kirchen gibt es wieder Krippenspiele und Abendmahl. 2020 waren wegen Corona keine Präsenz-Gottesdienste an Weihnachten möglich, 2021 fanden sie mit Hygienekonzepten oder im Freien statt.

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