Tim Sommer aus Römershausen erkrankte an Leukämie und ist heute gesund

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Haben eine schwere Zeit hinter sich: Die Sommers aus Römershausen. Das Bild zeigt (von links) Ole, Katharina, Bernd und den im Februar 2013 an Leukämie erkrankten Sohn Tim Sommer.

Römershausen. Die Diagnose trifft Familie Sommer aus Römershausen wie ein Schlag ins Gesicht: Ihr Sohn Tim, der damals im Februar 2013 drei Jahre alt ist, hat Leukämie.

„Als uns die Ärzte das sagten, ist eine Welt zusammengebrochen“, erzählt Mutter Katharina Sommer (31). „Ich habe nur gedacht, wenn Tim keine Knochenmarkspende erhält, muss er sterben“, erinnert sich auch Vater Bernd Sommer (41) an die ersten Stunden nach der Diagnose.

Zusammen mit ihrem heute fünf Jahre alten Tim und dessen dreijährigem Bruder Ole sitzen die Sommers entspannt im Garten und blicken auf eine Zeit zurück, die ihr Leben von heute auf morgen auf den Kopf gestellt hat. Sie schauen auf vergangene Monate, die alles von ihnen abverlangt haben und in denen es nur um eines ging – dass ihr Sohn die Krankheit besiegt. „Tim geht es heute gut. Er wird noch regelmäßig untersucht, aber er ist gesund“, sagt Bernd Sommer, fügt aber sofort hinzu: „Als endgültig geheilt gilt er erst in fünf Jahren.“

Trotz aller Ängste und der bevorstehenden Chemo-Therapien gehen die Sommers nach der Diagnose den Kampf gegen den Krebs positiv und optimistisch an. „Es wurde bei Tim die akute lymphatische Leukämie, kurz ALL, festgestellt. Wird diese Art der Leukämie nicht sofort behandelt, führt sie zum Tod. Wenn man die Krankheit aber früh genug erkennt und direkt mit der Behandlung anfängt, stehen die Heilungschancen bei 80 Prozent. Und diese hohe Zahl hatten wir. Da war für uns klar: Wir werden die Krankheit besiegen“, sagt Bernd Sommer.

Und seine Frau Katharina erzählt, dass sie immer offen und ehrlich mit Tim umgegangen seien. „Wir haben ihn nie angelogen. Wenn er uns gefragt hat, ob die nächste Untersuchung weh tut, haben wir zu ihm gesagt: Ja, das kann schmerzhaft werden. Aber da musst du jetzt durch“, sagt Katharina Sommer. „Wenn wir ihn angelogen hätten, hätte er das Vertrauen zu uns und zu den Ärzten in der Kinderkrebsstation in Gießen verloren. Dann wäre es viel schwerer gewesen, die zehnmonatige Akut-Therapie durchzuziehen.“

Doch es ist in erster Linie Tim selbst, der die Krankheit annimmt und die Therapie gut meistert. „Er hat alles meist ohne Murren über sich ergehen lassen. Es war beeindruckend, wie er mit Hilfe der Ärzte, der Krankenschwestern und der Mitarbeiter des Vereins für leukämie- und krebskranke Kinder die Leukämie bekämpft hat, wie tapfer er war“, sagt Bernd Sommer.

Die Eltern müssen sich derweil an eine Umgebung gewöhnen, die lange Zeit das zweite Zuhause für sie und Tim ist. „Das war die Kinderkrebsstation in Gießen leider wirklich. Niemand ist auf so etwas vorbereitet, auch wenn uns die Ärzte erklärt haben, wie es auf der Station zugeht“, sagt Katharina Sommer. „Aber wenn man dann das erste Mal dort ist, die Kinder ohne Haare und die Schicksale sieht, ist das alles ganz unwirklich.“

Die 31-Jährige weiß noch, dass immer ein Lämpchen angeschaltet wurde, wenn etwas Schlimmes passiert ist – wenn ein Kind gestorben ist. „Das war das Signal für die anderen Familien, sich ruhig zu verhalten und aus Respekt vor dem Leid der anderen auf den Zimmern zu bleiben.“

Während der schweren Zeit auf der Kinderkrebsstation in Gießen erfuhr die Familie unter anderem viel Hilfe vom dort tätigen Elternverein für leukämie- und krebskranke Kinder.

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