1. Startseite
  2. Lokales
  3. Frankenberg / Waldeck

Sperrmauer des Edersees bleibt vorerst unbeleuchtet

Erstellt:

Kommentare

Bleibt vorerst nur Erinnerung: die beleuchtete Sperrmauer, hier während der bislang letzten Mauerpower 2019.
Bleibt vorerst nur Erinnerung: die beleuchtete Edersee-Sperrmauer, hier während der bislang letzten Mauerpower 2019. © Matthias Schuldt/pr

Die Fraktion „WIR Edertaler“ ist im Parlament von Edertal mit dem Antrag gescheitert, das Beleuchten der Sperrmauer begrenzt wieder aufzunehmen.

Edertal –Fraktionsvorsitzender Holger Blume begründete den Antrag: „Die Energiesparverordnung des Bundes lässt Spielräume.“ Blume verwies als ein Beispiel auf die Entscheidung der Nachbarstadt, die „Wildunger Eiszeit“ trotz der Verordnung von November bis Januar zuzulassen. „Der Gemeindevorstand hat die Edertalsperre als Baudenkmal eingestuft und die Beleuchtung gemäß der Energiesparverordnung des Bundes abgeschaltet. Doch in allen gängigen Medien werden nur die Gedenktafeln der versunkenen Dörfer im Edersee als Denkmäler bezeichnet“, meinte Blume. Einziges explizit ausgewiesenes Baudenkmal am Edersee sei die Aseler Brücke.

Die WIR-Fraktion betrachte die Sperrmauer als „Werbeanlage“. Für eine solche sei die Beleuchtung nur zwischen 22 Uhr und 16 Uhr des nächsten Tages verboten. Blume verwies auf die zahlreichen Abbildungen der illuminierten Sperrmauer am Edersee, die im Umlauf seien als Werbung für die Ferienregion Edersee. „Wir schlagen vor, die Beleuchtung der Edersee-Sperrmauer von 18 bis 20 oder 22 Uhr einzuschalten“, setzte er hinzu. Das koste drei Euro am Tag, so gering sei der Verbrauch.

Sperrmauer des Edersees ist keine „Werbeanlage“ im Sinn der Energiesparverordnung des Bundes

Bürgermeister Klaus Gier räumte ein, „dass zwei Herzen in meiner Brust schlagen.“ Die Sperrmauer sei aber als Baudenkmal zu sehen, „denn die Liste der anerkannten ist keineswegs vollständig“, sagte er. Als „Werbeanlage“ gehe die Sperrmauer keinesfalls durch, weil damit Schaufenster, Schautafeln und Ähnliches gemeint seien.

Die Edersee-Marketing habe gegenüber anfragenden Gästen auch bereits klar gestellt, dass selbst Weihnachten und Silvester die Mauer dunkel bleibe. „Wenn wir das wieder ändern, gibt es auch Unmut“, meinte Gier.

Mehrheit meint im Sinn der Energiesparverordnung des Bundes: Müssen Solidarität zeigen

Frederik Westmeier (CDU) meinte: „Vielleicht könnte es ein Kompromiss sein, die Beleuchtung der Edersee-Sperrmauer an den Adventssonntagen einzuschalten.“ Rainer Pfeffermann, Fraktionsvorsitzender der Grünen, plädierte – im Gegenteil – dafür, als nicht nur auf das Sperrmauerlicht, sondern auch auf das Beleuchten der Weihnachtsbäume in diesem Jahr zu verzichten: „als Klimakommune müssen wir Vorbild sein.“

Es gehe nicht um die fünf Kilowattstunden, „die wir einsparen, sondern darum, Solidarität beim Energiesparen mit allen zu zeigen. Lassen wir das Licht aus“, verlangte unisono Dr. Daniel Haase, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler.

Antrag auf Beleuchten der Edersee-Sperrmauer mit großer Mehrheit abgelehnt

So argumentierte im Grundsatz auch CDU-Fraktionsvorsitzende Andrea Claudy: „Überall bleiben historische Gebäude dunkel. Der Winter ist außerdem im Edertal nicht die Hochzeit für den Tourismus.“

Eine deutliche Mehrheit votierte gegen den Vorstoß von „WIR Edertaler“. Der Antrag wurde bei zwei Ja-Stimmen, 20-mal Nein und vier Enthaltungen abgelehnt. (Matthias Schuldt)

Öffentliche Bauten, darunter viele Wahrzeichen, bleiben seit 1. Oktober wegen der Energiesparverordnung unbeleuchtet.

Auch interessant

Kommentare