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Staatsminister Al-Wazir würdigt Engagement für Klimaneutralität in Waldeck-Frankenberg

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Von: Martina Biedenbach

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Bei der Auftaktveranstaltung des Vereins Klimaneutrales Waldeck-Frankenberg: (von links) Vereinsgeschäftsführer Tim Oberlies, Landrat und Schirmherr Jürgen van der Horst, Staatsminister Tarek Al-Wazir, Vorstandsvorsitzender der Viessmann Group Max Viessmann, Vereinsvorsitzender Prof. Dr. Markus Pfuhl, 2. Vorsitzender und Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese und Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß.
Bei der Auftaktveranstaltung des Vereins Klimaneutrales Waldeck-Frankenberg: (von links) Vereinsgeschäftsführer Tim Oberlies, Landrat und Schirmherr Jürgen van der Horst, Staatsminister Tarek Al-Wazir, Vorstandsvorsitzender der Viessmann Group Max Viessmann, Vereinsvorsitzender Prof. Dr. Markus Pfuhl, 2. Vorsitzender und Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese und Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß. © Martina Biedenbach

Der Hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir hat bei einem Besuch in Frankenberg das Engagement des im Oktober gegründeten Vereins Klimaneutrales Waldeck-Frankenberg gelobt. Dessen Ziel ist es, dass der Landkreis bis 2035 klimaneutral werden soll.

Waldeck-Frankenberg – „Es ist toll, was Sie hier machen!“ Mit diesem Lob für den Verein Klimaneutrales Waldeck-Frankenberg begann Tarek Al-Wazir, der Hessische Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, seine Rede. Sein Besuch am Freitagabend in Frankenberg war die offizielle Auftaktveranstaltung des Vereins, der das ehrgeizige Ziel hat, Waldeck-Frankenberg bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu machen.

Wie berichtet, hatten auf Initiative des Allendorfer Heiz- und Klimatechnik-Unternehmens Viessmann und mit Unterstützung des Landkreises Waldeck-Frankenberg im Oktober 2021 zunächst 14 Mitglieder den Verein gegründet. Mittlerweile gehören ihm mehr als 100 an: Unternehmen, alle 22 Kommunen des Landkreises, Vereine und Verbände, wie Vereinsvorsitzender Prof. Dr. Markus Pfuhl, der zum Viessmann-Führungsteam gehört, in seiner Begrüßung feststellte. Rund 90 Vertreter dieser Organisationen waren zur Auftaktveranstaltung in die Kulturhalle gekommen.

„Sie fragen sich, was können wir hier vor Ort tun. Sie warten nicht auf andere, sondern werden selbst aktiv“, fuhr Staatsminister Tarek Al-Wazir in seinem Lob für die Initiative fort. Mit Trockenheit, Stürmen und Starkregenereignissen sei der Klimawandel auch bei uns angekommen. Es gelte entgegenzuwirken – durch Energieeinsparung, mehr Energieeffizienz und den Ausbau erneuerbarer Energien, sagte er: „Wir können nicht so weiter machen. Das Zeitfenster, in dem wir noch handeln können, schließt sich.“ Der Angriffskrieg Putins auf die Ukraine zeige, dass die Frage der Energieversorgung auch große sicherheitspolitische Relevanz habe. Die Drohung, den Gas- und Ölhahn abzustellen, steigere das Interesse der Menschen am Energiesparen und Nachdenken über den Umgang mit Ressourcen.

Tarek Al-Wazir: Wie müssen unsere Gewohnheiten ändern

Es seien erhebliche Transformationsprozesse nötig. „Wie wir leben, wie wir arbeiten, uns fortbewegen, wie wir heizen – in all diesen Bereichen müssen wir unsere Gewohnheiten ändern, wenn wir den nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Welt hinlassen wollen“, sagte Al-Wazir. Es lasse sich eine Bereitschaft zum Umdenken erkennen und diese müsse auch eingefordert werden. „Es wird manchen nun klarer, dass Windkraft nicht die schlechteste Option ist“, sagte er.

Dass Transformation möglich sei, dafür gebe er „mutmachende Beispiele“, wie die erfolgte Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energien auf über 40 Prozent – weitere 40 Prozent müssten aber noch schnell folgen. „Die Veränderung nimmt Fahrt auf“, meinte Al-Wazir.

Bei dem Transformationsprozess müssten alle an einem Strang ziehen, der Staat, die Bevölkerung und die Wirtschaft mit ihrer Innovationskraft. Die Umgestaltung sollte nicht als Problem, sondern vor allem als Chance gesehen werden, appellierte der Minister. Sie biete Wettbewerbsvorteile und sorge für mehr Lebensqualität. Diese Herausforderung anzugehen, dabei seien die Akteure des Klimavereins in Waldeck-Frankenberg mit ihrer Gemeinschaftsaktion schon weit vorangeschritten. „Wenn wir die Transformation klug machen, werden wir am Ende mehr haben und nicht weniger“, schloss der Minister.

Rahmenprogramm: Die Streichergruppe des Orchesters der Edertalschule mit Leiter Martin Fischer erhielt viel Beifall für ihre Beiträge aus Klassik und Pop.
Rahmenprogramm: Die Streichergruppe des Orchesters der Edertalschule mit Leiter Martin Fischer erhielt viel Beifall für ihre Beiträge aus Klassik und Pop. © Martina Biedenbach

Firmenchef Max Viessmann: Einsatz für Klimaneutralität als Chance zu begreifen

Auch Max Viessmann, Vorstandsvorsitzender der Viessmann Group, rief in seinem folgenden Impulsvortrag dazu auf, den Einsatz für Klimaneutralität „als Chance zu begreifen“. Sie bringe zum Beispiel Wettbewerbsvorteile für Unternehmen, die weniger Kosten für Energie aufwenden müssten. Vom Klimaschutz profitiere das ganze Umfeld. Großes Energie-Einsparpotenzial gebe es im Bereich der Gebäude. Der Verbrauch dort für Strom, Heizung, Kühlung mache 40 Prozent des CO2-Ausstoßes aus, sagte Viessmann.

Der Landkreis solle an vorderster Front stehen, um eine lebenswerte Welt für nachfolgende Generationen zu gestalten. Es werde Widerstände geben, aber gemeinsam könnten die Mitglieder Begeisterung für die Umgestaltung wecken, und mit ihrem Engagement weit über die Region hinausstrahlen, meinte der Unternehmenschef.

In Grußworten betonten auch Landrat Jürgen van der Horst, der als Nachfolger von Dr. Reinhard Kubat die Schirmherrschaft für den Verein übernommen hat, und Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß ihre Verbundenheit mit dem Verein und seinen Zielen.

Das Schulorchester der Edertalschule mit Leiter Martin Fischer umrahmte die Veranstaltung musikalisch. Ein Sponsor hatte für Getränke und ein Büfett mit regionalen Produkten gesorgt.

Am Stand der Umwelt-AG der Edertalschule: die Lehrer Daniel Herbrich (links) und Marc Heimermann (rechts) sowie die Schüler Mara Untersteller und Finn Freitag.
Am Stand der Umwelt-AG der Edertalschule: die Lehrer Daniel Herbrich (links) und Marc Heimermann (rechts) sowie die Schüler Mara Untersteller und Finn Freitag. © Martina Biedenbach

Ziele des Vereins Klimaneutrales Waldeck-Frankenberg 

„Wir haben etwas Einzigartiges geschaffen, das es so in Deutschland noch nicht gibt“, sagte Tim Oberlies, Geschäftsführer des Vereins Klimaneutrales Waldeck-Frankenberg. Durch die über 100 Mitgliedsorganisationen verfüge der Verein über „eine unglaubliche Vielfalt“. Man könne miteinander und voneinander lernen. Derzeit sei der Verein dabei, ein Tool zu erarbeiten, mit dem die Mitglieder ihre CO2-Bilanz erstellen können. Auf der Basis des aktuellen Zustands sollen dann Möglichkeiten der CO2-Reduktion ermittelt und gemessen werden.

Oberlies nannte auch drei „Leuchtturm-Projekte“, die der Verein zum Klimaschutz etablieren wolle: Es soll mit Partnern eine neue Strategie für den Öffentlichen Personennahverkehr erstellt werden. Man will sich zusammen mit der Domanialverwaltung für Wiederaufforstung und Waldschutz einsetzen. Als drittes Projekt soll zusammen mit den Kommunen überlegt werden, wie man energieautarke Neubaugebiete schaffen kann.

Unterstützt wird der Klimaverein vom Klimateam des Landkreises Waldeck-Frankenberg mit Niko Wirth sowie von der Landesenergie-Agentur Hessen. Beide waren auch mit Ständen in der Kulturhalle vertreten. Ebenso die Umwelt-AG der Edertalschule, die auf ihre Projekte aufmerksam machte, zum Beispiel Mülleinsparen im Klassenzimmer und die Installation von Wasserspendern. (Martina Biedenbach)

Infos

Infos über den Verein gibt es auf der Homepage klimaneutrales-wfkb.de

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