Beitrag zum Klimaschutz

Stadt Frankenberg fördert Moor-Entwicklung im Burgwald

Kälberteichmoor: Bei der Vorstellung des Klimaprojekts im Burgwald bei Bracht: (von links) die Vertreter des Klimabonus-Vereins Jörg Näther (Stadt Frankenberg), Franziska Bender (Region Burgwald-Ederbergland) und Frank Jansky (Vorsitzender Klimabonus-Verein, Magdeburg) mit Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß, Forstamtsleiter Eberhard Leicht, Revier-Förster Armin Wack sowie Erik Rometsch und Paul Neisius (FÖJ-ler).
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Kälberteichmoor: Bei der Vorstellung des Klimaprojekts im Burgwald bei Bracht: (von links) die Vertreter des Klimabonus-Vereins Jörg Näther (Stadt Frankenberg), Franziska Bender (Region Burgwald-Ederbergland) und Frank Jansky (Vorsitzender Klimabonus-Verein, Magdeburg) mit Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß, Forstamtsleiter Eberhard Leicht, Revier-Förster Armin Wack sowie Erik Rometsch und Paul Neisius (FÖJ-ler).

Die Stadt Frankenberg hat mit 20 000 Euro die Renatuierung einer Moorfläche im Burgwald bei Bracht unterstützt.

Bracht – Im Burgwald bei Bracht gibt es wieder eine Moorfläche. Dass das Kälberteichmoor in den vergangenen beiden Jahren renaturiert und revitalisiert wurde, dazu hat die Stadt Frankenberg wesentlich beigetragen. „Deshalb könnte man auch vom Frankenberger Moor sprechen“, sagte Bürgermeister Rüdiger Heß, als die Fläche nun zusammen mit Vertretern des Forstamtes Burgwald und des Vereins Klimabonus offiziell eröffnet wurde.

Wie berichtet, stellte die Stadt 20 000 Euro für die Moorrenaturierung zur Verfügung – als Kompensationsmaßnahme für den CO2-Ausstoß bei der Europeade, die 2019 in Frankenberg stattfand. Denn Ziel bei der Ausrichtung des internationales Folklorefestes sei die Klimaneutralität, erläuterte Heß, der auch Präsident des Internationalen Europeadekomitees ist. Neben der Vermeidung von CO2-Ausstoß, etwa durch Gebrauch von Pfandbechern und Verzicht auf Plastikgeschirr, solle mit der Moorrenaturierung auch ein Ausgleich der Belastungen, die allein schon durch die Anreise der rund 5000 Europeadeteilnehmer entstehen, sagte der Bürgermeister.

Dass die Renaturierung von Mooren dazu bestens geeignet ist, betonte Eberhard Leicht, Leiter des Forstamtes Burgwald. Denn Moore speichern seinen Angaben nach weitaus mehr klimaschädlichen Kohlenstoff als der Wald. Deshalb setze das Forstamt Burgwald schon seit einigen Jahren auf die Renaturierung von Mooren (HNA berichtete).

Das Angebot der Stadt Frankenberg, ein Klimaprojekt im Burgwald zu fördern, sehe er als Auszeichnung und es sei genau zur richtigen Zeit gekommen. Denn nachdem im Kälberteich etliche Bäume umgestürzt waren, zeigte sich, dass in dem Bereich noch bis zu 80 Zentimeter hohe Torfkörper vorhanden waren. In Absprache mit einem Moor-Biologen begann Revier-Förster Armin Wack mit der Revitalisierung: Fichten, die sehr viel Wasser verbrauchen und kaum Regenwasser durchlassen, wurden entfernt. Entwässerungsgräben wurden mit Materialen aus der Region – Sand und Holzspäne – geschlossen, so dass nun wieder eine Moorfläche mit stehendem Wasser entstanden ist.

Um diese Fläche herum soll ein Laubwald entstehen. Dafür wurden Bergahorn, Buchen und Ebereschen gepflanzt. Der Borkenkäfer befiel weitere Fichten im Umkreis – und wurde so indirekt zum Moor-Förderer. Auch dort sollen künftig Laubbäume wachsen.

Nun informiert auch eine Infotafel über das wiederentstandene Kälberteichmoor. Und die Stadt Frankenberg will jährlich geführte Besichtigungen anbieten, damit die Öffentlichkeit an der Weiterentwicklung des Moores Anteil nehmen kann. „Es ist erstaunlich, wie schnell sich die Natur Flächen wieder zurückerobert“, sagte Forstamtleiter Eberhard Leicht.

An der Umsetzung der Moorrenaturierung beteiligt ist auch der Verein Klimabonus. In dem Projekt Klimabonus, initiiert von der Region Burgwald-Ederbergland, setzen sich auch die Region Chiemgau in Bayern und der Landesverband BUND Sachsen-Anhalt für den Klimaschutz ein. Sie informieren zum Beispiel Organisationen und Firmen, wie diese Klimaschutz betreiben und Kompensationsmaßnahmen vor Ort unterstützen können.

„Das Interesse bei den Menschen und bei Firmen ist groß“, sagte Vereinsvorsitzender Frank Jansky aus Magdeburg bei dem Termin im Burgwald. Für die ForstamtsMitarbeiter sei die Unterstützung der Stadt und generell der Öffentlichkeit „sehr motivierend“, dankte Eberhard Leicht. Von Martina Biedenbach

klimabonus.info

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