Fragen und Tipps zu den Schneemassen im Landkreis

Stadt Frankenberg warnt: Eis ist noch zu dünn

Einbruchgefahr: Eis auf einem See im  Frankenberger Teichgelände (
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Einbruchgefahr: Trotz der dauerhaften Minusgrade der vergangenen Tage birgt das Eis auf den eingeschneiten Wasserflächen wie im Frankenberger Teichgelände

Der starke Schneefall der vergangenen Tage weckte insbesondere bei Feuerwehrleuten Erinnerungen an Wintereinsätze in den Jahren 2010 und 2011. Damals waren Brandschützer im Schneeeinsatz auf Flachdächern.

Frankenberger Land - Die Dodenauer Feuerwehr schaufelte zum Beispiel im Februar 2010 Schnee vom Dach des Kindergartens, Feuerwehren aus der Gemeinde Burgwald befreiten Anfang Januar 2011 zusammen mit dem THW Frankenberg und der Frankenberger Wehr unter anderem Flachdächer der Burgwalder Firmen Frick und Metac von enormen Schneemengen. Bei Metac hatte sich die Decke schon gebogen.

Damals drohten zahlreiche Flachdächer unter der Last einzubrechen. Der Einsturz der Eis- und Schwimmhalle 2006 in Bad Reichenhall war vielen noch präsent.

Feuerwehr sieht noch keine Gefahr

Aktuell bereitet der Schnee auf den Flachdächern den Wehrführern aber keine Sorge. Aufgrund der Kälte sei der Schnee relativ trocken und nicht so nass und schwer wie vor zehn Jahren, sagt zum Beispiel Francisco Ayora Escandell, Gemeindebrandinspektor in Burgwald. Zudem liege nicht ganz so viel auf den Dächern. Und bei Sonnenschein taue und verdunst ein Teil des Schnees.

Auch Battenbergs Stadtbrandinspektor Michael Wenzel sieht aktuell noch keinen Handlungsbedarf, „obwohl ich kein Statiker bin. Das müssen Fachleute entscheiden.“

Problematisch seien vor allem nasse Schneemassen auf Flachdächern, sagt auch Wenzel, der sich noch gut an den Februar 2010 erinnert, als Battenberger Feuerwehrleute mit Schaufeln auch das Dach der Burgberghalle in der Kernstadt von den Schneemassen befreit hatten.

Bei den andauernden Minustemperaten von teilweise unter 20 Grad und der eisigen Luft ist auch Eis auf den Gewässern entstanden. Die Stadt Frankenberg warnt vor dem Betreten jeglicher Eisflächen. „Das Eis ist noch nicht dick genug“, sagt Pressesprecher Florian Held. Eltern werden gebeten, ihre Kinder auf die Gefahren hinzuweisen und aufzuklären. „Die natürlichen Eisflächen auf der Eder und im Teichgelände sind nicht tragfähig und nicht zum Betreten freigegeben“, betont die Stadt.

„Auch wenn die Temperatur dauerhaft unter null Grad liegt, kann die Eisstärke sehr unterschiedlich sein“, warnt Florian Held. So könne die Eisstärke durch viele Faktoren variieren: Temperaturschwankungen, Sonneneinstrahlung und Beschaffenheit des Eises. Wenn eine Strömung unter Wasser sehr stark sei, könne das Eis sehr dünn sein.

Kinder schätzen die Lage oft falsch ein

Besonders Kinder und Jugendliche würden die Lage oft falsch einschätzten. „Bei zu dünner Eisdecke brechen die Personen ein und können sich nicht mehr befreien.“ Dadurch könnten auch unbeteiligte Menschen, die helfen wollen, in akute Gefahr gebracht werden. Falls doch eine Person im Eis einbricht, sollte sofort Hilfe über die Notrufnummer 112 geholt werden.

Auch Besitzer von Tieren sollten darauf achten, dass ihre Vierbeiner nicht auf das Eis laufen – auch Hunde und Katzen können einbrechen. „Wir hoffen, dass unsere Warnungen bei den Menschen Gehör finden“, sagt Bürgermeister Rüdiger Heß. Man habe an Wasserflächen wie im Teichgelände Warnhinweise aufgestellt.

„Das Verhalten der Menschen in Frankenberg ist sehr vernünftig“, sagt Wehrführer David Tschirner von der Frankenberger Feuerwehr. Zum Glück habe es für die Einsatzkräfte seit Jahren keinen Einsatz wegen einer eingebrochenen Person gegeben. Tschirner: „Wir hoffen, dass das so bleibt.“  mab/off/mjx

Auf dem Dach der Burgberghalle Battenberg: Der stellvertretende Stadtbrandinspektor Michael Wenzel sowie Bernhard Richter und Karsten Bechstedt bei der Arbeit.

So kalt wie zuletzt vor 34 Jahren

So kalt war es schon lange nicht mehr: In Hessen sind in den Nächten zu Mittwoch und zu Freitag die tiefsten Temperaturen seit 34 Jahren gemessen worden. Am Freitagmorgen wurden in Frankenberger Ortsteil Willersdorf minus 23 Grad von einer Quecksilbersäule abgelesen. In Sontra (Werra-Meißner-Kreis) wurden am Mittwochmorgen nach Angaben des Hessischen Rundfunks sogar minus 25,6 Grad gemessen. Damit wurde der „ewige“ Kälterekord von -28,3 Grad, gemessen am 13. Januar 1963 in Hofgeismar, nur knapp verpasst.

Ähnlich kalt wie jetzt war es nach den Aufzeichnungen der Meteorologen zuletzt vor 34 Jahren: Im Jahr 1987 waren in der Gemeinde Burgwald minus 26,3 Grad vom Thermometer abgelesen worden. off

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