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Stadtradeln vom 13. Juni bis 3. Juli in Waldeck-Frankenberg: Fahrradhändler gibt Tipps

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Von: Susanna Battefeld

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Fahrradhändler Joachim Mehring aus Altenlotheim zieht Schrauben an den Pedalen nach.
Fahrradhändler Joachim Mehring aus Altenlotheim zieht Schrauben an den Pedalen nach. © Susanna Battefeld

Wenn am Montag, 13. Juni, die Aktion Stadtradeln startet, bei der jeder Teilnehmer Kilometer für seine Kommune oder den Landkreis sammeln kann, ist das für einige der erste Anlass, das Fahrrad nach langer Zeit mal wieder aus dem Keller zu holen. Wir haben deshalb bei einem Fachmann nachgefragt, auf was man achten sollte, bevor man in die Pedale tritt.

Waldeck-Frankenberg - „Generell ist es ratsam, das Fahrrad regelmäßig zur Inspektion zu bringen“, sagt Joachim Mehring, der in Altenlotheim ein Fahrradgeschäft mit Werkstatt betreibt. Aber einige Wartungsarbeiten könne man auch selbst erledigen. „Ganz wichtig ist, Luft zu pumpen“, sagt Mehring. „90 Prozent der Fahrräder, die ich zur Überprüfung kriege, haben zu wenig Luft.“ Die Gefahr, platt zu fahren, sei dann größer, weil sich der Schlauch an die Felge drücke.

Der richtige Reifendruck richte sich nach der Reifenbreite und sei auf dem Reifen vermerkt, sagt der 54-Jährige. „Wenn ich bei einem normalen Fahrrad mit dem Daumen den Reifen reindrücken kann, ist zu wenig Luft drin.“ Eigentlich sollte man alle sechs bis acht Wochen die Luft prüfen“, empfiehlt er.

Auch die Profiltiefe der Reifen sollte – vor allem hinten – überprüft werden. Ebenso der Zustand der Bremsbeläge: „Der Otto-Normal-Verbraucher sieht das aber oft nicht bei Scheibenbremsen“, mahnt er. Man sollte regelmäßig die Kette ölen, von Zeit zu Zeit sämtliche beweglichen Teile schmieren und alle Schrauben nachziehen. „Die lösen sich schon mal bei Geholper.“

Eigentlich werde geraten, man solle vor jeder Fahrt einmal um das ganze Rad herumgehen, aber das befolge er auch nicht immer. „E-Bikes sollten grundsätzlich ein Mal im Jahr zur Inspektion gebracht werden. „Die werden dann an eine spezielle Software angeschlossen und überprüft“, erläutert Mehring.

80 Prozent sind E-Bikes

80 Prozent aller von ihm verkauften Räder seien E-Bikes. Und ein neues E-Bike sei wie ein neues Auto: „Viele neue Knöpfe“. Wichtig seien hier auf jeden Fall eine Probefahrt und eine gründliche technische Einführung. „Ich biete nach 200 Kilometern eine kostenlose Inspektion an, dann haben die Kunden oft noch Fragen, wenn sie kommen.“

Joachim Mehring verkauft nicht nur Fahrräder, er ist auch selbst begeisterter Radler, für ihn ist das Fahrrad das Fortbewegungsmittel Nummer eins. „Wenn ich das Haus verlasse, überlege ich höchstens, welches Fahrrad ich nehme, und nicht, ob ich Auto oder Fahrrad benutze“, sagt er. Für viele sei das Fahrrad aber nach wie vor nur ein Spaßmobil. „Vielleicht denkt ja der ein oder andere bei den hohen Spritpreisen jetzt mal darüber nach, öfters aufs Fahrrad umzusteigen.“

Er plädiert auch dafür, Fahrradausflüge häufiger vor der eigenen Haustür zu starten. „Unsere Region ist so schön, da muss man nicht erst umständlich das Rad aufs Auto packen und irgendwoanders hinfahren.“

Infolge der Corona-Pandemie sei 2020 umsatzmäßig das stärkste Jahr für ihn gewesen. „Die Kunden haben den Laden gestürmt und alles gekauft, was zu kriegen war“, berichtet er. Deswegen habe er auch im Moment nur relativ wenige Modelle vorrätig. Er glaubt allerdings nicht, dass die Nachfrage so hoch bleibt. „Jetzt sind ja erstmal alle eingedeckt. Die meisten kaufen nur alle sieben, acht Jahre ein neues Fahrrad.“

Aktuell machten ihm zudem Lieferschwierigkeiten zu schaffen, berichtet Mehring. Vieles komme aus Fernost und da dort häufig flächendeckende Lockdowns seien, seien einige Teile nicht verfügbar. „Zum Teil dauert es ein halbes Jahr, bis ich bestellte Ketten oder Reifen bekomme.“ Auch der Krieg in der Ukraine wirke sich wegen wegfallender Transportwege auf die Verfügbarkeit von Ersatzteilen aus.

Was ist das Prinzip des Stadtradelns?

Beim Stadtradeln geht es darum, in drei Wochen mit möglichst vielen Menschen möglichst viele Fahrradkilometer zurückzulegen. Die Teilnehmer sollen also möglichst oft das Rad nutzen. Das dient dem Klimaschutz, der eigenen Gesundheit und reduziert den Autoverkehr. In Waldeck-Frankenberg findet das Stadtradeln vom 13. Juni bis 3. Juli statt. Daran nehmen der Landkreis und die Kommunen Bad Arolsen, Diemelsee, Frankenberg, Gemünden, Hatzfeld, Korbach, Lichtenfels, Rosenthal, Twistetal, Volkmarsen, Waldeck und Willingen teil. Alle Einwohner des Landkreises können kostenlos für ihre Kommune und den Landkreis starten. Man kann sich auf stadtradeln.de anmelden und ein Team gründen oder einem beitreten. stadtradeln.de

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