Corona eine mögliche Ursache

Personalsorgen beim TÜV: Fahrprüfungen in Waldeck-Frankenberg verzögern sich

Stefan Otto, Fahrlehrer an der Fahrschule Kirsten Otto in Gemünden
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Stefan Otto, Fahrlehrer an der Fahrschule Kirsten Otto in Gemünden.

Ärgernis Führerschein: Weil der TÜV derzeit nicht ausreichend Prüfer zur Verfügung stellen kann, verzögert sich die praktische Fahrprüfung oft um mehrere Wochen. Prüflinge müssten im Schnitt mit einer Wartezeit von „drei bis fünf Wochen“ rechnen, bestätigt der Geschäftsführer des TÜV-Verbandes, Joachim Bühler. Er führt die Verzögerungen vor allem auf Einschränkungen in der Corona-Pandemie zurück.

Waldeck-Frankenberg - Je nach Region gebe es kürzere oder längere Wartezeiten. Bühler hofft, dass der Prüfungs-Stau bis Ende 2021 oder spätestens zum Frühjahr 2022 „abgearbeitet“ werden kann.

Führerschein wird oft teurer

Durch die personellen Probleme beim TÜV wird in vielen Fällen der angestrebte Führerschein teurer. „Wegen der Wartezeiten nehmen die Fahrschüler weitere Stunden, um nicht aus der Übung zu kommen“, sagt Fahrlehrer Peter Hörnle aus Baden-Württemberg. „Es braucht mehr Prüfer – oder der TÜV muss sein Monopol bei den Fahrprüfungen verlieren“, fordert Hörnle.

„Wir hatten um Ostern 2020 sieben Wochen Lockdown. Seitdem schulen wir problemlos mit Maske. Corona ist nicht das Thema, sondern die schlechte Organisation beim TÜV“, sagt Fahrlehrer Stefan Otto aus Gemünden. „Wenn wir eine Prüfung beantragen, bekommen wir mal 5, mal 7, mal 10 Plätze. Es gibt zu wenig Prüfer.“ Ottos Ehefrau Kirsten, Inhaberin der Fahrschule Otto, sagt: „In Frankenberg geht’s uns noch ganz gut.“ Doch auch sie bestätigt: Wenn Prüfungen abgesagt werden müssten, werde der angestrebte Führerschein „definitiv teurer“.

Helmut Schmidt, Fahrlehrer aus Korbach

Ein Pkw-Führerschein koste im Schnitt zwischen 1600 und 2500 Euro. „Je nachdem, wie fit der Bewerber ist“, sagt Helmut Schmidt von der Fahrschule Vollbracht und Schmidt in Korbach. Schmidt war über viele Jahre stellvertretender Landesvorsitzender des hessischen Fahrlehrerverbandes und versucht, die Wogen zu glätten: „Manche Fahrschulen buchen erstmal zehn Prüfungen und brauchen dann nur die Hälfte. Wie soll man da beim TÜV planen?“, fragt Schmidt. Wenn er wisse, dass er in den nächsten vier Wochen keinen Prüfungstermin bekomme, dann setze er erstmal keine weiteren Fahrstunden an. „Man muss mit den Kunden fair umgehen“, appelliert der Korbacher Fahrlehrer.

Besserung bis zum Ende des Jahres?

Nach einer Videokonferenz mit TÜV-Vertretern berichtet Helmut Schmidt: „Die haben uns zugesagt, dass sie ihre personellen Probleme bis Ende dieses Jahres in den Griff bekommen.“

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