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Streit endet mit Messerstich: 26-Jährige aus Waldeck-Frankenberg angeklagt

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Der Schwurgerichtssaal des Landgerichts in Kassel .
Eine 26-Jährige aus Waldeck-Frankenberg muss sich vor der 6. Großen Strafkammer des Landgerichts in Kassel verantworten. (Symbolfoto) © Symbolbild: Uwe Zucchi/DPA

Mit einer schweren Verletzung durch einen Messerstich in den Brustbereich endete vor fast genau sechs Jahren, im August 2016, für einen heute 32-jährigen Mann aus Kassel die kurze Beziehung zu einer damals 20-jährigen Frau aus Waldeck-Frankenberg.

Waldeck-Frankenberg – Aus der Bekanntschaft, die beim Bad Wildunger Viehmarkt wenige Wochen zuvor ihren Anfang nahm, hatte sich ein offenbar problematisches, unterschiedlich gewichtetes Verhältnis entwickelt.

Das wurde während der Gerichtsverhandlung deutlich, die in dieser Woche vor der 6. Großen Strafkammer des Kasseler Landgerichts begann.

Die Staatsanwaltschaft wirft der heute 26-Jährigen in der Anklage versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung vor. Sie habe während eines Streits vor ihrem Haus ein 20 Zentimeter langes Keramikmesser in die Brust des jungen Mannes gestoßen und ihn dabei schwer verletzt. Er musste in einer Kasseler Klinik als Notfall operiert werden. Die Staatsanwaltschaft geht laut Anklageschrift sogar von einer Tötungsabsicht aus.

Das wies die Angeklagte jedoch weit von sich. Sie schilderte am Freitag vor den Richtern und Beisitzern der Strafkammer, was aus ihrer Sicht am späten Abend des 21. August 2016 geschehen war. Richtig sei, dass sie den Geschädigten mit dem Messer verletzt habe, allerdings habe sie sich auch bedroht gefühlt. Sie habe ihn lediglich mit dem Messer abwehren wollen. Der Stich habe ihn jedoch in die Brust getroffen und schwer verletzt. Das bedauere sie sehr.

An jenem Abend hatte die Angeklagte, die unter Einfluss von Amphetaminen stand, Besuch von einem weiteren jungen Mann, in den sie „eigentlich“ verliebt gewesen sei, wie sie sagte. Er sei ein Freund des heute 32-Jährigen gewesen. An dem Abend trafen sich die Drei nach Mitternacht vor dem Haus, weil der Geschädigte das Gespräch suchte. Es sei zum Wortwechsel zwischen den Männern und dem folgenschweren Messerstich durch sie gekommen.

Der Geschädigte selbst sagte als Zeuge aus und schilderte, dass er zum Haus der jungen Frau gefahren sei, um ihr seine nicht sehr schmeichelhafte Meinung zu sagen. An vieles könne er sich nach so langer Zeit jedoch nicht mehr erinnern. Nach der Operation und der Behandlung gebe es nur noch eine Narbe. Weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen habe er nicht zu beklagen.

Die Verhandlung wird am Donnerstag fortgesetzt. (Ulrike Lange-Michael)

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