Amtsgericht verurteilt 50-Jährige aus Kassel zu Geldstrafe in Höhe von 5400 Euro

Streit um Katze: Frau aus Bad Wildungen geschlagen

Katze schaut um die Ecke
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Weil sie im Kampf um eine kleine Katze einer Frau aus Bad Wildungen ins Gesicht geschlagen hat, ist eine 50-jährige Frau aus Kassel vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe verurteilt worden. (Symbolfoto)

Weil sie im Kampf um eine kleine Katze einer Frau aus Bad Wildungen ins Gesicht geschlagen hat, ist eine 50-jährige Frau aus Kassel vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Bad Wildungen/Kassel – Unter Einbeziehung einer früheren Strafe wegen Körperverletzung wurde sie vom Amtsrichterin Focke und ihren Schöffen zu 135 Tagessätzen à 40 Euro, also insgesamt 5400 Euro, verurteilt.

Und so wurde die etwas skurril anmutende Geschichte am Montag vor dem Kasseler Amtsgericht erzählt: Rund zehn Jahre pflegte die Frau aus Kassel eine rein freundschaftliche Beziehung zu einem Mann in Bad Wildungen, sie wohnte zeitweise sogar in einem seiner beiden Häuser.

Die Frau hatte einen zutraulichen Kater, der ihr bei Spaziergängen folgte wie ein Hund. Während eines Urlaubs gab sie den Kater ihrem Freund zur Pflege, verbunden mit der dringenden Bitte, ihn nicht allein frei laufen zu lassen. Doch der Mann aus Bad Wildungen hielt sich nicht daran, ließ den Kater herumstreunen und es kam, wie es kommen musste: Das Tier wurde totgefahren.

Offenbar von Gewissensbissen geplagt, kaufte der Wildunger später eine kleine Katze. Ab dann wird’s unübersichtlich. War das Kätzchen nun als Ersatz für den toten Kater angeschafft worden und gehörte somit der Frau? Oder hatte es der Mann für sich selbst gekauft? Diese Frage konnte bei der Gerichtsverhandlung nicht geklärt werden.

Fest steht allerdings, dass die Frau am 13. Oktober 2019 nach Bad Wildungen fuhr und das Kätzchen samt Transportbox an sich nahm und mit nach Kassel nahm. Diebstahl und Raub standen deshalb in der Anklage. In beiden Punkten wurde die Frau allerdings wegen der unklaren Besitzverhältnisse freigesprochen.

Allerdings ging die Geschichte weiter: Neun Tage später war die Tochter der Mannes nach Kassel gefahren, wo eine Bekannte der Angeklagten ihr die Katze aushändigte.

Als die 50-Jährige dies mitbekam lief sie auf die Straße, um sich das Tier zurück zu holen. Beim Gerangel versetzte sie der Tochter des ehemaligen Freundes einen Schlag ins Gesicht und schnappte sich die Katze. Dieser Schlag brachte ihr jetzt vor Gericht die deftige Geldstrafe ein.

Ach ja, die Katze: Herbeigerufene Polizeibeamte sorgten dafür, dass das Tierchen der Tochter übergeben werden musste und bis heute in Bad Wildungen lebt.

Verteidiger Klaus Uwe Haake kritisierte das in der Verhandlung scharf, weil sich die Polizisten sozusagen zu Zivilrichtern aufgeschwungen hätten, was ihnen seiner Ansicht nach nicht zugestanden habe. (Thomas Stier)

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