Neue Verordnung wird auch in Waldeck-Frankenberg umgesetzt

Corona: Symptome nicht mehr nötig für Tests

Ein Abstrichstäbchen wird in einer ambulanten Corona-Test- Einrichtung gehalten.
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Corona-Test mit Hilfe eines Abstrichstäbchens: Auch im Korbacher Testzentrum werden mittlerweile Personen getestet, die im unmittelbarem Zusammenhang mit einem Ausbruch stehen, aber keine Symptome zeigen. Foto: Britta Pedersen/dpa

Bislang wurden nur Personen auf das Coronavirus getestet, die Krankheitssymptome zeigten. Kürzlich hat das Bundesgesundheitsministerium bekannt gegeben, dass künftig auch Personen getestet werden können, die keine Symptome aufweisen. Auch in Waldeck-Frankenberg wird nach der neuen Verordnung verfahren. 

Noch bis einschließlich 19. Juni ist die Humboldt-Schule in Korbach geschlossen – vor zwei Wochen hatte es dort einen zweiten bestätigten Corona-Fall gegeben. Nach Bekanntwerden war seitens der Kreisverwaltung veranlasst worden, dass sich alle Kontaktpersonen der zweiten positiv getesteten Person vorsorglich in Quarantäne begeben sollten. Es folgten weitere Tests. „Auch Schüler der Humboldt-Schule, die keine Symptome hatten, wurden auf das Coronavirus getestet“, teilte uns eine Leserin in diesen Tagen mit. Sie wunderte sich über dieses neue Vorgehen – schließlich waren Kontaktpersonen bislang immer nur dann getestet worden, wenn sie für das Coronavirus typische Krankheitssymptome aufwiesen.

Zum aktuellen Stand bei den Testverfahren hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

Sind Symptome immer noch ausschlaggebend für Tests auf das Coronavirus?

Nein. Zukünftig können auch Personen auf das Coronavirus getestet werden, wenn sie keine Symptome aufweisen. Bezahlt werden die Tests von den gesetzlichen Krankenkassen. Darauf weist das Bundesgesundheitsministerium hin. Umfassende Tests in Pflegeheimen, Schulen oder Kindertagesstätten sind somit möglich. Alle Personen in diesen Einrichtungen können getestet werden, wenn dort ein Covid-19-Fall aufgetreten ist. In Pflegeheimen und Pflegediensten können auch unabhängig von aufgetretenen Fällen Tests durchgeführt werden. Das sieht die neue Testverordnung vor, die Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vorgelegt hatte und die rückwirkend zum 14. Mai in Kraft getreten ist.

Wird auch in Waldeck-Frankenberg mehr getestet?

Ja. In Rücksprache mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen, die die Testzentren – auch das für Waldeck-Frankenberg am Korbacher Südring – betreibt, hat der Fachdienst Gesundheit des Landkreises die Vorgehensweise bei Ausbrüchen in Kitas oder Schulen individuell abgestimmt. In begründeten Fällen konnte in Abstimmung mit der KV im Rahmen des Infektionsschutzes vorsorglich über die RKI-Richtlinien hinaus getestet werden – zum Beispiel dann, wenn der Betrieb einer Einrichtung davon abhängig ist.

Der Landkreis stützt sich damit also auch auf die neue Testverordnung des Bundes?

Ja. Der Kreis weist explizit darauf hin, dass ab sofort auch Personen aus Gemeinschaftseinrichtungen getestet werden können, die keine Symptome aufweisen, wenn sie in unmittelbarem Zusammenhang mit einem Ausbruch stehen. Damit lasse der Gesetzgeber den Gesundheitsämtern auch rechtlich mehr Ermessensspielraum, was beispielsweise die Testungen in Kitas und Schulen angehe.

Alexander Kowalski, stellvertretender Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen

Gibt es überhaupt ausreichend Testkapazitäten?

Ja. Die Testzentren in Hessen – und damit auch das in Korbach – können nach Auskunft von Alexander Kowalski zwischen 150 und 200 Test pro Tag durchführen. Der stellvertretende Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung weist darauf hin, dass die Zahl der Tests aktuell auf sehr niedrigem Niveau sei. „In Korbach wurden beispielsweise am vergangenen Freitag, 10. Juni, gerade einmal zwölf Tests genommen. Anfang April waren es noch 30 bis 40, in der zweiten März-Hälfte teilweise sogar über 50 Tests.“

Warum sind die Testzentren nicht auch an den Wochenenden geöffnet, um beispielsweise bei einem Corona-Fall in einer Schule oder Kita schneller Tests durchführen zu können?

„Das hängt mit den Arbeitszeiten in den Laboren zusammen“, erklärt KV-Sprecher Alexander Kowalski und fügt hinzu: „Die Proben, die in den Testzentren entnommen werden, gehen noch am gleichen Tag zur Untersuchung in die Labore.“ Da diese aber an den Wochenenden geschlossen seien, finde auch in den Testzentren kein Betrieb statt. „Im Moment ist es zudem nicht nötig, Tests auch an den Wochenenden machen zu lassen. Dass sich angesichts einer hohen Zahl von Testpersonen lange Schlangen vor den Testzentren bilden, war zu Zeiten hoher Infektionszahlen teilweise der Fall. Aktuell sehen wir dieses Phänomen in Hessen allerdings nicht mehr“, berichtet Kowalski.

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