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Tafeln in Waldeck-Frankenberg bekommen 106.000 Euro vom Land und brauchen weitere Spenden

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Von: Jörg Paulus

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Tafel
Symbolbild © Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Das Land Hessen unterstützt die vier Tafeln in Waldeck-Frankenberg mit insgesamt 106.000 Euro. Das Geld soll helfen, die gestiegenen Kosten in der Energiekrise zu tragen.

Waldeck-Frankenberg – Die Frankenberger Tafel mit ihren drei Ausgabestellen in Frankenberg, Gemünden und Hallenberg erhält 40.000 Euro, für die Tafeln in Korbach, Bad Wildungen und Bad Arolsen sind es jeweils 22.000 Euro. „Mit den finanziellen Zuschüssen trägt das Land zur Sicherung der Tafeln bei, die durch die hohen Energiekosten für die Kühlung der Lebensmittel und die Fahrzeugkosten besonders belastet sind“, teilten die heimischen CDU-Landtagsabgeordneten Claudia Ravensburg und Jan-Wilhelm Pohlmann mit, als sie über die Landesförderung berichteten.

Die vier Tafeln in Waldeck-Frankenberg versorgen insgesamt rund 2450 bedürftige Menschen mit Lebensmitteln, die in Märkten und Bäckereien übrig geblieben sind oder aussortiert wurden, aber noch essbar sind. Diese Arbeit basiert zum Großteil auf Spenden und auf der Hilfe vieler Ehrenamtlicher.

Der aktuelle Zuschuss aus dem in der Energiekrise aufgelegten Landesprogramm „Hessen steht zusammen“ (siehe Hintergrund unten) ist zweckgebunden für anteilige Betriebskosten des kommenden Jahres. „Die steigenden Energiekosten betreffen auch die Tafeln“, sagt Wolfgang Finger von der Korbacher Tafel. Am stärksten gestiegen sind laut dem Wildunger Tafelsprecher Jürgen Hellwig die Kosten für Heizung, Strom, Beleuchtung und Kühlanlagen sowie die Treibstoff- und Unterhaltungskosten des Betriebsfahrzeuges.

„Die Zuwendung wird zur Sicherstellung des Regelbetriebes verwendet, um die Betriebs- und Energiekosten einschließlich der zu erwartenden Nachzahlungen bestreiten zu können“, sagt Bernd Kleinhans von der Wildunger Tafel. Die Tafel in Bad Arolsen möchte auch einen neuen energiesparenden Kühlschrank kaufen, um Stromkosten zu senken.

Tafeln sind weiterhin auf Spenden angewiesen

Trotz des Zuschusses aus dem Landesprogramm seien die Tafeln weiterhin auf Spenden angewiesen, betont Friedhelm Vaupel, der 2. Vorsitzende der Tafel Frankenberg: „Der Tafelbetrieb, also die Einnahmen abzüglich der Kosten, ist immer defizitär. Für 2023 schätzen wir die Summe auf 60.000 Euro, das sind 50 Prozent mehr als 2021. Diese Unterdeckung ist nur über Spenden finanzierbar.“

„Spenden werden dringend und zwingend benötigt, da die Landeshilfe nur aus heutiger Sicht zwei Drittel des Defizites abdeckt. Zusätzlich müssen wir notwendige Ersatzinvestitonen vornehmen, um den Betrieb aufrechtzuhalten. Diese sind nur durch Spenden darstellbar“, erläutert Vaupel für die Tafel Frankenberg.

Allein die Frankenberger Tafel versorgt aktuell 922 Kunden. Vaupel: „Auf der Warteliste hoffen 108 Personen auf eine kurzfristige Aufnahme, die Warteliste wird täglich länger. Wir werden in wenigen Wochen unsere maximale Kapazität mit 1000 Kunden erreicht haben, diese hoffen wir 2023 dauerhaft an drei Öffnungstagen pro Woche unterstützen zu können.“

Landesprogramm „Hessen steht zusammen“

Die hessische Landesregierung will unter anderem mit dem eigenen Landesprogramm „Hessen steht zusammen“ in der aktuellen Energiekrise helfen, wo Hilfen des Bundes nicht greifen. Das Hilfspaket hat ein Gesamtvolumen von 3,58 Milliarden Euro. Für die Tafeln in Hessen sind darin 2,2 Millionen Euro enthalten. Voraussetzung für das Landesprogramm ist der geplante Landeshaushalt, der Ende Januar 2023 verabschiedet werden soll.

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