Nachfrage besonders bei Kleinkindern groß 

Tagesmütter stehen in Waldeck-Frankenberg hoch im Kurs

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Tagesmutter Christa Emden aus Korbach mit ihren Enkelkindern Lilly und Marlon.

Waldeck-Frankenberg. Wer seinen Nachwuchs betreuen lassen möchte, wendet sich immer öfter an Tagespflegepersonen. Das geht aus einer Umfrage unserer Zeitung bei Tagesmüttern im Landkreis hervor. 

„Wir haben alle sehr gut zu tun“, sagt Heide-Marie Rudolph aus Strothe, die bis kommenden Sommer ausgebucht ist und erst danach wieder freie Kapazitäten hat. „Auffällig ist, dass die Eltern auch vermehrt für ihre jüngeren Kinder ab einem Jahr nach einer Betreuung suchen.“

Ähnlich drückt es eine Tagesmutter aus Bad Wildungen aus: „Eine erhöhte Nachfrage ist auf jeden Fall zu spüren – gerade auch mit Blick auf die Unterbringung der Kleinsten.“

Auch bei Christa Emden aus Korbach ist die Situation nicht anders. Sie betreut seit 16 Jahren Kinder in ihrem Haus. „Angefangen haben ich mit zwei Kindern, dann wurden es immer mehr. Heute sind es zehn – also fünf werden vormittags, die anderen fünf nachmittags betreut.“ Das Altersspektrum bewege sich von wenigen Monaten bis 14 Jahren. Auch Christa Emden kann sich vor Anfragen kaum retten. „Ich bekomme spürbar mehr Anfragen, weil viele Eltern mir gegenüber auch darauf hinweisen, dass sie mit einem Gehalt in der Familie nicht hinkommen“, sagt sie. Folglich müssten beide Elternteile arbeiten gehen und der Nachwuchs tagsüber betreut werden. „Es gibt vereinzelt auch Eltern, die ganz bewusst ihre Kinder in die Tagespflege geben, damit sie nicht ausschließlich von der Oma versorgt werden, sondern auch zusammen mit anderen Kindern in die Betreuung kommen“, sagt Christa Emden.

Wie wichtig die Arbeit von Tagesmüttern ist, darauf weist auch Kreissprecher Dr. Hartmut Wecker hin: „Kindertagespflege hat sich neben institutioneller Betreuung zum gleichrangigen Betreuungsangebot im familiären Raum entwickelt.“

So wird man Tagesmutter: 

In Waldeck-Frankenberg gibt es derzeit 75 Tagesmütter. „Ähnlich wie in der Betreuungssituation in den Kitas ist auch die Ausübung von Kindertagespflege noch eine Angelegenheit von Frauen. Aktuell gibt es im Kreis keinen Mann, der als Tagesvater arbeitet“, sagt Kreissprecher Hartmut Wecker. Allerdings seien unter den bisher eingegangenen 21 Bewerbungen für die vom Landkreis im März 2018 angebotene neue Qualifizierung zwei Meldungen von Männern. Durchgeführt wird die Qualifizierung zur Tagespflegeperson von der Kreis-VHS. Der Umfang beträgt 200 Stunden, die Abschlussprüfung erfolgt in Form von Hausarbeit und Kolloquium. 

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