Zwei von drei gekündigten Logistikarbeitern wieder angestellt

Teilerfolg vor Arbeitsgericht für gekündigte Logistiker aus Arolsen

Drei Männer mit FFP2-Maske stehen vor dem Eingang zum Arbeitsgericht in Kassel.
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Termin vor dem Arbeitsgericht: Für zwei der drei gekündigten Mitarbeiter der BM Logistics GmbH in Bad Arolsen hatte die Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht in Kassel Erfolg. Für den Dritten will die IG Metall weiter für sein Recht kämpfen. Von links: Dennis Schwolow, Anthony van Thourenhout und Frank Pistorius.

Die Kündigungsschutzklage der drei gekündigten Beschäftigten der Firma BM Logistic Solutions GmbH vor dem Arbeitsgericht Kassel hat für zwei von ihnen mit einem Anerkennungsurteil geendet.

Bad Arolsen - Mit anderen Worten: Der Arbeitgeber hat anerkannt, dass die Kündigung zu Unrecht erfolgt ist. Die Kündigung wurde daher vom Gericht für nichtig erklärt. Die Mitarbeiter können wieder im Betrieb arbeiten.

Im Fall des dritten gekündigten IG-Metall-Mitgliedes argumentieren die Anwälte des Logistikdienstleisters jedoch, dass das Unternehmen als Dienstleister des Lackdraht-Herstellers an der Korbacher Straße eigentlich gar kein selbstständiges Unternehmen mit eigenen Betriebsräumen darstelle. Daher müsse auch kein Betriebsrat eingerichtet werden.

Außerdem sei der gekündigte Mitarbeiter schuldhaft nicht zur Arbeit erschienen. Dabei hatte der Arbeiter seine Kündigung unmittelbar im Anschluss an seinen Nachtdienst erhalten. Im Übrigen sei das Arbeitsgericht in Kassel nicht zuständig.

IG Metall: „Die Mitarbeiter lassen sich nicht einschüchtern.“

Diese Art der Argumentation hält IG-Metall-Sekretär Andreas Köppe für eine Strategie, um einen missliebigen Mitarbeiter loszuwerden. Dahinter stehe wohl auch die Erkenntnis, dass der Wahlvorstand für die Betriebsratswahl aus drei Personen bestehen müsse. Wenn der dritte aufmüpfige Mann fehle, könne auch kein Wahlvorstand gebildet werden.

Tatsächlich planen die beiden wieder eingestellten Logistik-Mitarbeiter, nun erneut per Aushang zu einer Betriebsratsratswahl einzuladen. IG-Metall-Sekretär Köppe kommentiert: „Die drei sind mutig. Die lassen sich nicht einschüchtern. Die wollen für ihre Arbeitnehmerrechte einstehen.“

Mehrere Solidaritätsbekundungen

Die Kündigung der Logistikmitarbeiter unmittelbar vor dem 1. Mai hatte sogar bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt. So hatte sich neben der heimischen Bundestagsabgeordneten Esther Dilcher und dem örtlichen SPD-Ortsverband auch der Bundesvorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA), Klaus Barthel aus Bayern, mit den drei Bad Arolser IG-Metall-Mitgliedern solidarisch erklärt.

Von der Unternehmensleitung gab es keine Stellungnahme zu der Angelegenheit. Die Geschäftsführung hatte die WLZ schon Ende April unmissverständlich aufgefordert, von weiteren Anfragen Abstand zu nehmen. Dennoch hat die Redaktion die Geschäftsleitung der BM Logistic Solutions GmbH per Mail noch einmal um eine Einschätzung der Lage gebeten. Bisher gab es auf diese Mailanfrage keine Antwort. (Elmar Schulten)

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