Senioren fallen nicht auf Gewinnversprechen und falsche Polizisten herein

Waldeck-Frankenberg: Telefon-Betrüger gehen leer aus

Symbolbild: Eine Seniorin telefoniert mit ihrem Smartphone.
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Symbolbild: Eine Seniorin telefoniert mit ihrem Smartphone.

Zahlreiche Anrufe von Betrügern erhielten Bürger im Waldecker Land zu Wochenbeginn. Entweder gaukelten die Anrufer einen vermeintlichen Gewinn vor oder sie stellten sich als Polizeibeamte vor. In allen Fällen fielen die Angerufenen, überwiegend Senioren und Seniorinnen, nicht auf die Betrüger herein.

Korbach/Bad Arolsen - „Sie haben gewonnen“, lautet die Nachricht, die per Telefon, E-Mail oder Post eintrifft. Wer eine solche Nachricht bekommt, sollte vorsichtig sein, rät die Polizei.

Die Methode ist immer ähnlich: Vor einer Gewinnübergabe werden die Opfer dazu aufgefordert, eine Gegenleistung zu erbringen, zum Beispiel eine kostenpflichtige Hotline anzurufen, Gebühren zu bezahlen oder Gutscheinkarten zu kaufen.

So erging es auch einem 77-jähriger Korbacher, der am Dienstag einen Anruf einer angeblichen Lotteriegesellschaft erhielt. Ihm wurde mitgeteilt, dass er 9000 Euro gewonnen habe. Für die Geldübergabe wurde ein Termin am nächsten Tag vorgeschlagen, zu dem ein Mitarbeiter der Lotteriegesellschaft und ein Notar das Geld mitbringen würden. Der Korbacher sollte dafür 1000 Euro Gebühren bezahlen. Das tat er nicht und informierte die Polizei.

Ähnliche Anrufe gingen bei einer 66-jährigen Frau aus Bad Arolsen ein. Ein Anrufer teilte mit, dass sie 48 500 Euro gewonnen habe. Sie könne den Gewinn zuhause oder auch bei einem zu vereinbarenden Termin an einer Bank entgegennehmen. Tags darauf rief der Betrüger mehrfach bei der Bad Arolserin an. Er wollte einen zeitnahen Übergabetermin vereinbaren. Da die 66-Jährige an keiner Lotterie teilgenommen hatte, wurde sie misstrauisch und verständigte die Polizei.

Von einer anderen Masche berichteten überwiegend ältere Menschen bei den Polizeistationen in Frankenberg und Bad Arolsen: Sie hatten Anruf eines falschen Polizeibeamten erhalten. Fast immer stellte sich der Betrüger als „Herr Weber“ vor und nannte teilweise den Dienstgrad Polizeihauptkommissar.

Der Anrufer erzählte, dass ein Einbrecher in der Nachbarschaft festgenommen worden sei oder man ein Smartphone sichergestellt habe. Bei dem Festgenommenen habe man einen Zettel oder auf dem Smartphone eine Liste gefunden. Auf dem Zettel oder der Liste stehe der Name und die Anschrift des Angerufenen. Der falsche Polizist erklärte nun, dass man einen Einbruch befürchte. Er fragte nach Wertsachen, die in Sicherheit gebracht werden müssten.

In einem Fall stellte sich der Betrüger am Telefon als Polizist vom Landeskriminalamt München vor. Auch ihm ging es um Wertsachen.

Einige Tipps der Polizei:

  • Die „echte“ Polizei erfragt am Telefon keine Details zu Kontodaten oder Wertgegenständen im Haus. Die Polizei fordert niemals dazu auf, Banküberweisungen oder Bargeldabhebungen durchzuführen.
  • Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen oder familiären Verhältnissen preis.
  • Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit. Sie haben immer Zeit für eine Rücksprache mit Angehörigen, Vertrauenspersonen und der örtlichen Polizei.
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf.
  • Informieren Sie sofort die Polizei über den Notruf 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt.
  • Wenn Sie Opfer geworden sind: Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
  • Sprechen Sie mit Angehörigen, die Opfer werden könnten, über die Betrugsmaschen „Gewinnversprechen“ und „Falscher Polizeibeamter“.  

(red)

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